Testbericht

Wegweiser mit Zusatzqualifikationen

Viele moderne Navigationslösungen weisen zahlreiche Nebenfunktionen auf. Allerdings erweisen sich einige der teuer bezahlten Zusätze in der Praxis als unbrauchbar.

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Einfacher ans Ziel kommen: Navis sollten den Durchblick und die schnellste Verbindung von A nach B haben.

Viele moderne Navigationslösungen weisen neben ihrer Hauptfunktion, der Routenführung, zahlreiche weitere Funktionen auf. Hierzu zählen die Freisprecheinrichtung, die Wiedergabe von Musik und Videos ebenso, wie die dynamische Anpassung des Kartenmaterials. Allerdings erweisen sich einige der teuer bezahlten Zusätze in der Praxis als unbrauchbar.

Die Navigation beherrschen alle Hersteller. Nun versuchen sie mit zusätzlichen Funktionen die Gunst der Käufer zu erwerben. Der zum Teil riesige Funktionsumfang schlägt sich allerdings auch im Preis nieder. Mindestens 250 Euro müssen Sie für diese Produktklasse investieren. Kleinere Modelle, die meist mit der gleichen Basis-Software arbeiten, gibt es deutlich günstiger. Da stellt sich die Frage: Lohnt sich die Investition in die so genannten Premium-Geräte?

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Einfacher ans Ziel kommen: Navis sollten den Durchblick und die schnellste Verbindung von A nach B haben.

Mit einem einfachen Ja kann man diese Frage leider nicht beantworten. Es gibt Funktionen, die für mehr Sicherheit im Straßenverkehr sorgen. Hierzu zählen die Bedienung der Geräte per Sprachkommando und die ausführliche und gut verständliche Ansage der Fahranweisungen. Auch der Einsatz einer Freisprecheinrichtung ist ratsam, wenn man während der Autofahrt telefonieren will. Doch mit diesen Funktionen steigen die Anforderungen an ein Gerät und damit auch der Preis. Bei Mediaplayern, Bildbetrachtern und sonstigen Sonderfunktionen muss jeder für sich entscheiden, ob sie notwendig sind und sich die Mehrkosten lohnen.

Sprachsteuerung

Bei einem Premiumgerät scheint die Bedienung mit der Sprache zum guten Ton zu gehören. Doch nicht alle Systeme meistern diese Aufgabe mit Bravour, obwohl die Hersteller kräftig mit dieser Funktion werben.

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Die in den Saugnapfhalter integrierten Anschlüsse ermöglichen den sauberen Einbau in ein Fahrzeug. Das Navigationsgerät muss man bei Bedarf nur noch in die Halterung einsetzen.

Gute Ansätze verfolgt Magellan. Mit einem initiierenden Wort startet man die Sprachfunktionen. Doch leider stellt Magellan im getesteten Maestro nur rudimentäre Funktionen parat. Neben dem Zugriff auf einige POIs, können Sie per Sprachkommando die Wegberechnung nach Hause starten oder die Informationen zum aktuellen Standort anzeigen lassen. Besser gelöst haben diese Aufgabe Blaupunkt und TomTom: Beide Systeme ermöglichen die vollständige Adresseingabe. Kommandos für den Wechsel zwischen den unterschiedlichen Menüs gibt es nicht. Eine vollständige Integration gibt es nur bei Falk, Medion und Navigon. Bei diesen drei Systemen können Sie nahezu alle Funktionen mit Ihrer Stimme steuern. Funktioniert der Aufruf der Menüs meist noch reibungslos, so gibt es bei der Eingabe eines Zielorts viele Hürden, die von keiner Lösung vollständig überwunden werden.

Ein häufiges Problem, mit dem die Analyse-Software zu kämpfen hat, sind Sprachfehler und unvollständig bzw. falsch betonte Eingaben. Damit falsch interpretierte Kommandos richtig verwertet werden können, gehen die Hersteller sehr unterschiedliche Wege. Einen echten interaktiven Austausch zwischen Benutzer und Navigationsgerät gibt es bei keinem der Kontrahenten. Die Benutzerführung, die diesem Anspruch am nächsten kommt, stammt von Navigon. Hier sprechen Sie nacheinander Ort, Straße und Hausnummer und das System fasst anschließend die erkannten Elemente in einer Ansage zusammen. Stimmen die Interpretationen, können Sie direkt die Navigation starten. Andernfalls können Sie die falsch erkannten Elemente erneut benennen.

Meist sieht der Ablauf solcher Eingaben jedoch wie folgt aus: Sie werden aufgefordert, den gewünschten Ort zu nennen. Sie sagen beispielsweise "Berlin". Darauf wiederholt das System Ihre Ansage und zeigt eine Liste mit möglichen Treffern an. Stimmt die Interpretation, finden Sie an erster Stelle Berlin. Nun fordert Sie das Gerät auf, die Nummer des korrekten Eintrags zu nennen. Dazu bedarf es eines Blickes auf das Display, damit Sie den richtigen Eintrag wählen können. Nach der Nennung der korrekten Position (im Beispiel "eins") erfolgt ein identischer Ablauf für die Straße. Durch die häufigen Rückfragen und die notwendige Auswahl eines Eintrags aus einer Liste verlieren solche Lösungen ihren Sicherheitsvorteil gegenüber der manuellen Zieleingabe. Denn die Aufmerksamkeit des Fahrers wird sehr stark in Anspruch genommen.

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Die Eingabemaske von Navigon nutzt den breiten Bildschirm optimal aus.Links finden fünf EinträgePlatz, die das System während der Texteigabe dynamisch anpasst.

Zielwahl

Land, Ort, Straße und Hausnummer lassen sich mit allen Geräten direkt eingeben. Schwieriger wird es, wenn man die Zielkoordinaten nicht vollständig weiß. Suchen Sie beispielsweise nach einem Restaurant in der Nähe Ihres Standortes oder nach einem Parkhaus in Gehweite zu einem Restaurant, dann wird es schwieriger. Für solche Situationen haben fast alle Hersteller vorgesorgt. Die Suche nach bestimmten POIs, ausgehend vom aktuellen Standort, ist bei allen Testgeräten möglich. Auch die Suche nach Orten an einem Zielort scheint vielen Herstellern wichtig zu sein. Lediglich Magellan und Navigon verzichten darauf.

Interessant für längere Touren ist die Anzeige bestimmter POIs entlang der geplanten Strecke. Fahren Sie beispielsweise von Wien nach Hamburg, und wollen nur bei einem bestimmten Mineralölkonzern tanken, ist es hilfreich zu wissen, wo sich die entsprechenden Tankstellen befinden. Diesen Komfort bieten nur drei Systeme: die von Garmin, Medion und TomTom.

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Auf Seite 2: Verbindungsabbrüche und Sinn oder Unsinn von Mediaplayern...

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