Videoschnitt-Duell

Corel Pinnacle Studio Ultimate 16 vs. Magix Video deluxe 2013 Premium

Sie kosten nur rund 100 Euro und können viel mehr als weit teurere Videoschnitt-Programme vor wenigen Jahren: Corel fordert nach der Übernahme der Pinnacle-Produktreihe von Avid erstmals Platzhirsch Magix heraus.

Pinnacle Studio Ultimate 16 vs. Magix Video deluxe 2013

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Sie kosten nur rund 100 Euro und können viel mehr als weit teurere Videoschnitt-Programme vor wenigen Jahren: Corel fordert nach der Übernahme der Pinnacle-Produktreihe von Avid erstmals Platzhirsch Magix heraus.

Zwei Kontrahenten kämpfen seit Jahren um den Titel "meistverkaufte Videoschnitt-Software": Laut Hersteller wurde Pinnacle Studio rund 13 Millionen Mal verkauft, in Deutschland liegt dagegen Magix vorn. Wie das Pinnacle Studio gibt es Video deluxe in unterschiedlichen Varianten, mit und ohne Hardware im Paket. Getestet haben wir jeweils die "großen" Software-Versionen, die viele Zusatz-Filter bieten.

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Beide Kontrahenten richten sich mit einem empfohlenen Preis von rund 130 Euro in erster Linie an besonders anspruchsvolle Heimanwender; der Funktionsumfang macht sie zudem für Hochzeitsvideo- oder Industriefilmer attraktiv. Da beide Programme professionelle Fernseh- und Kinokameras nicht unterstützen, kommen sie für diesen Einsatzbereich nicht in Betracht. Auffällig ist bei beiden Kontrahenten ist die umfangreiche 3D-Unterstützung.

software, tools, video-schnitt

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Fein geregelt: Das neue Pinnacle Studio bietet eine Reihe präziser Tools, um die Helligkeit, die Sättigung etc. in einem Fenster einzustellen. Das Programm überzeugt mit Stabilität und Performance, im Vergleich zu Video deluxe vermissten wir jedoch viele Werkzeuge für Schnitt und Nachbearbeitung.

Pinnacle Studio Ultimate 16

Das Pinnacle Studio von Corel ist nur dem Namen nach der Nachfolger des bekannten Schnittprogramms. Die erstmals von Corel vertriebene Version ist praktisch das Avid Studio 2.0. Der Entwicklungsschwerpunkt dieser Version war die Performance; die selbstentwickelten Codecs etwa für MPEG-4 wurden komplett überarbeitet und für 64-Bit-Betriebssysteme angepasst. Auf unseren Test-PCs ließen sich so auch größere, hochauflösende Projekte flüssig bearbeiten. Zu den Stärken des Programms zählt die präzise Anpassung von Farben und Helligkeit.

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Neu sind stark erweiterte 3D-Funktionen, die jedoch im Test regelmäßig zu Abstürzen führten. Dank der modernen, aber nicht immer glücklich bezeichneten, aufgabenorientierten Oberfläche lässt sich das Programm ohne lange Einarbeitung bedienen. Wir vermissten jedoch viele Funktionen, auf die anspruchsvolle Anwender besonders großen Wert legen. Dazu zählen etwa eine einstellbare Szenenerkennung, die sich nach dem Inhalt der Clips richtet, eine Bildstabilisierung, bei der sich die Region, die stabilisiert werden soll, bestimmen lässt usw.

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Funktionsreich: Das Magix-Programm Video deluxe liefert eine Menge nützlicher Funktionen. Die Bedienung ist teilweise etwas gewöhnungsbedürftig, die Wellenform-Anzeige für Sound lässt sich extra anschalten. Sound wird auf Wunsch auf eigenen Spuren angezeigt.

Video deluxe 2013 Premium

Das Schnittprogramm des deutschen Herstellers Magix wirkt im direkten Vergleich unübersichtlicher und verwirrt mit einigen Ungereimtheiten bei der Bedienung. So liegt bei Magix die oberste Spur ganz unten. Die Wellenform für Sound ist weniger klar erkennbar als im Corel-Programm; vor der Anzeige sind die jeweiligen Clips erst einzeln zu markieren und die Option Wellenformdarstellung erzeugen zu wählen. Diese Darstellung kann wahlweise in einer Spur mit dem dazugehörigen Video oder auf seperaten Spuren erfolgen.

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Video deluxe integriert unter anderem die Codecs von MainConcept, die im Vergleich deutlich langsamer arbeiten. Das Magix-Schnittprogramm bietet dafür aber einen Funktionsumfang für den Schnitt und die Nachbearbeitung, der in dieser Preisklasse seinesgleichen sucht: einstellbare Szenenerkennung nach Inhalt, präzise Bildstabilisierung, dazu zahllose Effekte, etwa für die Klangbearbeitung. Einige der integrierten Funktionen wären aber auch noch ausbaufähig.

Wenig Sinn ergibt insbesondere ein Multicam-Modus, der lediglich zwei Kameras unterstützt. Die inzwischen weit über 100 Vorlagen für DVD- und BD-Menüs könnten zudem optisch anspruchsvoller sein. Nicht möglich ist auch die von fast allen Schnittprogrammen unterstützte Doppelfensteransicht, mit der im linken Fenster die markierte Quelle, im rechten das Bild an der aktuellen Cursor-Position in der Zeitleiste erscheint.

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Als unzuverlässig erwies sich die Angabe der verbliebenen - heute nicht mehr zeitgemäß langen - Renderzeit. Reichte der Festplattenplatz nicht mehr aus, stellte Magix ohne Warnhinweis die Arbeit ein. Ärgerlich: Die Software erzeugt beim Rendern teils riesige temporäre Dateien.

Fazit:

Beide Programme liegen gleichauf. Video deluxe glänzt durch einen in dieser Preisklasse gewaltigen Funktionsumfang. Es ist jedoch beim Rendern zu langsam. Pinnacle Studio hat gewaltig zugelegt und punktet in der neuen Version besonders in den Bereichen Bedienung/Performance sowie bei Service und Support.

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