Oppo vs. Cambridge

Cambridge Azur 752BD und OPPO BDP-103D im Test

Moderne High-End-Blu-ray-Player entwickeln sich zu wahren Medienzentralen und Hochbit-Jongleuren für Bild und Ton. video hat einen Audiospezialisten von Cambridge und einen besonderen Video-Könner von OPPO ins Visier genommen.

  1. Cambridge Azur 752BD und OPPO BDP-103D im Test
  2. Unterschiede, Bild und Ton
Blu-ray-Player

© Julian Bauer/Hersteller

Zwei Blu-Ray-Player im Test

Cambridge Azur 752BD (1.400 Euro)

Pro

  • edel anmutende Haptik und Verarbeitung
  • viele Anschlüsse
  • gute Feindynamik

Contra

Fazit

Testurteil: sehr gut, 89 Preis/Leistung: sehr gut

Oppo BDP-103D (820 Euro)

Pro

  • clever gestaltete Fernbedienung
  • viele Anschlüsse
  • beste Bildqualität

Contra

Fazit

Testurteil: sehr gut, 89 Preis/Leistung: überragend

Blu-ray-Player wie unsere beiden Testkandidaten haben sich in den letzten Jahren zu wahren Schweizer Offiziersmessern der digitalen Audio- und Videotechnik entwickelt. Der Cambridge Azur 752BD und der OPPO BDP-103D gehören, was Fähigkeiten und Performance angeht, zum Besten, was es für Bild- und Tonverarbeitung bislang je gegeben hat. Zwar ist manch ein preiswerter Plastik-Player heute mit mehr "Smart Apps" versehen, aber hier geht es schlicht um Qualität von Bild und vor allem Ton.

Fast scheint es vergessen: Hochauflösendes digitales Audio begann vor knapp 20 Jahren mit der Einführung der DVD. Die kann seit Anbeginn PCM-Stereoton mit 24 Bit und 96 Kilohertz übertragen, optional sogar bis 192 kHz. Auch die Standardauflösung von Dolby Digital und DTS betrug schon Jahre vor der Einführung von DVD-Audio und SACD 24 Bit bei 48 kHz. Traditionell beherrschen die Decoder-Chips von DVDund Blu-ray-Playern hochauflösende Tonformate also schon seit je her - und das spätestens seit der Einführung von DVD-Audio und SACD vor gut 15 Jahren sogar in Surround.

So verwundert es wenig, dass es einige ernstzunehmende Modelle wie die getesteten Player von Cambridge und OPPO gibt, die sich bei Bild und Ton nach vorne spielen und im Extremfall einige traditionelle HiFi-Geräte ersetzen können.

Cambridge Azur 752BD

© Cambridge

Der Cambridge Azur 752BD bietet aufwendige D/A-Wandler- und Analogtechnik mit separater Stereo-Sektion und ATF2-Upscaling sowie die Digitalaudio-Eingänge zur Wandlung externer digitaler Tonquellen

Gemeinsamkeiten

Schauen wir uns einmal genau an, welche Fähigkeiten beide Geräte beherrschen. Sie basieren auf dem gleichen Laufwerk und der gleichen Mutterplatine.

Zunächst spielen sie alle gängigen Scheibenformate von der CD über DVD-Video und -Audio über SACD bis zur 3D Blu-ray Disc. Die Player decodieren sogar HDCD und alle Audio-Auflösungen aller normierten Formate von PCM über DSD bis zu den Codec-Paketen von Dolby und DTS. Fotos, Musik und Videos können zudem auf gebrannten Disks gereicht werden. Auch alle USB-Anschlüsse dürfen Dateien vom Memory- Stick oder von einer Festplatte liefern. Auch das lokale Netzwerk kann eine Datenquelle sein.

Der integrierte Abspieler erkennt nicht nur Mediaserver, sondern liest sogar freigegebene Laufwerke (NFS oder SMB). Da sich der Player auch als UPnP-/DLNA-Renderer im Netzwerk anmeldet, kann man auch mit externen Programmen oder Apps Daten in den Player schicken, etwa mit dem Windows Media Player oder mit einem beliebigen Tablet oder Smartphone mit Apps wie UPnPlay oder PlugPlayer.

OPPO

© Julian Bauer/Hersteller

OPPO bietet - ebenso wie Cambridge - zwei USB-Buchsen für ein WLAN-Dongle (liegt serienmäßig bei) plus Festplatte gleichzeitig. Super: die zwei HDMI-Eingänge (einer frontseitig) für externe AV-Quellen.

Viele Eingänge

Wenn man schon einen so hochwertigen Prozessor für Bild und Ton verbaut, sollten ihn auch andere Geräte in derselben Anlage verwenden, dachten sich die Entwickler und bauten ein paar Eingänge an den Player. Beide Modelle bieten je einen HDMI-Eingang vorder- und rückseitig. Damit lässt sich das highendige Videoboard auch für externe Geräte wie etwa einen Sat-Receiver nutzen.

Das hat das Testteam auch probiert, und es verblüfft immer wieder, wie viel ruhiger, detailreicher, klarer und knackiger das Fernsehbild vor allem von Standard-Definition-Sendern wird. Auch die 720p-Auflösung der Öffentlich- Rechtlichen gewinnt auf der Leinwand des Testkinos an Details, vor allem beim OPPO.

ATF2 (Adaptive Time Filtering)

© Julian Bauer/Hersteller

ATF2 (Adaptive Time Filtering) nennt Cambridge seine Upsampling-Technik für Digitaltonsignale, die die Briten gemeinsam mit den Schweizer Signalverarbeitungsspezialisten Anagram Technologies entwickelt haben.

Doch die Player bieten weitere HDMI-Tricks. Der vordere HDMI-Eingang ist MHL-kompatibel (Mobile High-Definition Link) zum direkten Anschluss moderner Tablets und Smartphones mit HD-Bild und -Ton. Selbst die zwei HDMI-Ausgänge haben mit ARC (Audio Return Channel) einen Trick auf Lager: Wenn man einen Sat- oder Kabelempfänger nutzt, der im Fernseher eingebaut ist, bekommt man hiermit den Digitalton in den Player und seine highendigen D/A-Wandler - und das ohne zusätzliche Kabel. Der Cambridge bietet darüber hinaus je einen optischen und einen Cinch-Digitalaudio-Eingang für weitere digitale Tonquellen.

Summa summarum klingt das fast schon nach der Funktionalität eines ausgewachsenen AV-Vorverstärkers, nur eben mit integriertem Streaming und Blu-ray-Player. In der Tat sind beide Player auf diese Weise einsetzbar, denn das Bassmanagement mit Einmessmöglichkeiten und der vergleichsweise feinstufig regelbare analoge Mehrkanal-Ausgang erlauben den direkten Betrieb von Endstufen oder Aktivlautsprechern. Sogar an die regelbare Audioverzögerung (Lip Sync) zur Synchronisation von Bild und Ton haben die Ingenieure gedacht (einige Puristen praktizieren das).

Innere des OPPO BDP-103D

© Julian Bauer/Hersteller

Ein Blick durch den Deckel des OPPO BDP-103D lässt erkennen, wie sauber die Mutterplatine und das Laufwerk, die auch der Cambridge verwendet, verarbeitet sind. Das gekapselte Laufwerk entkoppelt seine Laser in drei ineinander verschachtelten Subchassis, die Vibration und Schall abhalten. Unter den Kühlrippen sitzt der MediaTek-Decoder. Cambridge platziert seine eigene D/A-Wandlung und Analogsektion anstelle der serienmäßigen auf einer weiteren Platine.

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