Vergleichstest

B&W CM-Set

Pro

  • losgelöste, plastische Wiedergabe auch in Stereo

Contra

  • leichter Eigenklang in den Mitten

Kantiger Bauhaus-Stil zeichnet das britische B&W-Set der CMSerie aus. Das schnörkellose kubistische Design im Hochglanzgewand passt perfekt in das zeitlose Wohnambiente. So viel zu den Äußerlichkeiten.

Doch bei Bowers & Wilkens zählen eher die inneren Werte. Die Ingenieure in Worthing, Südengland, forschen seit den 60er-Jahren und entwickeln nach dem Motto "der beste Lautsprecher ist nicht der, der möglichst viel aus einer Aufnahme herausholt, sondern vielmehr der, der am wenigsten von ihr verliert". Und das gilt für alle Serien - auch für die CM-Schallwandler.

Biegewellen-Wandler

Typisch für B&W-Boxen der gehobenen Preisklassen sind die gelben Membranen im Mitteltonbereich. Das sind aus Kevlargewebe gefertigte Konusse. Auffälligstes Merkmal: Es gibt keine äußere Einspannung oder Führung in Form einer weichen Gummisicke. Der sickenlose Membranrand liegt nur auf einem weichen, absorbierenden Material auf. Damit sind keine großen Hübe im klassischen Sinne möglich, sondern lediglich Biegewellen auf der Membran, die am Rand absorbiert werden.

Der Vorteil: Es gibt weniger nachgelagerte, also verzögerte Schallabstrahlung über die sonst übliche Sicke, was das Signal entsprechend weniger "verschmiert". Durch den begrenzten möglichen Hub sind diese Treiber jedoch nur als Mitteltöner einzusetzen. Für die rückwärtigen Zwei-Wege-Boxen mit Tief-/ Mitteltönern sind die Kevlar-Membranen daher mit klassischen Sicken bestückt.

Bildergalerie

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Als Hochtöner kommen rundum 25 Millimeter große Aluminium-Kalotten zum Einsatz. Diese sind so dicht wie möglich oberhalb des Mitteltöners montiert, um der idealen Punktschallquelle nahezukommen. Interferenzen zwischen den Chassis durch unterschiedlich lange Wegstrecken zum Hörer werden so verringert, was im Übergangsbereich von einem zum andern Treiber eine bessere Addition der Schallanteile ergibt. Das Rundstrahlverhalten wird somit optimiert.

Lobenswert ist die vertikale Anordnung von Mittel- und Hochtöner auch im Center. So ist gewährleistet, dass sich die Tonalität in der horizonalen Ebene kaum ändert und derjenigen der anderen Schallwandler im Set ähnelt. Tatsächlich gehört das B&W-Set in puncto Homogenität des Klangs rundum zu den besten im Testfeld.

Der Basswürfel mit einer Kantenlänge von nur etwa 33 Zentimetern beherbergt ein 25er-Kevlar-Langhub-Chassis. Angetrieben von einer 500-Watt-Endstufe, reicht die Übertragung bis unter 20 Hertz hinunter.

Im Hörtest bewies das britische Sextett die beste Homogenität im Testfeld. Wenngleich die Tonalität nicht ganz fehlerfrei ist und den Mitten einen eigenen Klang-Charakter verleiht, so konnte keiner der Mitstreiter das Klangbild derart von den Schallwandlern gelöst darstellen. Der Bass reicht sehr tief hinab, kann allerdings nicht ganz mit dem enormen Pegelpotenzial etwa des Canton-Subwoofers mithalten. Das Set gefällt vor allem durch seine plastische räumliche Darstellung des Geschehens.

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