Phantom Sound

Canton DM 90.2

Canton DM 90.2

© Josef Bleier, Stefan Rudnick, Hersteller

Der Canton DM 90.2 kostet 1.350 Euro.

Pro

  • tonal sehr gut, sauberes Rundstrahlverhalten, klasse Bass

Contra

  • Maximalpegel etwas begrenzt

Der Canton DM 90.2 gleicht nicht nur die Klangarmut der Flachbildschirme aus. Selbst bekennende Hi-Fi-Freaks werden sich vom guten Ton des Top-Soundbars mit integriertem Subwoofer mitreißen lassen.

Links und rechts agieren zwei 11 Zentimeter große Koaxial-Chassis und in der Mitte vier 11er-Tieftontreiber. Auf den ersten Blick könnte man sagen: Das ist aber wenig Membranfläche für einen Subwoofer. Doch dank der von Canton eigens entwickelten Wave-Sicke schaffen die Bass-Chassis einen deutlich höheren linearen Hub als gewöhnliche Pendants dieser Größe.

Frequenzgang Canton DM 90.2

© Josef Bleier, Stefan Rudnick, Hersteller

Ein Frequenzgang wie ein Strich - so klappt es auch mit dem Klang. Maximalpegel eingeschränkt, Tiefbass sehr gut.

Da beide Faktoren - Hub und Fläche - in die Basskalkulation mit eingehen, stellt der DM 90.2 für seine Größe ein erstaunliches Potenzial zur Verfügung. Unterstützt von der SC-Technik, also von einem auf die Bassreflexresonanz abgestimmten elektrischen Hochpassfilter, liegen die untere Grenzfrequenz immerhin bei 38 Hertz und der Maximalpegel bei 94,5 Dezibel.

Vier digitale und zwei analoge Eingänge sollten ausreichen, um alle Zuspieler anzudocken, zumal ein FM-Tuner schon integriert ist. Die lernfähige Fernbedienung auf Infrarot- und Funkbasis bietet nach näherer Betrachtung der Bedienungsanleitung unzählige Features, wie sechs Presets für individuelle Einstellungen etwa von Bass- und Höhendosis, drei Equalizer für die vorderen Kanäle sowie einen für den Subwoofer, um etwaige Bassprobleme im Raum zu entschärfen.

Koaxial-Chassis

© Josef Bleier, Stefan Rudnick, Hersteller

Die Koaxial-Chassis mit der Hochtonkalotte vor dem Tief-/Mitteltöner garantieren eine weitestgehend punktförmige Abstrahlung und mithin eine gute Tonalität auch außerhalb der Achse.

Neben Dolby-Digital- und DTS-Decodern verwendet Canton eine Signalverarbeitung mit Namen SRS Tru Surround XT. Warum orten wir ein Schallereignis etwa von hinten links? Weil unser Gehirn drei Dinge analysiert: den Laufzeit- und Pegelunterschied zu den beiden Ohren sowie die Übertragungsfunktion, die unsere Ohren aus dieser Richtung wahrnehmen.

Entzerrt man nun etwa den Surround-Left-Kanal derart und spielt ihn über den Soundbar vorne ab, so hat man den Eindruck, als käme das Schallereignis von hinten links.

Wie gut das funktioniert, zeigte sich im Hörtest sehr eindrucksvoll. Zwar funktioniert dieser Trick richtig gut nur in einer kleinen Hörzone, doch selbst außerhalb sind die Basisbreite und der Raumeindruck deutlich größer.

Hinzu kommt, dass die Tonalität der Chassis sehr ausgewogen ist, was einen realistischen Eindruck des Tongeschehens hinterlässt. Stimmen werden korrekt wiedergegeben und die Tiefen - etwa beim Heimkinospektakel The Dark Knight - kamen satt und sauber herüber.

Fazit: Der Canton DM 90.2 gehört zu den besten Soundbars, die wir bislang in unserem Hörraum getestet haben.

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