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Antivirus-Test 2017 für KMU: Kaspersky, Symantec und ESET

Eset Remote Administrator

© Screenshot WEKA / PC Magazin

Kuchen auf Wunsch: In Eset Remote Administrator kann man detailliert einstellen, welche Statistiken man sehen möchte und welche nicht.

ESET Remote Administrator

Die Installation von ESET Remote Administrator ist nicht unaufwendig. Die Server-Komponente wird über eine Web-Konsole gesteuert. Dafür muss man einen Webserver (Tomcat) sowie Java installieren und Zertifikate von einer anerkannten Zertifizierungsinstanz besitzen. Zwar kann man den Server auch mit einem selbst erstellten Zertifikat authentifizieren, was aber zu Warnmeldungen im Browser führt. Wer den Aufwand scheut, kann auch eine fertige Appliance für eine virtuelle Umgebung wie VMware, VirtualBox oder Hyper-V benutzen. Auch eine Cloud-Appliance für Windows Azure ist verfügbar.​

Lesetipp: Antivirus-Apps für Android im Test

Ist Remote Administrator installiert, führt ein Assistent den Administrator in grundlegende Konzepte des Servers ein. Zum Beispiel in die Verwaltung von Gruppen. Hier gibt es statische Gruppen, in denen man die Netzwerkstruktur eines Unternehmens ab​bilden kann. Dynamische Gruppen fassen alle Clients mit bestimmten Eigenschaften zusammen, zum Beispiel Rechner mit veralteten Signaturdateien. Hier bietet das ESET-Programm einen Überfluss an Templates an. Der Administrator kann aber auch selbst eingreifen und eigene dynamische Gruppen definieren. Templates en masse gibt es auch für die Reports. Zusätzlich hat der Administrator ein sehr gut gemachtes Dashboard. Im Antiviren-Vergleich schlug sich die ESET-Engine sehr gut mit einer geringen Zahl an Fehlalarmen, wenn auch die Virenerkennung knapp einen Spitzenplatz verfehlte. Endpoint-Applikationen gibt es für Mobilgeräte, Mac und Linux-Rechner.​

Kaspersky Endpoint Security Cloud 

Das von AV-Comparatives getestete Kaspersky-Produkt bietet dem Administrator eine Cloud-Applikation zur Verwaltung der Client-Computer (Windows, Android, iOS) an. Es gibt keine Möglichkeit, den Server im lokalen Netzwerk zu installieren. Die Software kann man mit zwei verschiedenen Methoden verteilen: Man verschickt über die Cloud Links zum Installationsprogramm der Endpoint-Software per E-Mail. Alternativ gibt man den Anwendern Zugriff auf die Konsole, sodass sie diese im Browser aufrufen und die Software herunterladen können. Dazu kennt Kaspersky Endpoint Security Cloud zwei Klassen von Benutzern: Admins und Benutzer. Benutzer können zum Beispiel die Endpoint-Software herunterladen, alle Konfigurationsmenüs bleiben ihnen jedoch unzugänglich.

Anders als bei manchen Konkurrenten im Testfeld teilt man in Kaspersky Endpoint Security Cloud nicht die Geräte, sondern die Benutzer in Gruppen ein. Diesen Gruppen kann man dann Richtlinien zuordnen. So kann man zum Beispiel für eine Gruppe den Webschutz gezielt einschalten.

Die Konsole zeigt unter verschiedenen Tabs eine Reihe von Berichten, mit denen der Administrator besondere Vorkommnisse oder schlecht konfigurierte Rechner in seinem Netzwerk aufspüren kann. Im Test von AV-Comparatives stimmten diese Berichte manchmal nicht mit der tatsächlichen Lage überein. Laut Kaspersky sollten diese Bugs aber behoben worden sein. Von der Virenerkennung her gehört Kaspersky zu den Spitzenprogrammen. Die Engine liefert hohe Erkennungsraten von fast 100 Prozent bei geringer Fehlerquote. Für kleinere Unternehmen bis 25 Arbeitsplätze gibt es noch Kaspersky Small Office Security 5. Hier kosten zehn Lizenzen für ein Jahr 365 Euro.

Symantec Endpoint Protection 

Symantec Endpoint Protection Manager

© Screenshot WEKA / PC Magazin

Die Oberfläche des Symantec Endpoint Managers teilt sich in drei Flächen auf. In diesem Menüpunkt stellt man die Gruppenrichtlinien ein.

Die Sicherheitssuite von Symantec enthält neben den Antiviren-Programmen für Clients die zentrale Verwaltungskonsole, den​ Endpoint Protection Manager. Das Programm ist für große Firmenumgebungen ausgestattet: Es gibt eine einfache Konfiguration für bis zu 500 Clients und eine große Variante für mehr als 500 Clients.​​

Je nach Struktur der Firma gibt es verschiedene Administratoren-Konten mit unterschiedlichen Berechtigungen. Die Rechner der Firma kann man in Gruppen einordnen. Jeder Gruppe werden dann eigene Richtlinien für die Sicherheitseinstellungen zugeordnet. So kann man das Firmennetzwerk flexibel nach den unterschiedlichen Anforderungen der Abteilungen konfigurieren. Die Management-Konsole kann zusätzlich Sicherheitsfunktionen wie zum Beispiel Signatur-Updates oder Sicherheits-Scans für alle Rechner einer Gruppe ausführen. 

Je nach Gruppenrichtlinien und Betriebssystem baut der Endpoint Protection Manager Installationspakete für die Clients zusammen. Diese können im Push-Verfahren auf die angeschlossenen Computer verfrachtet oder auf einem Server zum Herunterladen bereitgestellt werden. Alternativ kann man auch einen Download-Link per E-Mail verschicken. Eigene Vorbereitungen auf dem Client sind nicht nötig. Symantecs Antiviren-Engine lieferte im Test von AV-Comparatives ordentliche Resultate, produzierte aber sehr viele Fehlalarme. Von Symantec Endpoint Protection ist außerdem eine Small Business Edition erhältlich. Sie bietet zusätzlich zur lokalen Konsole eine Web-basierte Verwaltungskonsole. Der Preis: 215 Euro für zehn Clients und ein Jahr Laufzeit.​

Fazit 

Die Anforderungen in Unternehmen sind so unterschiedlich, dass es keinen richtigen Testsieger gibt. Bitdefender landet wegen großer Flexibilität und hervorragender Scan-Ergebnisse auf dem ersten Platz. Auch ESET und Symantec bieten dem Kunden viel Auswahl bei der Netzwerkeinrichtung. Wer seine Sicherheit von externen Beratern verwalten lassen will, wird gerne zu AVG Cloud Care greifen. Die Kaspersky- und Emsisoft-Suiten sind vor allem für kleine Büros attraktiv, die man über die Cloud oder von einem Arbeitsplatz aus verwaltet.​

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