Mit dem Strom

Bronze, Silber, Gold oder Platin?

  1. Kaufberatung PC-Netzteile - So sparen Sie richtig Geld
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Je höher der Wirkungsgrad wird, desto marginaler fallen die Unterschiede zwischen den einzelnen Effizienzklassen bei der Stromrechnung aus. Ob nun ein "Gold" oder "Platinum" zertifiziertes Netzteil im Rechner werkelt, würde bei unserem 2-Stunden-Szenario bei 100 Watt Nettoleistung gerade mal 34 Cent pro Jahr ausmachen, beim 8-Stunden Büroeinsatz wären es 74 Cent und im 24/7-Betrieb 4,05 Euro.

Selbst ein 300-Watt Spielerechner käme bei zwei Stunden heftigem Gezocke pro Tag mit Platin statt Gold läppische 1,01 Euro billiger. Keine Frage: Der Trend zu immer effizienteren Netzteilen ist begrüßenswert, das Sparpotenzial wird jedoch zunehmend geringer und das Klima unseres Planeten retten Netzteile mit 94 statt 92 Prozent Wirkungsgrad wohl nicht.

Sparpotenzial in doppelter Hinsicht bietet hingegen die optimale Dimensionierung. Den einen oder anderen mag es beruhigen, wenn er die Stromversorgung seines Rechners in den sicheren Händen eines 800-Watt-Boliden weiß, auch wenn dessen maximaler Leistungsbedarf nur die Hälfte beträgt. Doch für extreme Leistung verlangen die Netzteil-Hersteller nicht nur einen satten Preisaufschlag, sondern auch die Effizienz leidet unter einer überdimensionierten Stromversorgung.

Zertifikat 80 Plus 80 Plus Bronze 80 Plus Silver 80 Plus Gold 80 Plus Platinum
Wirkungsgrad 20% Last 80 81 85 88 90
Wirkungsgrad 50% Last 80 85 89 92 94
Wirkungsgrad 100% Last 80 81 85 88 91

Weniger ist mehr

Schließlich hat es einen Grund, dass die Vorgaben der "80Plus.org" erst bei Lasten über 20 Prozent beginnen und der höchste Wirkungsgrad bei 50 Prozent gefordert wird. Bei geringer Last verschlechtert sich der Wirkungsgrad technisch bedingt zunehmend und auch der Powerfaktor - sprich der Verhältnis zwischen Wirk- und Scheinleistung - wird immer ungünstiger.

Das macht sich zwar nicht bei der Stromrechnung bemerkbar, nervt aber den Energieversorger, der die Leistung zur Verfügung stellen muss und sorgt überdies für Übertragungsverluste im Stromnetz.

Entsprechend empfiehlt es sich, bei der Dimensionierung des Netzteils nicht allzu arg in die Vollen zu gehen. Für normale Office-Rechner sind 350 bis 400 Watt allemal ausreichend und auch für die meisten Gaming-PCs reichen 550 bis 600 Watt im wahrsten Sinne des Wortes spielend. Lediglich bei Rechnern mit stromhungrigen High-End-Grafikkarten im SLI- bzw. Crossfire-Verbund machen 800 Watt oder mehr Sinn.

Anschlussfragen

Sollten Sie den Bau solch eines Super-Spiele-PCs erwägen, muss das Netzteil entsprechend viele PCIe-Anschlüsse bereitstellen. Während Low-End-Grafikkarten in der Regel ohne extra Stromversorgung auskommen, benötigen Mid-Range-Karten meist einen, High-End-Grafikkarten gar zwei zusätzliche 12-Volt-Anschlüsse.

Bei zwei High-End-Grafikkarten im SLI-Verbund sind also schon vier PCIe-Anschlüsse - möglichst auf ebenso viele Rails aufgeteilt - notwendig. Natürlich sollten auch für Festplatten, DVD-/Blur-ay-Brenner und die bei hochwertigen Gehäusen übliche Lüfterschar genügend Anschlüsse bereit stehen.

Da eine große Anzahl an Anschlussmöglichkeiten recht schnell zu einem unschönen Kabelwirrwarr führt, haben sich in der Oberklasse seit einiger Zeit Netzteile mit modularem Kabelmanagement verbreitet. Dies hat den Vorteil, dass man am Netzteil nur die Strippen anschließen muss, die man auch wirklich benötigt.

Rüstet man später Komponenten nach, muss man lediglich das entsprechende Stromanschlusskabel hinzustecken. Allerdings hat das Ganze auch seine Kehrseite. Neben den meist spürbar höheren Kosten für ein modulares Netzteil, bilden die zusätzlichen Steckverbindungen, gerade wegen den teilweise sehr hohen Ströme, eine zusätzliche Störquelle.

Leisetreter

Geregelte Lüfter gehören bei modernen Netzteilen für den Nachrüstmarkt inzwischen zum Standard. Tendenziell - wenn auch nicht immer - gilt, je größer der Lüfterquerschnitt (z.B. 120 mm) desto weniger Drehzahl reicht aus, um die gewünschte Kühlung zu erreichen und desto leiser ist auch das Netzteil.

Vom Einsatz passiv gekühlter Netzteile ist eher abzuraten. Der dadurch fehlende Luftstrom im Rechnergehäuse wird nur allzu leicht anderen passiven Komponenten im PC wie den Spannungsreglern auf dem Mainboard zum Verhängnis.

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