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6 Cloud Player im Vergleich: Für Dropbox, Amazon, OneDrive und Co.

Mit dem richtigen Musik-Player für Android spielen Sie Ihre Songs direkt aus der Cloud ab. Wir stellen 6 Cloud Player vor und vergleichen die Apps.

Cloud Player Apps für Android

© Hersteller / Montage: pc-magazin.de

Cloud Player Apps für Android

Cloud-Dienste wie Box.com, Dropbox, Google Drive oder Microsoft OneDrive stellen Speicherplatz kostenlos zur Verfügung. Der eignet sich ideal für die eigene MP3-Sammlung. Das entlastet die lokalen Speichermedien, und die Musik ist auf diese Weise an jedem Ort verfügbar. Gehen Sie auf eine Party, genügt ein kleiner Adapter, um die Stereoanlage per Audiokabel mit dem Kopfhöreranschluss des Telefons oder Tablets zu verbinden, und schon machen Sie mit Ihrer Musik Stimmung.

Allerdings benötigen Sie dafür einen speziellen MP3-Player, der die Anmeldung beim Speicherdienst übernimmt und die Titel bereits während der laufenden Übertragung abspielt. Wir haben mit sechs Cloud-Playern für Android einen ausführlichen Funktionstest durchgeführt. Wir überprüften die Apps nach Funktionen wie einer Suche, einem Cache und einem Shuffle-Modus, Sortiermöglichkeiten nach Interpret, Album und Genre sowie einer Möglichkeit zum Anlegen von Playlisten. Auch Downloads sollten schnell und einfach möglich sein, falls die verfügbare Bandbreite für ein unterbrechungsfreies Streaming nicht ausreicht. Für Extras wie einem Equalizer gab es Sonderpunkte. Für den Test verwendeten wir ein Google Galaxy Nexus 10 mit Android 5.1.1.

Amazon Music

Amazon stellt seinen Kunden sämtliche jemals gekauften CDs und MP3-Dateien kostenlos in seinem Cloud-Speicher zur Verfügung. Dazu gibt es mit Amazon Music auch den passenden Cloud-Player, der nur ein echtes Manko hat: Er eignet sich ausschließlich für Amazon. Andere Cloud- Dienste unterstützt er nicht.

Cloud Player Amazon

© Screenshot PC-Magazin

Beim Design seines Cloud-Players hat Amazon auf seine riesige Bilddatenbank zurückgegriffen.

Die Oberfläche ist professionell gestaltet, zu sämtlichen Künstlern blendet die App Fotos oder Abbildungen der CD-Cover ein. Die deutschsprachige App gestattet eine Auflistung der Titel nach Künstlern, Alben, Songs und Genres. Playlists sind vorhanden, ein Shuffle-Modus sorgt für Abwechslung im Musikprogramm. Das Herunterladen von einzelnen Titeln und ganzen Alben ist zügig erledigt, die Suchfunktion funktioniert ebenfalls sehr schnell. Der Praxistest verlief durchweg positiv: In mehreren Stunden kam es zu keinem einzigen Aussetzer, selbst wenn im Sekundentakt zwischen den Titeln gewechselt wurde.

Beat - Cloud & Musik Player

Das deutschsprachige Beat unterstützt die vier wichtigsten Cloud-Speicherdienste Box.com, Dropbox, Google Drive und Microsoft OneDrive.

Beat Cloud & Musik Player

© Screenshot PC-Magazin

Beat blendet das Cover nur bei ganzen, in Ordnern vorgehaltenen Alben ein.

Für jeden Dienst legt die App einen eigenen Cache an, den man auf ein vorgegebenes Maximum von 200 MByte und ein Minimum von 100 MByte begrenzen kann. Falls man darauf verzichtet, kann seine Größe auf mehrere Gigabytes anwachsen. Die Musikstücke und Alben präsentiert der Player alphabetisch sortiert. Eine Suchfunktion fehlt, was die Bedienung erschwert. Playlisten sind vorhanden, eine Shuffle-Funktion jedoch nicht.

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Die Oberfläche der App wirkt grobschlächtig. Beat blendet bei Alben das Cover ein, nicht jedoch bei Einzeltiteln. Auf Wunsch aktiviert Beat die schwebende Steuerung: Sie lässt sich an einen beliebigen Bildschirmrand platzieren und bleibt auch beim Aufruf anderer Apps sichtbar. Lob verdienen der fünfkanalige Equalizer und der Sleep Timer, der die Musikwiedergabe zu einer vorgegebenen Zeit beendet.

Im Test kam Beat mit allen Cloud-Diensten gut zurecht. Dass die App während eines Downloads bei gleichzeitiger Wiedergabe kleine Aussetzer produziert, stört hingegen. Nur wenn die Musik aus dem lokalen Cache kommt, tritt der Effekt nicht auf.

CloudAMPZ Free

Das englischsprachige CloudAMPZ Free unterstützt Box.com, Dropbox, Google Drive und OneDrive. Es besitzt eine eintönige Oberfläche, die im Wesentlichen aus einer alphabetischen Listenansicht besteht. CD-Cover erscheinen nur bei einigen heruntergeladenen Titeln. Der einzige Unterschied zur kostenpflichtigen Version der App ist die eingeblendete Werbung.

Cloud AMZP Free

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Bei CloudAMPZ Free besteht die Oberfläche im Wesentlichen aus einer Listenansicht.

Das Bedienkonzept ist umständlich: In der Übersicht des Cloud-Speichers tippt man den gewünschten Song an oder markiert gleich mehrere Titel. Anschließend überträgt CloudAMPZ die Auswahl in die lokale Playliste, wo erst ein weiteres Antippen die Wiedergabe startet. Dadurch lassen sich jedoch Songs aus mehreren Cloud-Quellen sehr einfach mischen und im Shuffle-Modus abspielen. Eine Kategorisierung nach Künstlern, Alben oder Genres fehlt. Als Extra gibt es einen zuschaltbaren, fünfkanaligen Equalizer.

Im Test nervte zwar die umständliche Bedienung. Dennoch erwarb sich die App Respekt, da sie die Wiedergabe sofort mit dem Beginn des Downloads startete, ohne dass eine Unterbrechung hörbar gewesen wäre.

CloudAround

Das englischsprachige, kostenpflichtige CloudAround wirkt auf den ersten Blick wie der Champion unter den Cloud-Playern: Die Software bietet eine Einteilung nach Künstlern, Alben, Songs, Ordnern oder Playlisten, verfügt über eine Suchfunktion, blendet zu jedem Song das CD-Cover ein und füllt den Desktop-Hintergrund mit einem Foto des aktuellen Interpreten oder der Gruppe aus. Neben Box.com, Dropbox, Google Drive und OneDrive unterstützt das Programm auch noch die Dienste SugarSync, Amazon S3 und CloudFiles. Die Cache-Größe lässt sich über die Zahl der maximal vorgehaltenen Songs einstellen. Ein Equalizer ist nicht vorhanden.

CloudAround

© Screenshot PC-Magazin

CloudAround bietet eine schöne Oberfläche, stürzte im Test aber regelmäßig ab.

Im Praxistest kam die Enttäuschung: Für seine Suchfunktion baut CloudAround einen Index der in der Cloud gespeicherten Titel auf, was jeweils einige Minuten dauert. Beim Indexieren von OneDrive stürzte die Software regelmäßig ab und fror dabei das Android-Gerät ein. Erst ein Reboot machte das Tablet wieder bedienbar. Auch beim Abspielen der Songs traten immer wieder Abstürze auf, und zwar bei allen Cloud-Diensten. Ein Test auf einem älteren Smartphone mit Android 4.2.1 brachte dasselbe Ergebnis.

Just Player

Der englischsprachige Just Player ist die mit Abstand teuerste App in der Übersicht. Pro Cloud-Dienst fallen zwischen 2 und 3 Euro an, für sämtliche zusammen 7,26 Euro. Unterstützt werden Ampache, Box.com, Dropbox, Google Drive und OneDrive. Die Oberfläche des Programms ist spartanisch karg und textorientiert. Ärgerlicherweise überdeckt die transparente Bedienleiste am unteren Bildschirmrand die Titelliste des aktuell ausgewählten Songs. Die Titel lassen sich wahlweise alphabetisch oder nach dem Erstelldatum ihres Ordners auflisten. Immerhin gibt es die Möglichkeit, Playlisten anzulegen.

Just Player

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Just Player speichert die abgespielten Lieder in einem Cache, der sich jedoch nur löschen, nicht begrenzen lässt. Auch ein Fünfkanal-Equalizer ist vorhanden. Als Komfortfunktionen gibt es eine Songtext-Suche, die allerdings nur zu Google verlinkt, sowie einen Tag-Editor. Was fehlt, ist ein Shuffle-Modus.

Im Test kassierte Just Player Minuspunkte für seine umständliche und teilweise unklare Bedienung sowie für das lieblose Design. Zudem verzeichneten wir einige vereinzelte Abstürze des Programms.

Music Drop 'n Play

Music Drop 'n Play wurde schlecht ins Deutsche übersetzt, wie Befehle wie Klare Musik-Art-Cache zeigen. Die App ist auf die Wiedergabe von Titeln bei Dropbox beschränkt und eher umständlich zu bedienen. Standardmäßig werden die Titel nach dem Datum ihrer Aufnahme in die Playlist geordnet, alternativ gibt es die Ordnung nach Künstlern und Alben. Das Programm ist das einzige in dieser Übersicht, das nur im Hochformat angezeigt werden kann.

Der Entwickler hat einen Shuffle-Modus und die Wiedergabe in einer Endlosschleife eingebaut. Die Cache-Größe lässt sich stufenweise einstellen. Als Zusatzfunktion ist eine nicht weiter erklärte Fernsteuerung eingebaut, dafür fehlt jedoch ein Equalizer. Die Oberfläche ist eher schlicht gehalten, bei den einzelnen Songs werden lediglich Icons der zugehörigen Alben eingeblendet. Beim Ausprobieren der App nervte vor allem das Bedienkonzept. Gleichzeitig fiel die Software aber auch durch ihre langen Ladezeiten beim Download der Titel unangenehm auf.

Cloud Player im Überblick

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Fazit

Rundum perfekt ist keines der vorgestellten Programme. Amazon Music ist fehlerfrei und voll nützlicher Funktionen, aber eben auf einen Dienst beschränkt. Unter den unabhängigen Playern macht Beat den besten Eindruck, nur mit dem Problem der kleinen Aussetzer bei der Wiedergabe von im Hintergrund heruntergeladenen Titeln sollten sich die Entwickler noch einmal beschäftigen. Als störungsfreie, allerdings recht einfach gestrickte Alternative bietet sich CloudAMPZ Free an.

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