GTA-Alternative

Watch Dogs 2 im Test: Keine Open-World-Offenbarung

Watch Dogs 2 tritt in die Fußstapfen von Watch Dogs, das seinerzeit viel versprach, viel hielt, aber auch viel verpasste. Mal schauen, was Watch Dogs 2 so zu bieten hat.

Watch Dogs 2 im Test

© Ubisoft

Wir haben Watch Dogs 2 im Test.

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EUR 50,90

Pro

  • Tolle Atmosphäre
  • Gute Grafik
  • Stimmige Vertonung
  • Coole neue Gadgets

Contra

  • Schlechte Inszenierung
  • Blasse Charaktere

Fazit

Watch Dogs 2 ist keine Offenbarung, aber ein unterhaltsames Open-World-Spiel.
Gut

Watch Dogs 2 könnte man als GTA mit Hacking beschreiben. Das würde dem Spiel jedoch nicht gerecht. Denn ein einfacher Abklatsch von GTA? Das ist Watch Dogs 2 nicht und das war auch schon Watch Dogs nicht. Ubisoft hat mit der Franchise Eigenständigkeit bewiesen und untermauert sie mit Teil 2.

Watch Dogs 2 im Test: Die Story

Wir spielen Marcus Holloway, der im Gegensatz zu Aiden Pearce, dem Held des Vorgängers, nicht mehr so bierernst daher kommt. Außerdem arbeiten wir von Anfang an im Verbund mit den Hackern, die sich Ded Sec schimpfen und gegen das korrupte System aus Politik und Wirtschaft kämpfen. Im Fokus: Die Firma Blume, die nach den Ereignissen aus Watch Dogs, an ctOS 2.0 arbeitet, einem weltweit umspannenden Netzwerk, das die privaten Daten sämtlicher Bürger sammelt und den Strafverfolgungsbehörden (und vielen anderen) zur Verfügung stellt. Dusan Nemec, Chef von Blume, will ctOS 2.0 an den Meistbietenden verschachern. Grund genug für Ded Sec, den Kampf gegen Blume zu intensivieren.

Watch Dogs 2 im Test

© Ubisoft

In Watch Dogs 2 nehmen wir es als Hacker mit einem Konzern auf.

Das war es auch eigentlich schon an Story. Und das Problem? Sie wird auch nicht viel spannender. Die Erzählweise ist gerade in den ersten Spielstunden zu verwirrend, um mitzureißen. Watch Dogs 2 setzt viel Wissen aus Watch Dogs voraus, was sowohl Spieler des Vorgängers als auch Neueinsteiger irritieren dürfte. Charaktere werden eingeführt als ob wir sie schon lange kennen würden. Das wäre okay, wenn die Beziehung der Protagonisten zueinander erklärt würde. Wird sie aber nicht. Generell lässt Ubisoft die Spieler viel zu oft allein und nimmt sie nicht genügend an die Hand. Das größte Problem? Der Fiesling wird viel zu wenig eingebunden als dass wir verstehen könnten, warum er jetzt genau so böse ist. Außerdem hinterlässt gerade die Figur zahlreiche Logiklöcher.

Watch Dogs 2 im Test: Gameplay

Am Gameplay hat sich zum ersten Teil kaum etwas getan. Man fühlt sich sofort zurecht und wird gut an die Spielmechanik herangeführt. Haupt- und Nebenmissionen sind klar voneinander getrennt und teilweise echte Highlights. Die Umgebungen sind toll gestaltet, leider fehlt es an Abwechslung. Denn die Missionen sind fast immer identisch aufgebaut. Wir müssen fast immer Informationen aus einem gesicherten Gebiet beschaffen. Die Vorgehensweise bleibt uns überlassen: Hacken, schleichen oder ballern. Gut nur, dass wir viele neue Gadgets dabei haben, die wenigstens etwas Abwechslung bringen. Dazu zählen eine Drohne oder der Jumper. Diese Hilfsmittel können sogar mit Waffen bestückt werden. Schön: Die KI hat sich deutlich verbessert. Vor allem wenn die Gegner in Gruppen angreifen, haben wir kaum eine Chance. Wir werden flankiert, die Gegner rufen selbstständig Unterstützung und vieles mehr. Gut gemacht.

Watch Dogs 2 im Test: Atmosphäre und Grafik

Watch Dogs 2 im Test

© Ubisoft

Beim Gameplay bleibt das Wesentliche gleich: Wir müssen hacken und flüchten - schleichend oder ballernd.

Ganz viel richtig hat Ubisoft in Sachen Atmosphäre gemacht. San Francisco als Schauplatz ist wunderbar in Szene gesetzt. Wer schon einmal im echten San Francisco war, wird viele markante Orte im Spiel wiederfinden. Im Gegensatz zum Chicago aus Watch Dogs ist San Francisco aus Watch Dogs 2 wirklich ein Augenschmaus. Auch die neue Farbgebung – alles ist lebendiger und bunter – wirkt sich positiv auf die Atmosphäre aus. Schade nur, dass man das Umland so gut wie nicht erkunden darf. Irgendwann erscheint ein Countdown und man wird aufgefordert umzudrehen. Hinzu kommt das bereits aus den Mafia-Titeln bekannte Problem: die Spielwelt wirkt oft nur wie eine Kulisse. Zu wenige Gebäude sind begehbar und es gibt viel zu wenige Nebenbeschäftigungen. Hier hat GTA eigentlich immer die Nase vorn.

In Sachen Grafik muss sich Watch Dogs 2 nicht verstecken. Zwar hat sich im Vergleich zu Watch Dogs recht wenig getan, doch alles wirkt einfach stimmiger und überzeugender als noch im Vorgänger. Hin und wieder hat das Spiel zwar mit der Schattendarstellung zu kämpfen, doch über derlei Kleinigkeiten kann man durchaus getrost hinweg sehen.

Watch Dogs 2 im Test: Fazit

Watch Dogs 2 hatte enorm viel Potenzial und hat die Erwartungen im Vorfeld immens nach oben geschraubt. Dem kann das Spiel nicht gerecht werden. Zu oft wirkt es zusammengewürfelt und inkonsistent. Es fehlt an gelungener Inszenierung. Viel zu viel wird vorausgesetzt, viel zu wenig wird erklärt, Charaktere sind flach und wenig überzeugend. Spielerisch kann man Watch Dogs 2 indes nur recht wenig vorwerfen – bis auf die recht monotonen Hauptmissionen. Generell: Watch Dogs 2 ist ein gutes Open-World-Actionspiel geworden. Aber eben kein richtiges Highlight.

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