Blu-ray-Komplettsysteme

Harman/Kardon BDS680 und Teufel Impaq 7000 im Test

Komplettanlagen sind erst vollständig, wenn jedes Einzelteil seinen richtigen Platz hat. Dabei ist Teamwork gefragt, damit echtes Heimkino-Feeling aufkommt. Teufel und Harman/Kardon haben zwei edle Blu-ray-Komplettsysteme ins Rennen geschickt.

Harman/Kardon BDS 680

© Josef Bleier, Stefan Rudnick, Hersteller

Harman/Kardon BDS 680

Pro

  • viele Anschlüsse
  • innovative Bedienung
  • Bluetooth, AirPlay

Contra

  • wenig pegelfester Klang
  • hoher Standby-Verbrauch

Oberhalb von 500 Euro wird die Luft für komplette Blu-ray-Anlagen dünn. Nur wenige Anbieter haben in diesem für Heimkino-Einsteiger eben doch gehobenen Preissegment Komplettanlagen aus Blu-ray-Player, integriertem Verstärker und einem 5.1-Kanal-Boxen-Set am Start. Vor allem die US-Traditionsmarke Harman/Kardon und der Anlagen-Newcomer Teufel füllen die Marktlücke. Der Berliner  Direktversender ist erst vor wenigen Jahren vom reinen Boxen- zum Audio-Video-Elektronikanbieter aufgestiegen. Mit Erfolg: Er baut gute Komponenten zu attraktiven Preisen.

Blu-ray-Receiver

Pro

  • kräftiger Klang
  • 7.1-Technik
  • solide Boxenklemmen am Receiver

Contra

  • nur zwei HDMI-Eingänge
  • schlichtes Menü
  • keine Einmess-Automatik

Teufel liefert mit der Impaq 7000 einen brandneuen Blu-ray-Receiver, der erstmals auch 3D-Discs abspielt und gegenüber seinem Vorgänger ein verbessertes Steuerungskonzept vorweisen kann. Auch die Harman/Kardon-Steuerzentrale bietet 3D-Playback, sie wandelt sogar zweidimensionale Filme in 3D um. Beide Geräte setzen nicht nur auf die Disc-Wiedergabe, sondern auch auf Netzwerk-Funktionen. Harman stattet seinen Receiver mit einem Dualband-WLAN-Empfänger mit zwei externen Antennen aus. Zudem hat der BDS680 ein Herz für Smartphone-Besitzer: Musik von iPhone und iPad spielt er via AirPlay, mit Android-Geräten nimmt er per Bluetooth und NFC Kontakt auf. Teufels Pendant ist dagegen nur per Kabel vernetzt.

In puncto Wiedergabetalente mit digitalen Multimedia-Daten schenken sich die beiden Kontrahenten nichts: Sie spielen so ziemlich alle Audio- und Video-Varianten ab, die man ihnen per USB, Netzwerk oder Disc anreicht. Der Harman-Receiver streikte allerdings im Test hin und wieder bei der Kontaktaufnahme mit den üppig befüllten Netzwerk-Medien-Servern mit Twonky-DLNA-und Windows-Media-Software in der Testumgebung. Solche Probleme gab es beim Teufel-Receiver nicht. Dieser verweigerte dafür die Wiedergabe mancher 1080p-Videos.

Heimkino: Blu-ray-Player und Video-Streaming

Die Entwickler konnten das Problem nachvollziehen und gelobten umgehend Besserung - über ein baldiges Software-Update. Das ist der Vorteil der Netzwerker: Beide Geräte können bei Bedarf ein neues Betriebsprogramm vom jeweiligen Firmen-Server laden.

Teufel Impaq 7000

© Josef Bleier, Stefan Rudnick, Hersteller

Der Bassreflex-Subwoofer bietet ein üppiges Volumen von 24 Litern. Als Schallwandler dient ein 20-Zentimeter- Downfiring-Chassis.

Innovatives Bedienkonzept

Beim Erstkontakt mit dem Blu-ray-Receiver des BDS680 fällt auf, dass hier ein Steuerungs-Experiment gestartet wurde. Das Hauptmenü bietet kaum Text, sondern ein Mosaik aus 15 Symbolen in grauen Kästchen. Die Icons sind geläufig, sodass jeder halbwegs technikaffine Nutzer sie intuitiv versteht. Alle anderen erhalten einen Hilfetext, sobald sie ein Kästchen mit der Fernbedieung auswählen. In den weiteren Menüs finden sich die gleichen Symbole wieder: Bluetooth, AirPlay, Disc, Fotos, Videos, Musik etc.Das Ganze wirkt aufgeräumt und angenehm strukturiert. Ähnlich gut sortiert ist die Fernbedienung, allenfalls vermisst man eine Zehnertastatur für die Titel-Direktanwahl.

Harman/Kardon BDS 680 Hauptmenü

© Josef Bleier, Stefan Rudnick, Hersteller

Das ultraschlichte Menü passt voll und ganz zum Harman/Kardon-Design. Im Hauptmenü wählt man alle Funktionen über die Icons.

Teufel setzt auf ein klassisches Hauptmenü, in dem man unter dem Menüpunkt Meine Medien auf Laufwerk, USB-Speicher oder Netzwerk-Medien-Server zugreift. Das ist ähnlich eingängig, nur weniger stylish.Was die Detailfunktionen betrifft, bieten beide Systeme ein ähnlich gutes Bedienkonzept mit Blick für praktische Details. CD-Covers etwa zeigen beide Geräte aus praktisch jedem Musik-Dateiformat an. Das ist bei netzwerkfähigen Blu-ray-Playern nicht selbstverständlich.

Mustergültige Disc-Player

Im Heimkino spielen DVDs und Blu-ray Discs die erste Geige. Teufel und Harman/Kardon wissen das und ließen im Test nichts anbrennen. Die Laufwerke lasen Blu-ray Discs und DVDs zügig ein und boten in puncto Bildqualität eine tadellose Vorstellung. Der Harman schlug den Teufel um Haaresbreite mit einer etwas feineren und differenzierteren DVD-HD-Skalierung. Teufel konterte mit satten Kontrasten und einem erstklassigen Rauschverhalten. Blu-ray Discs spielten beide in Top-Bildqualität ab, allenfalls wirkten feine Farbschattierungen des Harman nuancenreicher.

Harman/Kardon BDS 680 Rückansicht

© Josef Bleier, Stefan Rudnick, Hersteller

Zwei analoge und drei digitale Audioquellen sowie drei HDMI-Zuspieler lassen sich an den Harman-Receiver anschließen.

Hörtest

Größer sind die Unterschiede zwischen den Komplettsystemen im Tontest. Beide Hersteller setzen auf 5.1- Boxen-Sets mit kompakten Satellitenboxen, allerdings sind die von Teufel ein Stück größer und stabiler als die Harman-Böxchen. Alle Satelliten sind in THX-Manier mit einem Hochtöner zwischen zwei Tief-Mittelton-Chassis bestückt.

Heimkino: Lautsprecher und AV-Receiver

Harman dagegen spendiert nur dem Center zwei Tieftöner, die Front- und Rear-Satelliten müssen mit einer klassischen Zwei-Wege-Bestückung auskommen. Teufel kann auch 7.1-Kanalton: Über Cinch-Vorverstärker-Ausgänge am Receiver und separate Endstufen sind die Rear-Kanäle aktivierbar. 

Teufel Impaq 7000 Hauptmenü

© Josef Bleier, Stefan Rudnick, Hersteller

Das Hauptmenü des Teufel-Receivers gliedert sich nach Medienquellen, Blu-ray- und Audio-Einstellungen sowie externen Zuspielern.

Ein weiterer Unterschied: Harman liefert einen Aktiv-Subwoofer, Teufel stattet den Blu-ray-Receiver mit sechs Endstufen aus und befeuert mit einer davon einen passiven Bassreflex-Sub. Der bietet mehr Volumen als sein Pendant von Harman - genauso wie das ganze Teufel-Set.

Im Stereo-Durchgang mit klassischer Musik lieferte das Teufel-Set eine leicht verhaltene Hochtonvorstellung. Doch ging es in gehobenen Pegeln kräftig zur Sache, dann behielt es souverän den Überblick und offenbarte im 2.1- und 5.1-Betrieb eine partytaugliche Spielfreude.

Das Harman-Set klang in gehobener Zimmerlautstärke einen Tick klarer, doch im Filmton wirkte das Klanggerüst ein bisschen zu zaghaft. Dialoge etwa ertönten nicht ganz so voll, Gesang etwas dünn. Im Übernahmebereich zwischen dem Subwoofer und den Satelliten fehlten offenbar ein Tick Spielbass und Grundton. Die Lautstärke des Impaq 7000 schaffte das BDS680 nicht - zumindest nicht mit natürlichem Klangeindruck.

Fazit

Nach Punkten geht der Testsieg an Harman. Das BDS680 ist vor allem wegen der üppigen Ausstattung - inklusive AirPlay, Bluetooth und drei HDMI-Eingängen - eine gute Wahl. Doch wer vor allem Wert auf eindrucksvollen, spielfreudigen Kinoklang legt, sollte das Teufel Impaq 7000 ausprobieren und kann dabei sogar ein paar Hundert Euro sparen.

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