Heimkino

Arcam AVR850 im Test

Arcam AVR850

© Arcam

Der Arcam AVR850

Pro

  • sehr harmonischer und detailreicher Klang
  • 4k
  • HDR
  • Dolby Atmos

Contra

  • kein WLAN und Bluetooth
  • Setup-Menü sehr nüchtern gestaltet

Fazit

video Testurteil: 85% (sehr gut); Preis/Leistung: gut

Die Briten versprechen seit jeher besten Heimkinosound. Mit dem AVR550 und seinem größeren Pendant AVR850 wagt Arcam nun den Schritt von der zwei- in die dreidimensionale Soundebene. Das puristische, sehr hochwertig in dunkelgrauem Metall gehaltene Design sticht ins Auge und gefällt auf Anhieb. Auf der Rückseite kommen sieben vergoldete Boxen-Ausgänge zum Vorschein. Nach zwei Höhenkanälen ist also Schluss, außer man behilft sich mit zusätzlichen Vorverstärkern für bis zu 7.1.4 Setups. Denn der Arcam hat Dolby Atmos und auch die Grundbausteine für DTS:X an Bord.

Klangmeister

Wir schließen unser 5.1.2 Lautsprecher Setup mit vier Säulen und zwei Dolby Atmos-Aufsätzen an und legen los. Für eine korrekte Wiedergabe müssen wir zuvor noch festlegen, ob die übrigen Kanäle als Surround Back oder Height Lautsprecher betrieben werden sollen. Wer statt der manuellen Einstellung lieber auf Nummer sicher gehen möchte, wählt die Dirac Live Raumeinmessung. Dazu wird zunächst eine Software auf dem PC installiert, der sich im gleichen Netzwerk wie der Arcam befinden muss. Die im Lieferumfang enthaltene Soundkarte und das zugehörige Mikrofon regeln alles Weitere. Das mag zwar etwas umständlicher verlaufen als sonst üblich, verhilft aber zu sehr präzisen und zufriedenstellenden Ergebnissen. Der Brite schöpft sein Können voll und ganz aus: Mit dem Teststreifen "Everest" mit Dolby Atmos Tonspur zeigt er sich nicht nur hochauflösend und detailgenau, sondern reißt uns mitten hinein in die eisigen Sturmböen auf Tausenden von Metern Höhe. Sogar im Stereomodus beansprucht Elton John den kompletten Hörraum für sich. Stimmen werden dabei klar und natürlich wiedergegeben. Hut ab für diese Performance!

Zum perfekten Ton gehört ein optimales Bild. Also legen wir kurzerhand eine entsprechende Test-Disc mit 4K und HDR in unseren UHD-Player und stellen fest: Die Auflösung von 3820 x 2160 mit 24p und HDR wird ohne Probleme auf unser 4K- fähiges TV-Gerät übertragen. Auch der Video-Scaler gibt sein Bestes: Ohne aufdringliches Verschärfen oder unnatürliche Veränderungen skaliert der Arcam Full HD-Content auf Ultra HD. Wir hätten uns aber noch einen Equalizer zur individuellen Anpassung von Kontrast und Co. gewünscht.

Da der schicke Brite kein WLAN mit an Bord hat, behelfen wir uns mit einem LAN-Kabel. Anschließend können wir auf Internetradio-Sender (alternativ sogar DAB+), DLNA-Server oder USB-Medien zurückgreifen. WAV- oder FLAC-Dateien sind dabei kein Problem, bei hochauflösendem Material streikt er. Um die Bluetooth-Konnektivität steht es schlecht, Hits am Handy lassen sich lediglich über Spotify Connect abrufen.

Fazit

Klanglich gibt es absolut nichts zu meckern. Wie der Arcam einzelne Objekte detailgenau im Raum platziert und kurz darauf eine in sich schlüssige dreidimensionale Atmosphäre vermittelt, ist beeindruckend. Das meistert er noch besser und mit größeren Kraftreserven als der AVR550. Für seine eher rudimentäre Wireless-Ausstattung und das trist anmutende Setup-Design für einen zweifelsohne stolzen Gesamtpreis gibt es aber Punktabzüge.

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