Testbericht

Zeichenprogramme: Zeich(n)en an der Wand

Mit Version 9.0 hat sich Adobe Illustrator stark an Photoshop 6.0 orientiert. Bedienung und Oberfläche sind nahezu identisch. Praktisch ist die Übernahme der Ebenen im PSD-Format mit allen Einstellungen in beide Richtungen. Dazu kennt Illustrator 9.02 die aus Photoshop bekannten Angleichungsmodi wie Differenz, Aufhellen, Nachbelichten usw. Zudem ist es möglich, Ebenen mit Unterebenen anzulegen. Das erhöht die Übersicht bei komplexen Dokumenten.

Zeichenprogramme: Zeich(n)en an der Wand

© Testlabor Printredaktionen

Zeichenprogramme: Zeich(n)en an der Wand

Auch Illustrator unterstützt nun die Technik, nur das Aussehen von Objekten zu ändern und nicht das Objekt selbst. Erst bei der endgültigen Ausgabe werden die visuellen Änderungen auf die Objekte angewendet. Dies funktioniert aber nur für die unter dem Menü Effekte aufgeführten Optionen.

Der Vorteil: Sie greifen über die Palette Aussehen sofort auf alle Veränderungen am ausgewählten Objekt zu und ändern nur die Arbeitssschritte - eine enorme Arbeitserleichterung. Von diesen Arbeitsschritten erstellen Sie schnell Stilvorlagen.

Neu ist echte Transparenz. Diese steuern Sie über eine eigene Palette und wenden sie für Objekte und Gruppen sowie ganze Ebenen an. Für komplizierte Transparenzeffekte eignet sich die Deckkraftmaske: Sie ändert Hell-/Dunkelwerte eines Objekts, um die Transparenz des darunterliegenden Objekts zu steuern.

Lebendige Effekte erstellen Schlagschatten und weiche Objektkanten selbst an Vektorobjekten! Auch Photoshop- Plugins können Sie auf Vektorobjekte anwenden, ohne diese vorher zu rastern. Das Objekt bleibt erhalten, nur das Aussehen wird verändert. So editieren Sie Text auch weiterhin. Sehr hilfreich für die tägliche Arbeit ist das neue Auswahlwerkzeug Lasso, mit dem Sie mit einer Freihandlinie eine Auswahl in komplexen Grafiken leichter treffen. Viele "Kleinigkeiten" erleichtern die Arbeit, etwa die Fähigkeit, Objekte mit der Maus "frei Auge" zu drehen, wenn Sie per Maus in das nahe Umfeld eines Objektgriffpunkts klicken und ziehen. Mehrseitige Dokumente sind nicht eingeplant, denn weiterhin verwaltet Illustrator nur eine Dokumentseite.

Die Live-View-Option zeigt eine Zwei- bzw. eine Vierfachansicht an, in der Sie die optimalen Einstellungen für die Pixelformate des Web finden und sofort kontrollieren. Illustrator gibt die Web-Formate SVG und SWF aus. Unerwartet gab es bei der Belichtung Probleme: Vektorobjekte in der Nähe von transparenten Objekten wurden in der Voreinstellung zerschnitten und die platzierten Pixelbilder einfach zerschossen ("Pixelsturm").

Das erste Problem bekamen wir auf Anraten von Adobe in den Griff, indem wir den Regler im Dialogfeld Datei/Dokumentenformat/ Transparenz nach rechts zogen. Damit braucht Illustrator mehr Speicher bei der Ausgabe, arbeitet aber präziser. Sonst kann das Rastern auch unbeteiligte Vektorobjekte beeinflussen. Zu dem Problem mit den Pixelbildern riet uns Adobe, nur von Adobe zertifizierte PPDs (Post-Script- Printer-Description- Datei) zu verwenden, denn die Firma unterstütze nur Original-Post-Script- Code. Für die im Test verwendete Linotronic 330 (ein Standardbelichter) gebe es diese nicht. Auch auf Anfrage rückte Adobe eine Liste mit zertifizierten Gerätedateien nicht heraus, nachdem wir sie in Dokumentation und Webseite vergeblich gesucht hatten. Begründung: Die zertifizierten Hersteller hätten etwas dagegen... Mit PostScript Level III auf einem Harlekin-RIP wurde die gesamte Testdatei einwandfrei belichtet.

Achtung: Illustrator richtet die Beschnittmarken auf die äußersten Kanten von Objekten und nicht auf das eingestellte Seitenformat aus. Damit schneidet Illustrator selbst dann die äußeren Objektkanten dieser Objekte ab, wenn diese deutlich innerhalb der Seite liegen. Eine unnötige Fehlerquelle!

http://www.adobe.de

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