Das richtige Blitzgerät für Nikon, Canon und Co.

Blitz kaufen: Darauf müssen Sie achten

Ob Aufsteckblitz oder Studioblitz - Sie überlegen, Ihrer Fotoausrüstung ein oder mehrere Blitzgeräte hinzuzufügen? Wir beantworten die wichtigsten Fragen rund um Leitzahl und Co, beraten Sie umfassend und verraten, worauf es beim Blitz wirklich ankommt.

  1. Blitz kaufen: Darauf müssen Sie achten
  2. Funktion und Einsatz
  3. Steuerung und Hersteller
Blitz Aufsteckblitz Kauf-Beratung Guide

© Nissin; Metz; Olympus/ Montage: WEKA

Unser Ratgeber erklärt, worauf Sie beim Blitz-Kauf achten müssen.

Moderne Aufsteck- oder Systemblitze sind dank der Automatiksteuerung durch die Linse (TTL-Technik) sehr einfach zu bedienen. Vorbei die Zeiten, als nur umständliche Leitzahlberechnungen und Abstandsschätzungen zu einem richtig belichteten Bild führten. Mehr noch - die jüngsten Entwicklungen erweitern die Kommunikationsmöglichkeiten der Kamera mit verbundenen Blitzen, sodass sie zunehmend Aufgaben von Studioblitzanlagen übernehmen.

Außerdem bieten die Aufsteckblitze von Canon, Nikon, Sony und Co. ständig mehr Blitzpower und bessere Einstellmöglichkeiten. Dabei bemühen sich die Hersteller von Kameras, ihre Blitze möglichst exklusiv für ihre Kameras zu gestalten. Doch spezialisierte Zubehöranbieter wie Metz halten mit und überraschen immer wieder mit intelligenten Innovationen.

Beim Preis geht es im wesentlichen streng nach Leitzahl. Je größer die Lichtausbeute, desto dicker und teurer der Blitz. Die schiere Power ist in der Praxis jedoch weniger ausschlaggebend, als die Möglichkeit, bei schwächer eingestelltem Blitz schnellere Bildserien zu realisieren. Tatsächlich kann ein potenter Blitz mehr kosten als die ganze Kamera. Deshalb sollte man vor dem Kauf überlegen, ob der Blitz zum kreativen Lichtgestalten eingesetzt wird - oder nur zum Hellmachen. Dafür reicht auch ein Gerät mit weniger Leistung.

Wozu ein Aufsteckblitz?

Sie haben vermutlich bereits konkrete Vorstellungen, wofür ihr Blitz eingesetzt werden muss - sonst hätten Sie diese Seite nicht aufgerufen. Dennoch ruft ein kurzer Überblick an dieser Stelle noch einmal die wichtigsten Möglichkeiten zum Einsatz des Blitzes in Erinnerung. Denn der gekaufte Blitz soll doch alle Fähigkeiten mitbringen, die nötig sind, um gerade Ihre Art spektakulärer Aufnahmen zu generieren:

  1. Eventfotografie: Der Klassiker - die Geburtstagsgesellschaft soll abends noch einmal schnell aufs Bild.
  2. Stroboskopfotografie: mehrere Phasen einer Bewegung sind auf einem Bild mit schwarzem Hintergrund vereint.
  3. Highspeed-Fotografie: Sie müssen schnelle Abläufe wie den zerplatzten Luftballon mit kurzer Belichtungszeit einfangen.
  4. Aufhellen: Es ist Tag, die Sonne brennt und das Model hätte harte Kontraste im Gesicht, würde es nicht vom Blitz zusätzlich erhellt.
  5. Großobjekt-Fotografie: Ganze Häuser werden mit kleinen Blitzen perfekt ausgeleuchtet.
  6. Portraitfotografie: zwei oder drei Systemblitze werden vom Kamerabody abgekoppelt und miteinander ausgelöst. Führung, Aufhellung Spitze - drei Lichtquellen ersetzen das Studio.
  7. Makrofotografie: Viel, möglichst gleichmäßiges Licht strahlt auf kleine Objekte nah vor der Linse.
  8. Lichtschranke: Sie sind gar nicht dabei, wenn der Blitz im exakten Moment auslöst.
  9. Fernblitz: Der Blitz steht zwar nahe am fotografierten Objekt - nur Sie stehen weit entfernt - aus welchen Gründen auch immer. Gut wenn der Blitz trotzdem auslöst.
  10. Makroshot: Sie haben sich auf die kleinen Dinge spezialisiert und brauchen große Blenden - und damit auch ein Blitzlicht.

Diese kleine Auflistung zeigt, wie stark der Aufsteckblitz die Kreativmöglichkeiten der Fotografie erweitert. Genau genommen ist Blitzen in Zeiten digitaler Vereinfachung des fotografischen Prozesses eine gute Möglichkeit, die Eigenen aus der Masse guter Bilder abzuheben. Doch nicht nur das: Gut geblitzt heißt Zeit gespart. Profis vermeiden aufwändige Retusche vor dem Rechner, um fehlende oder zu starke Kontraste auszubügeln. Gesagt sei aber: Wer einfach drauflos blitzt oder den falschen Blitz verwendet, schafft sich auch Probleme, die er ohne Blitz nicht gehabt hätte. Die richtigen Funktionen sind für beste Ergebnisse schon maßgeblich.

Welche Ausstattungsmerkmale sind elementar?

In den zehn oben gelisteten Anwendungsfällen sind die nötigen und möglichen Blitzfunktionen alle enthalten. Einige sollten zur Basisausstattung gehören - doch gerade hier trennt sich Spreu von Weizen:

Wer beispielsweise als rasender Reporter das Gruppenbild "abschießen" muss, der achtet auf den dreh- und neigbaren Blitzkopf. Blitze, die über Wand oder Decke umgeleitet werden, verlieren ihre Härte und geben die Motive ohne harte Schlagschatten wieder. Außerdem vergrößert sich der auszuleuchtende Bereich - allerdings auf Kosten der Blitzintensität. Ein starker Blitz mit einer angegebenen Leitzahl um 50 bis 60 schadet nicht, wenn die feiernde Gruppe doch mal aus dem (Sucher)Rahmen zu fallen droht.

Partyblitzer sollten bedenken, dass es meist dunkel ist, wenn geblitzt wird: Eine helle und klare Tasten- und Displaybeleuchtung ist Gold wert - ebenso der einfache Arretierhebel für den Blitzschuh - oft hat der Fotograf nur eine Hand frei, um das Gerät auf die Kamera zu stecken. 

Der neigbare Blitzkopf sollte auch wirklich neigen - und zwar um sieben Grad nach unten, sonst erreicht er nämlich Motive direkt zu Füßen des Fotografen nicht. Auch wenn kleine Objekte in Vitrinen abgelichtet werden sollen, ist diese Neigeeinrichtung praktisch. Genauso praktisch wie der Diffusor, der für besonders weite Aufnahmewinkel oben aus dem Blitzkopf gezogen wird. Wer ein Portrait schießen will, der klappt statt des Diffusors den Eye-Catcher aus - eine kleine weiße Platte, die den Blitz zwar nach oben abschattet - aber für einen netten Augenreflex sorgt. Das gibt manchem Portrait Pfiff.

Ausklappbarer Diffusor mit Eye-Catcher und Drehkopf

© Oloong

Zur Grundausstattung des Blitzes sollte der Dreh-Neigekopf und der ausklappbare Diffusor mit Eye-Catcher gehören.

Bei den meisten Blitzen steckt hinter einer tiefroten Plastikscheibe ein Autofokus-Hilfslicht, das den Abstand zum Objekt misst - und im besten Fall an die Kamera übermittelt - denn ohne dieses würde der Autofokus der Kamera nicht arbeiten - alle Aufnahmen wären unscharf - und Sie können im Dunkeln auch nur begrenzt etwas erkennen. So einen Helfer haben zwar auch die meisten Kameras eingebaut, doch er wird erst sichtbar, wenn der integrierte Blitz ausklappt. Wenn aber ein starker Aufstecker auf dem Blitzschuh steckt, kann dieser meist recht schwache, integrierte Blitz gar nicht erst ausklappen.

Die Kommunikation zwischen Kamera und Blitz ist sehr vielseitig. Auch Daten über die verwendete Brennweite des angeschraubten Objektives kann die Kamera weitergeben. Dann fährt in Blitzkopf der Reflektor mit deutlich hörbarem Motorengeräusch in eine Position, die sicherstellt, dass ein passender Bildwinkel für diese Brennweite eingestellt ist. Steht dieser Reflektor auf Tele, etwa auf 85mm, dann ist sein Abstrahlwinkel enger und das Motiv heller als wenn er auf Weitwinkel steht (etwa bei 28mm). Weil die Hersteller die wichtigste Größe zur Helligkeitsbeurteilung von Blitzen - die Leitzahl - alle bei unterschiedlicher Reflektoreinstellung angeben, gibt es keine sichere Möglichkeit, auf den ersten Blick festzustellen, welcher Blitz im Angebot der hellere ist. Deshalb misst Colorfoto alle Blitze in seinem Messverfahren bei identischen Bedingungen selbst nach und legt die Leitzahl entsprechend fest. Darum sind in unseren Tabellen alle Blitze miteinander vergleichbar. Unsere Feststellung: Mancher Hersteller übertreibt mit seinen Angaben sichtlich.

Elementar am Blitz ist auch das Batteriefach. Einfach zu schließen und stabil sollte es sein, denn es wird oft gebraucht. Nur die besten Qualitäten und nur die teuersten Lithium-Ionen-Akkus haben in der Regel ein sinnvolles Durchhaltevermögen, Blitze sind Energiefresser. Gehen die Batterien in die Knie, was bei No-Name-Produkten nach kaum zwanzig Auslösungen spürbar ist, dann verlängert sich die Ladezeit, bis der Blitz wieder einsatzbereit ist. Da wird das Portrait-Shooting schnell zu einer langweiligen Angelegenheit. Dumm auch, wenn die Bereitschaftsanzeige des Blitzes, um seine Trägheit zu kaschieren zu früh aufleuchtet. Dann blitzt der Fotograf unter Umständen stets mit einer anderen Helligkeitsausbeute. Seine Bilder erscheinen unterschiedlich belichtet. Der Colorfoto-Blitztest entlarvt diese Frühzünder ebenfalls.

Nissin Power Pack PS 8

© HaPa-Team

Mit einem Akkupack hält der Blitz erheblich länger durch und gewinnt häufig sogar an Power für Serienschüsse. Voraussetzung ist ein Anschluss im Gehäuse.

Welche Fähigkeiten sollte der Blitz haben?

Um bei der Energieversorgung zu bleiben: Wer intensiv blitzen möchte, braucht einen Zusatz-Energieriegel - etwa in Form eines Akkupacks, der von vielen Herstellern angeboten wird. Er steigert die Leistung enorm. Doch diese Akku-Pakete passen nur an Blitze, die den entsprechenden Anschluss aufweisen - gewöhnlich sind es Top-Modelle.

Weitere Anschlüsse an Blitzen können der Fernauslöser (PC-Anschluss genannt, nach Prontor-Compur) sein, der die Kommunikation mit anderen Blitzen und der Kamera deutlich vereinfacht oder der USB-Anschluss. Er sorgt für Zukunftssicherheit, da der Blitz per Update vom PC auf neu erschienene Kameras oder neue Funktionen aktualisiert werden kann. So bleibt das Gerät auch beim Kamerawechsel up to date.

Einer der Vorteile von Studioblitzanlagen ist ihr Dauerlicht. Da sieht der Fotograf ständig die Wirkung seiner Lampen auf den Schattenwurf und kann sogar die Intensität vorab festlegen. Bei Aufsteckblitzen heißt die entsprechende Funktion Modellierlicht. Der Blitz gibt dann ein Stakkato von Blitzen ab, was ein Dauerlicht imitiert. Diese Funktion kann beim Einsatz mehrerer Blitze helfen, braucht aber kostbare Energie.

Ebenfalls ein Lichtstakkato feuert der Blitz ab, wenn er eine Highspeed-Funktion besitzt. Er kommt damit auch zum Zug, wenn die Verschlusszeit kürzer ist als die Synchronzeit der Kamera (Siehe Kapitel: Wie funktioniert ein Blitz). Das ist sehr praktisch, wenn ein bewegtes Objekt bei Tageslicht mit dem Blitz zusätzlich aufgehellt werden soll. Auch das Stroboskop-Blitzen wirkt ähnlich, nur ist die Blitzfolge langsamer und die Belichtungszeit der Kamera ebenfalls sehr lange. Bewegungsphasen vor dunklem Hintergrund entstehen damit, da nur die Teile des Motivs belichtet werden, die Licht reflektieren. Auch diese Funktion muss im Blitzmenü einstellbar sein.

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Top-Blitze kommen mit Zubehör. Es können spezielle Diffusoren oder Farbfolien vorgesetzt werden. Im Ersten Fall immitiert der Blitz dann eine Softbox, das Umlenken via Decke ist kaum mehr nötig. Die Farbfolien konvertieren Licht, denn der Xenonblitz ist sehr kalt, die Lichtfarbe liegt nicht selten über 6.000 Kelvin. Tageslicht bei Sonnenuntergang oder Wohnzimmerlicht ist aber wesentlich heimeliger - mit einer Lichtfarbe von etwa 3.600 Kelvin. Büro-Neonlicht liegt etwa dazwischen.

Wer in diese Lichtstimmungen hineinblitzt, erzeugt Farbstiche, die sich später kaum mehr retuschieren lassen. Der vorgesetzte Farbfilter vermeidet dies. Clevere Fotoapparate können im Zusammenspiel mit ihrem Systemblitz auch die resultierende Farbtemperatur vorausberechnen und den Farbstich so vorab minimieren. Gute Aufsteckblitze lassen sich natürlich auf vielerlei Weise ansteuern oder steuern auch selbst andere Blitze. Diese Fertigkeit erklärt das Kapitel "Wie steuere ich Blitze".

Nikon Konversionsfilter

© Nikon

Farbstichprävention betreibt Nikon mit den Konversionsfiltern auf Kunstlicht, die den Top-Modellen beiliegen.

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