Testbericht

XP-System - Optimierer im Vergleich

Lahme Systeme beschleunigen, stabiles Windows, versteckte Funktionen freischalten. PC Magazin misst elf Tuning Programme für WinXP - nicht alle erreichen die eigenen Versprechen.

PC-Optimierung für Windows XP

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Wollen für ein schlankes System sorgen: Tuning-Programme.

Mit einem frisch installierten Windows ist die Betriebssystem-Welt noch in Ordnung: Das System startet schnell, reagiert flott und läuft stabil. Auf leistungsschwachen PCs kann sich dieser Eindruck aber schnell ins Gegenteil verkehren, wenn kontinuierlich neue Software, Treiber und Updates hinzukommen. Ein fleißig mit Programmen gefüttertes XP bootet dann mitunter deutlich langsamer als vorher, reagiert nur noch träge auf Kommandos und nervt Anwender mit Software- und Systemabstürzen. Davon sind auch schnelle Rechner nicht ausgenommen.

Genau hier kommen Tuning-Programme ins Spiel und wollen lahme PCs durch allerlei Optimierungen stabiler und schneller machen.

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PC-Optimierung für Windows XP
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Auto-Schrauber

Wollen für ein schlankes System sorgen: Tuning-Programme.

Realitäts-Check

PC-Optimierung für Windows XP

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Empfehlung: SystemUp Tuning 2009 lässt seine Online-Community bewerten, welche Dienste unverzichtbar sind.

Doch was leisten die Tuning-Programme wirklich und können sie die markigen Herstellersprüche in die Praxis umsetzen? Um das herauszufinden, hat magnus.de elf aktuelle Optimierungsprogramme für Windows XP ausführlich getestet. Alle getesteten Tuning-Programme setzen eine Vielzahl von Werkzeugen ein, mit denen sie die aktuelle Systemkonfiguration analysieren und anschließend Optimierungen vorschlagen. Mit an Bord sind außerdem viele Tweaks, mit denen Anwender ihr System individuell einstellen.

Beispielsweise lassen sich Standardverzeichnisse, Icon-Größen oder Startmenüeinträge ändern. Da diese Optionen aber nur optischer Natur sind, berücksichtigen wir sie beim Performance-Test nicht. Das gleiche gilt für Problemlösungsassistenten, die nicht die Geschwindigkeit beeinflussen, sondern Fehlkonfigurationen aufdecken.

Jedes der Programme muss seine Tuningkünste auf einem PC unter Beweis stellen, der eine mit 2,4 GHz getaktete AMD Dual-Core-CPU einsetzt und auf 1 GByte RAM sowie eine SATA-Festplatte mit 500 GByte Kapazität zurückgreift. Als Betriebssystem dient Windows XP mit Service Pack 3 sowie allen zum Testzeitpunkt verfügbaren Updates.

Um ein vollgepacktes Betriebssystem zu simulieren, laufen zahlreiche Anwendungen auf dem Testrechner, darunter Adobe Flash Player 10, Cyberlink PowerDVD 8, ein Druckertreiber für den Samsung-Laserprinter SCX-4200, Nero 9, Openoffice.org 3.0 sowie Realplayer, Skype und Winamp.

Nach längerer intensiver Nutzung hat sich auf diesem System viel Datenmüll angesammelt, auch die Festplatte ist reichlich fragmentiert. Inwiefern sich das System durch die Tuning- Maßnahmen beeindruckt zeigt, ermitteln wir mit dem anerkannten Open-Source-Benchmark COSBI OpenSourceMark 1.0beta10 und messen außerdem die Zeiten für Booten und Herunterfahren.

Ernüchternde Ergebnisse

PC-Optimierung für Windows XP

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Mogelei: PC Booster 6 will den PC um fast 400 Prozent beschleunigt haben, doch zu spüren ist davon nichts.

Die Tuning-Zauberformel der Testkandidaten ist schnell entwirrt: Um den PC schneller zu machen, biegen sie wahlweise ausgewählte Registry-Einträge zurecht, entrümpeln Autostarts und laufende Dienste, löschen überflüssige Dateien und bringen je nach Tool auch ein Defragmentier-Modul mit.

Zur Leistungssteigerung setzen alle Testkandidaten auf eine mehr oder weniger umfangreiche 1-Klick- Wartung, bei welcher die Software selbst ausgewählte Systemeinstellungen automatisch justiert. Was genau eingestellt wird, ist jedoch höchst unterschiedlich.

Bei PC Booster 6, XP Turbo Tuning, PC Check & Tuning, Simontools SystemTuning und WinSpeedUp 2.9 beschränkt sich die Optimierung im wesentlichen darauf, die Autostarts zu löschen und die Registry zu verschlanken. Bei Master Tuning 4 sind mehrere Mausklicks notwendig, weil sich die einzelnen Module über mehrere Assistenten verteilen. Tools wie WinOptimizer 6, Twin XP, Iolo System Mechanic 8 oder SystemUp Tuning 2009 wagen beim Auto-Tuning dagegen mehr und deaktivieren zum Beispiel auch einige Dienste.

Die Ergebnisse sind trotz der teilweise umfangreichen Tuning-Maßnahmen ernüchternd. Kein einziges Programm schafft es, den Test-PC in allen Benchmark-Disziplinen merklich zu beschleunigen. Am besten schneidet noch SystemUp Tuning 2009 ab, dem OpenSourceMark eine etwa 10 Prozent höhere Gesamtpunktzahl attestiert. Doch von einem schnelleren System ist im Betrieb nichts zu merken.

Bei den übrigen Programmen sieht es noch trauriger aus, denn fast keines davon bewirkt eine messbare Leistungssteigerung auf dem Testsystem. Die leicht unterschiedlichen Messergebnisse beim OpenSourceMark lassen sich alleine auf Messschwankungen zurückführen. Warum die Testkandidaten fast durchwegs wirkungslos bleiben, zeigt sich bei einem genaueren Blick in die einzelnen Tuning- Disziplinen.

Was die Programme noch leisten, finden Sie auf der nächsten Seite...

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