Digitale Fotografie - Test & Praxis
Fotografie

Bildstabilisatoren im Vergleich: Testbedingungen und Ergebnisse

Testbedingungen 

Der aktuelle CIPA-Standard bezieht sich auf einen postkartengroßen Ausdruck. Clever – denn wenn man ein 24-Megapixel-Bild in der Größe einer Postkarte ausdruckt, muss es schon stark verwackelt sein, damit man Unschärfen wahrnimmt. Diese Anforderungen führen zu tollen Messwerten für die Prospekte. Aber wer kauft schon eine SLR, wenn ihm Postkartenqualität genügt? Wir mussten deswegen eigene Kriterien entwickeln und haben uns für zwei Ansätze entschieden:​

1. Jede zweite Aufnahme muss scharf sein! 

Zunächst haben wir alle Aufnahmen gesichtet, um mit Bezug auf die gemessene Kantenbreite im Referenzbild ein Abbruchkriterium zu definieren. Die Bewertung einiger Tausend Fotos ergab: Wenn die durchschnittliche Kantenbreite einer Testserie mit 50 stabilisierten Aufnahmen um 30% im Vergleich zur Referenzaufnahme zugenommen hat, ist – statistisch gesehen – die Hälfte der Serie noch scharf. Bei dieser Betrachtungsweise fokussieren wir uns also auf die tatsächliche Schärfe im Bild. Für den Test haben wir alle Bilder auf dem Monitor bei 100% angeschaut und miteinander verglichen.​

2. Sind verwackelte Bilder dank Stabilisator weniger unscharf? 

Wir prüfen, wie stark der Stabilisator das Ergebnis verbessert, auch wenn das Foto nicht scharf ist. Schließlich kann eine unscharfe Aufnahme weniger verwackelt sein als eine andere.

Ergebnisse Weitwinkelzooms 

Bei kürzeren Brennweiten fällt es den in die Objektive integrierten Stabilisatoren erfahrungsgemäß leichter, Wackler auszugleichen. Daher haben wir exemplarisch eine Optik an einem MFT- und ein Objektiv an einem KB-Sensor bei 24 mm (KB-Äquiv.) gemessen: Panasonic 2,8/12-35 mm an Panasonic GX8 und Zeiss FE 4/16-35 mm​ an der Sony A7R II. Für beide Optiken gilt: Waren die nicht stabilisierten Aufnahmen bereits bei 1/30 s deutlich verwackelt, so ermöglichen Stabilisatoren scharfe Bilder bis zur 1/2 s. Panasonic schneidet dabei etwas besser ab – die Ergebnisse sind konstanter, und es gibt weniger Ausreißer. Im Falle der Panasonic-Optik tauchten die ersten, misslungenen Aufnahmen bei 1/4 s auf.​

Zeiss hatte es allerdings auch schwerer, da auf hochauflösenden Bildern mit 42 Megapixeln die Unschärfe viel schneller wahrnehmbar ist. So tauchten die ersten verwackelten Bilder schon bei 1/30 s auf. Auch nahmen hier die Detailverluste stärker zu als bei der Panasonic-Testreihe. Die Zahl der Verwacklungen stieg mit der länger werdenden Belichtungszeit, bis schließlich die Anzahl der nicht akzeptablen Bilder bei Zeiten über 1/2 s die kritische Masse erreichte. Interessanterweise lieferte Zeiss bei 1/15 s einen Knick in der Leistungslinie.​

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