TESTBERICHT

Workflow-Software Cyberlink Photo Director 3

Die Bildbearbeitung mit Ebenen, Masken, Pfaden gilt immer noch als hohe Kunst. Die Handhabung mancher Programme macht einfache Korrekturen unnötig schwer. Sogenannte Workflow-Software soll hier helfen. Sie vereint RAW-Konverter, Bildverwaltung und Korrektur-Software. Mit Photo Director 3 will auch Cyberlink im von Adobe Lightroom und Apple Aperture dominierten Markt mitmischen. Die Software kostet 100 Euro und ist nur für Windows erhältlich.

Cyberlink  Photo Director 3

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Cyberlink Photo Director 3

Nach dem Start begrüßt Photo Director den Anwender mit einer modernen Oberfläche. Cyberlink unterteilt die Software in fünf Module: Bibliothek, Anpassen, Bearbeiten, Diashow und Drucken. In der Bibliothek verwalten Fotografen ihre Bildschätze und versehen sie mit Stichwörtern und Bewertungen oder fassen sie in Alben zusammen. Auch dynamische Ordner sind möglich. Beim Import können Anwender nur Urheberinformationen hinterlegen. Schon vorhandene Metadaten im IPTC-Format übernimmt Photo Director automatisch in die Datenbank. Bilder lassen sich zudem mit Farben und Markierungen einteilen. Es fehlt jedoch die Möglichkeit, die Ergebnisse schnell nach Bewertungen zu filtern. Zudem kann das Programm nicht mit dem neueren XMP-Standard umgehen oder Metadaten-Vorlagen für immer wiederkehrende Stichwortsätze anlegen - im Gegensatz zu Konkurrent Lightroom. An Bildformaten werden neben JPEG und TIFF alle gängigen RAWs unterstützt. Auch DNG importiert das Programm. Mit DNGs von Lightroom 4 kam es jedoch zu fehlerhafter Darstellung - mit Lightroom-3-Fotos gelang es hingegen fehlerfrei. Die Software arbeitet durchgehend in 16 Bit.

Cyberlink Photo Director 3

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Im Druckmodul können Anwender das Bildraster zwischen 1x1 und 15x15 selbst bestimmen.

Zum Korrigieren wechseln Anwender in das Anpassen-Modul. Werkzeuge und Funktionsumfang entsprechend weitgehend dem des Branchenprimus Lightroom. Ein Reparaturstempel entfernt störende Objekte, ein Pinsel mit sehr guter Kantenerkennung erlaubt das selektive Bearbeiten mit allen Werkzeugen aus dem Anpassen-Modul - topp. Sogar Objektiverzerrungen und Vignette korrigiert Photo Director, allerdings nur manuell und ohne Kamera- und Objektiv-Profile. Regler zur Farbsaumkorrektur fehlen, Entrauschen und Schärfen sind mit an Board. Eigene Einstellungen lassen sich wie bei Lightroom als Vorgaben abspeichern - die schon vorhandenen Vorgaben bilden eine gute Grundlage für erweiterte Arbeiten. Das Modul Bearbeiten widmet sich ebenfalls der Bildoptimierung. Die Korrekturdaten zu Zahnpinsel, Augenglanz und Hautglättung speichert die Software in der Datenbank und kann sie so jederzeit verlustfrei wieder rückgängig machen. Gröbere Retuschen wie die Entfernung von Unebenheiten, Objekten oder gar dem ganzen Hintergrund erfordern jedoch das Speichern der Bearbeitung in ein neues Bild. Diashows exportiert das Programm als Video bis zur Full HD-Auflösung (1920x1080 Pixel) als MP4 oder WMW. Alternativ veröffentlicht es die Bildfolge direkt auf Youtube. Im Druck-Modul wählen Anwender manuell ein Raster bis 15x15 Fotos je Seite. Metadaten gibt die Software nicht per Druck aus. Fazit Die Bedienung ist einfach und gut durchdacht, der Funktionsumfang für die meisten Anwender ausreichend. Im Detail erreicht die Software dennoch nicht ganz das Niveau der Konkurrenz. So fehlen Profile für die automatische Verzeichnungskorrektur. Auch bei der Metadaten-Handhabung kann Photo Director nicht mit Lightroom mithalten. Dafür erlaubt es großflächiges Entfernen von Bildbereichen und sogar Kollagen, was sonst nur mit ausgewachsenen Bildbearbeitungsprogrammen wie Photoshop Elements oder PaintShop Pro gelingt.

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