Testbericht

Zwei DVD-Recorder mit Festplatte im Test

Marktführer Panasonic und Aufnahme-Innovator Philips stellen sich dem direkten Vergleich ihrer Recorderkonzepte mit brandneuen Modellen der gehobenen DVB-T-Klasse.

Test DVD-Recorder mit Festplatte

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Aufmacher

Hersteller von DVD-Festplattenrecordern haben es nicht leicht. Die Geräte sind so preiswert geworden, dass nur noch wenige Firmen das Geschäft rentabel betreiben können.

So ist die Zahl der marktrelevanten Anbieter von ehemals über dreißig auf eine gute Handvoll geschrumpft. Panasonic hält sich seit Langem wacker an der Spitze, doch Sony, Pioneer und Philips greifen mit Geräten an, die erheblich mehr Innovationen anbieten als ihnen die moderate Produktpflege von Panasonic entgegenstellt. DVD-Festplattenrecorder sind Artikel für den breiten Massenmarkt. Zeitversetzt fernsehen und Filme ohne Werbepausen archivieren, will jeder, und jeder kann sich auch mittlerweile die besten Geräte leisten. Als jedoch vor zwei Gerätegenerationen das Ende der Fahnenstange bei MPEG2-Aufnahmequalität erreicht war und HDMI zum Standardausgang selbst von Einsteigern wurde, mussten neue Features her, um neuen Geräten echten Mehrwert zu verschaffen.

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Panasonic DMR-EX 78

So strotzen aktuelle Modelle nur so vor Multimedialität und intelligenten, teils komplex bedienbaren Detaillösungen. Im [int:article,24778/] haben wir bereits Geräte der Mittelklasse verglichen. Panasonic sowie Philips waren mit dabei und damals hatte Panasonic die Nase vorn, wenn auch im Vergleich zu den letzten Jahren mit auf ein Minimum schrumpfendem Vorsprung.

Panasonics DMR-EX 78 hebt sich vom damals getesteten kleinen Bruder durch die größere Festplatte und den zusätzlichen DVB-T-Tuner ab. Einhundert Euro Mehrpreis dafür sind grenzwertig, wer DVB-T nutzt, sollte jedoch diese integrierte Lösung einer Settop-Box vorziehen. Für weitere einhundert Euro Zuzahlung bekommt man den DMR-EX 88 mit 400 GByte Festplatte. Die große Neuerung der 2008er-Modelle hat nichts mit der Aufnahme von TV-Sendungen zu tun. Es ist die Möglichkeit, dass CD-Liebhaber ihre Musik von der originalen Silberscheibe direkt auf die Platte des Recorders kopieren können, in unveränderter Originalqualität und 12-facher Geschwindigkeit.

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Über HDMI erkennt man die leichte Überhöhung mittlerer Auflösungspartien. SP und LP bieten deckungsgleiche Schärfeverläufe

Ganz wichtig ist dabei, dass auf eine CD-Datenbank (Gracenote) zurückgegriffen wird, die über sechs Millionen Audio-CDs benennt. Man erspart sich so meist die umständliche manuelle Eingabe von Titelnamen und Interpreten. Die Datenbank befindet sich auf der Festplatte und lässt sich per USB-Stick auffrischen, damit auch die neuesten CDs gefunden werden. Dieses "Gracenote"-Feature ist nichts total Neues, war bisher jedoch nur jenseits der 1000 Euro zu bekommen.

Wo wir gerade beim USB-Eingang waren: Hier finden kleine Massenspeicher Einlass, die Daten in Form von MP3-Musik, JPG-Fotos und DivX-Filmen beinhalten. Die ersten beiden Formate lassen sich auf die Festplatte kopieren und dort elegant verwalten, jedoch nicht wieder herausspielen (bis auf JPG-Bilder in Richtung DVD-RAM).

Panasonic-Recorder zeichnen auf allen gängigen Medien auf, können Werbung herausschneiden, ja sogar Szenenreihenfolgen neu zusammenstellen (Playlists). Sie besitzen einen Mulitpath-Encoder, der unterschiedliches Basismaterial in bester Aufnahmequalität umsetzt. Fast alle Bildabgleiche gehen automatisch von der Hand, Optimierungen gibt es nur in Form eines Rauschfilters. Aufgenommene Sendungen werden schnell auf DVDs archiviert und lassen sich dabei auch in eine andere Aufnahmequalität heruntersetzen, wenn ein Film sonst nicht auf die Scheibe passt. Unerreicht ist Panasonics Quickstart, der das Gerät in unter zwei Sekunden aufnahmebereit macht, die Standby- Leistung jedoch von 1,4 auf 13 Watt erhöht. Neu bei Panasonic ist die bereits lange eingeforderte Funktion "Pause Live- TV". Jetzt lässt sich mit nur einem Knopfdruck der Timeshift starten und es muss nachher auch nicht mehr manuell gelöscht werden. Viera- Link, die Verbindungsintelligenz über HDMI-CEC, wurde auf Version 3 aufgebohrt, sodass sich auch Menüfunktionen des Recorders über die Fernbedienung eines aktuellen Panasonic-Fernsehers steuern lassen. Hervorragend gelöst ist das mechanische Gerätekonzept, dass geräuschbedämpfte Laufwerksaufhängungen mit sauber geführter Wärmekanalisierung kombiniert. Der Programmführer GUIDEplus+ funktioniert mit Analog- und DVB-T-Tuner, besitzt Genresuche und persönliche Profile, verzichtet jedoch auf eine Infrarotsteuerung externer Settop-Boxen.

Test DVD-Recorder mit Festplatte

Panasonic

\n Panasonic DMR-EX 78
Panasonic
550 Euro
Weitere Details

83 Prozent

Fazit:Panasonic kombiniert im DMR-EX 78 die besten klassischen Aufnahme-Attribute mit Multimedia-Wiedergabe und CD-Ripping

Testurteil
sehr gut
Preis/Leistung
sehr gut

Wie sich der Philips schlägt, lesen Sie auf Seite 2...

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