Heimkino

Beamer im Test

Heimkino wird erst mit großem Bild zum echten Erlebnis. TV-Geräte können das nur bedingt leisten. Ein Beamer schafft Kino-Atmosphäre zu Hause dagegen spielend. Wir haben uns drei Projektoren aus der Einstiegs-, Mittel- und Oberklasse ins Labor geholt. Welche Leistung gibt es für wie viel Geld?

Fragt man Hersteller, in welchen Preisklassen sie die meisten Heimkino-Projektoren verkaufen, schwanken die Aussagen je nach Anbieter und Vertriebsweg zwischen 1.000 und 3.000 Euro.

Zwar faszinieren die echten High-End-Modelle wie die in den letzten Video-HomeVision-Ausgaben getesteten 3D-fähigen JVC- und Sony-Modelle, doch das Budget der meisten Kunden liegt im genannten Preisrahmen. Dort waren zudem in den letzten Jahren auch die deutlichsten Qualitätssteigerungen zu verzeichnen.

Die Frage lautet daher: Was für eine Qualität bekommt man wirklich für rund 1.000, 2.000 oder 3.000 Euro? Welche Preiskategorie passt zu welchem Anwendertyp? Sind vielleicht 1.000 Euro für ein richtiges Heimkino genug?

Auswahlkriterien

Die Redaktion hat in den drei Preiskategorien jeweils ein potenzielles Schnäppchen gesucht.

Dabei fiel die Wahl in der untersten Kategorie auf den Mitsubishi HC3200. Er ist quasi die Sparversion des 1.500 Euro teuren HC4000 mit einfacherem Objektiv und einigen anderen unauffälligen Sparmaßnahmen.

In der goldenen Mitte brachten die Tester den AF115 von LG ins Kino, der mit 1.700 Euro den preiswertesten Projektor mit Sonys feiner LCoSTechnologie (Liquid Crystal on Silicon) namens SXRD darstellt. Er bie-tet bereits einen Lensshift und ist damit viel flexibler zu installieren als der kleine DLP-Kollege aus Japan.

Zu guter Letzt fiel die Wahl auf den kleinsten Spross aus Sonys Full-HDProjektor-Serie: den ebenfalls mit SXRD-Chips ausgestatteten VPLHW20. Er ist der kleine Bruder des VPL-HW90. Der HW20 positioniert sich mit 2.950 Euro bereits an der Schwelle zum High-End-Segment, bietet dafür aber die besten Werte und das mit Abstand flexibelste Objektiv in diesem Test.

Stellt man die drei Projektoren nebeneinander, so fällt zunächst auf, dass sich ihre physische Größe proportional zu ihrem Preis verhält: Der Mitsubishi ist kompakt, der Sony eher ausladend. Die Gehäuseabmessungen entsprechen auch dem jeweils möglichen Aufwand bei der Kühlung, was sich wiederum im Betriebsgeräusch niederschlägt.

Der Mitsubishi dröhnt am stärksten, der LG rauscht dagegen sehr unauffällig und der Sony agiert sehr leise. Diese Staffelung passt bei der haptischen Qualität der Gehäuse nicht mehr: Hier wirkt der Preiswerteste sogar am besten verarbeitet.

Bei den Objektiven stimmen die Verhältnisse wieder. Das Mitsubishi- Linsensystem besitzt ein statisches Offset, einen kleinen Zoom-Bereich, ist randscharf, verzerrt aber minimal. Der LG bietet einen großen, vertikalen Lensshift, verzerrt nur bei stark aus der Mitte verstelltem Shift, bildet aber nicht so pixelscharf ab, wie man sich das wünscht.

Sonys Optik kann genau das, zeigt alle Pixel bis an den Rand als knackscharfe Quadrate und bietet neben einem großzügigen Zoom-Bereich ebenfalls einen riesigen vertikalen und zusätzlich einen angenehmen horizontalen Lensshift.

Schärfe ist wichtig

In Sachen Konvergenz zeigt der Mitsubishi HC3200 als 1-Chip-DLP keine Schwächen: Seine Pixel-Abbildung gleicht der eines Computermonitors. Beim LG muss man mit der Toleranz leben, mit der die Koreaner den Projektor im Werk justiert haben, was auf Pixel-Ebene einen recht soften Eindruck hinterlässt, aber keine Unschärfe.

Der Sony gleicht den unvermeidbaren Versatz seiner drei SXRD-Chips elektronisch mit seinem Scaler aus und bietet ebenfalls beinahe Computermonitor-Qualitäten.

Alle drei punkten mit ordentlicher Signalverarbeitung für PAL und HD. Der unflexible Mitsubishi präsentiert sich mit knackscharfem, ausgewogenem Bild für wenig Geld, der LG mit angenehm analog wirkendem Bildeindruck und etwas zu satten Farben bei flexibler Aufstellung. Der Sony zeigt eine knackige, ausgewogene Darbietung bei größter Flexibilität in der Positionierung und ist geräuscharm.

Download: Tabelle

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