Vergleichstest

5 AV-Receiver um 1.000 Euro im Vergleich

Wir haben fünf AV-Receiver um 1.000 Euro im Vergleichstest: Denon AVR-2312, Onkyo TX-NR809, NAD T 748, Yamaha RX-A1010 und der Pioneer VSX-2021.

Denon AVR-2312, av-receiver, hifi

© Josef Bleier, Stefan Rudnick

Denon AVR-2312, av-receiver, hifi

Wir testen fünf AV-Receiver bis 1.000 Euro. Im Testlaber haben sich eingefunden: Denon AVR-2312, Onkyo TX-NR809, NAD T 748, Yamaha RX-A1010 und der Pioneer VSX-2021. Über Luxus lässt sich vortrefflich streiten. Nehmen wir etwa Champagner, den der Mönch Dom Perignon eigentlich aus Versehen mitsamt der Flaschengärung erfand (daher auch der Name von Moets Nobel-Label). Die Puristen unter den Genießern bevorzugen ihn selbstverständlich pur, die Schickeria mischt ihn gerne mit Creme de Cassis oder Aperol.

Auch auf Eis mit Strohhalm in Longdrink-Gläsern wird er neuerdings angeboten. Zudem werden verschiedene Traubensorten mehrerer Jahrgänge verschnitten, um Luxus zum moderaten Preis anbieten zu können. Rein bleibt nur der sogenannte Jahrgangs-Champagner, aber den gibt es nur selten (möglicherweise in diesem Jahr).

Ähnlich kreativ sind auch Receiver-Entwickler, die regelmäßig eine neue Generation auf den Markt bringen: Jeder Hersteller hat sein eigenes Rezept, um mit dem begrenzten Budget die beste Qualität für seine Kunden herauszuholen, indem er sich darauf konzentriert, was klangrelevant ist.

  • Nur NAD schert sich nicht um solche Rezepte: Die Modellreihen bleiben nicht nur besonders lange auf dem Markt, sie wenden sich auch an eine andere, eher musikaffine Zielgruppe. Das gilt auch für den NAD T 748.
  • Pioneer hat dagegen die "Generation iPod" für sich entdeckt und klotzt mit Apps für Apple und Android. Beim Pioneer VSX-2021 könnte allerdings die Bedienung ohne Smartphone ein Upgrade gebrauchen.
  • Denon wählt mit einem Preisknüller, dem AVR-2312 den Mittelweg, könnte allerdings beim Materialmix etwas zulegen.
  • Onkyo scheint es in puncto Preis-Leistungs-Verhältnis mit Aldi aufnehmen zu wollen. Diese Strategie geht beim Onkyo TX-NR809 für Filmfans voll auf, für Musikliebhaber jedoch weniger.
  • Yamaha bietet mit dem RX-A1010 das harmonischste Menü. Der Receiver kann Kir Royal (Surround) genauso servieren wie Stereo (pur).

Da lassen sich die Hersteller alle möglichen und unmöglichen High-Tech-Kniffe einfallen, um beim Kunden zu punkten. Doch dann kommt Yamaha mit einem fünften Fuß und sagt stolz: "Das isses!" Normalerweise kennt man derartiges Klang-Tuning im Grenzbereich eher aus dem exzentrischen Stereo-Verstärkerbereich, wo Vibrationen mangels Innovationen seit Langem ein großes Thema sind.

Bei AV-Receivern werden in diesem Punkt die Bälle eher flach gehalten, wenn man mal von Sonys ganz speziell gefalteten Bodenblechen absieht, mit denen die Japaner auch in der Kommunikation in die Offensive gegangen sind.

AV-Receiver: Ein fünfter Fuß zum Stabilisieren

Yamaha setzt auf einen fünften Fuß, um das besonders steife zweilagige Chassis zusätzlich zu stabilisieren. Das von einer Kreuzschlitzschraube gehaltene Stück Hartplastik ist aber nur die Spitze des Eisbergs, denn Yamaha hat das gesamte Layout reorganisiert. Der Trafo sitzt zentral und verlagert den Schwerpunkt des symmetrisch aufgebauten AV-Receivers in die Mitte, wo der Fuß die Resonanzen des wichtigen Bauteils schnell ableitet.

Wir haben den "Vierbeiner" durch An- und Abschrauben mit der fünfbeinigen Variante verglichen und festgestellt: Der Trick wirkt. Die Konturen der Instrumente und die Klangtransparenz haben gewonnen, der Bass wirkte satter.

yamaha, standfuß

© Josef Bleier, Stefan Rudnick

Nur ein kleiner Fuß, aber der macht den feinen Unterschied. Nach dem Entfernen des Bauteils verlor der Klang tatsächlich an Durchzeichnung und Kontur. Saiten schnalzten nicht mehr so straff.

AV-Receiver-Vergleichstest: Fazit

Mein Favorit ist der NAD. Zum einen imponiert mir sein Understatement: Der T 748 fühlt sich solide an und verzichtet auf Gimmicks. Zum anderen klingt er mit Musik mitreißend, was sich nicht allein in Bässen, Mitten und Höhen ausdrücken, sondern fühlen lässt. Allerdings schaue ich nur gelegentlich Filme an - und wenn, bevorzuge ich solche mit vielen Dialogen.

NAD Blu-ray-Player T 577, blu-ray, player

© Josef Bleier, Stefan Rudnick

NADs Blu-ray-Player T 577 (800 Euro) macht über LAN oder WLAN das Heimkino fähig für Streaming - allerdings ohne Webradio.

Wer in seinem Kino lieber die Waffen sprechen lässt, sollte besser zum Denon, Onkyo oder Yamaha greifen, denn die machen auch gut Musik, sind aber räumlicher, offener und haben mehr Video-Anschlüsse und Funktionen.

Download: Tabelle

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