Testbericht

Vergleichstest Webcams

Die Messenger-Kultur des Highspeed-Internets kennt keine Grenzen. Videotelefonie und Internet- Chat bieten heute alle namhaften Chat-Tool-Anbieter. Deshalb liegen Webcams voll im Trend; Auswahl und Preisspannen sind enorm. Wir haben die neuesten Modelle ins Visier genommen.

Hardware Webcams: Webcams

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Die Kandidaten im Testfeld.

Die Messenger-Kultur des Highspeed-Internets kennt keine Grenzen. Videotelefonie und Internet- Chat bieten heute alle namhaften Chat-Tool-Anbieter. Deshalb liegen Webcams voll im Trend; Auswahl und Preisspannen sind enorm. Wir haben die neuesten Modelle ins Visier genommen.

Am 21. Februar 2001 meldete der Nachrichtendienst ZDNet, dass Deutsche kein Interesse am Streaming hätten. Nach einem Bericht von "Netvalue" seien nur 13,8 Prozent der Bundesbürger an Audio-oder Video-Streams interessiert. Diese Situation hat sich grundlegend gewandelt. Der BITKOM zitierte im September 2007 eine forsa-Studie bei der u. a. heraus kam, dass 61 Prozent aller Schüler und Studenten schon einmal jemanden über das Internet mit Hilfe von Webseiten oder Instant Messangern kennen gelernt haben. Heute wird der "MSN-Messenger" mit jedem neuen Windows Vista Betriebssysem mitgeliefert. Chatten mit Hilfe von Kommunikations-Software gehört insbesondere für junge, moderne Menschen genauso zum PC-Alltag dazu wie das Internet selbst. Die hohen Download-Bandbreiten der DSL- Anbieter sind aber nicht der Schlüssel zu flüssigen Video-Chats.

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Die Kandidaten im Testfeld.

Hürden im Web

Entscheidend für gutes, flüssiges Video-Streamen ist die Upload-Rate. Wir haben unsere Tests mit einer Standard-DSL-Leitung durchgeführt, die über eine theoretische Upload-Rate von 512 KBit verfügt. Messenger-Programme, die über eine Videofunktionalität verfügen, gibt es relativ viele, wie etwa Yahoos "Instant Messenger", Skype, ICQ oder AOLs AIM. Die besten Ergebnisser erzielten wir aber bislang mit dem Microsoft MSN Messenger bzw. dem Live Messenger. Deshalb haben wir auch dieses Mal für den Praxistest das Microsoft-Produkt gewählt.

Allerdings war das Ergebnis nicht gerade beeindruckend. Keine der getesteteten Webcams kam auf eine ansehnliche Bildwiederholrate. Mehr als fünf Bilder pro Sekunde lieferten die Kameras nicht. Zusätzlich verschlechterte sich das Videobild durch so genannte "Lags", die das Bild quasi einfrieren.

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Verwirrung a la Philips: Text und Bildaussage widersprechen sich hier gewaltig.

Das ist für flüssige Videotelefonie völlig unzureichend und wirft die Frage auf, ob es Sinn macht, eine hochwertige und teure Webcam zu kaufen, die eine Videoauflösung jenseits von VGA verspricht (640x480 Bildpunkte bzw. 0,3 Megapixel). Denn schon bei einer Videoübertragung mit XGA (1024 x 768) fallen pro übertragenem Bild rund ein Megabyte mehr an Daten an. Für ein halbwegs flüssiges Bild sollten aber etwa 15 Bilder /s angestrebt werden.

Die hohe Auflösung einer Webcam kommt vor allem jenen zugute, die häufig von sich selbst Schnappschüsse oder kleine Videos drehen, um diese per E-Mail an Freunde zu versenden. Besonders bei der Qualität der Fotos haben wir große Unterschiede bei den einzelnen Modellen feststellen können. Wer gerne "Fun-Movies" dreht, sollte auch ein Auge auf die Software werfen, die die Hersteller den Produkten beilegen. Besonders viel Spaß versprechen die Filter, die man über das Webcambild legen kann. Auch hier unterscheiden sich die Hersteller deutlich in ihren Angeboten.

Kommentar von Oliver Ketterer

Video-Euphorie? Zwischen drei und fünf Bilder pro Sekunde haben die Webcams in unserem Test angezeigt. Und das mit einem ordentlichen Internet-DSL-Anschluss und einer Upload-Rate von 512 Kilobit. Diese "Dia-Schau" gleicht genaugenommen einer Bankrotterklärung der Video-Messenger. Richtige Videotelefonie sollte anders aussehen. Mag sein, dass sich hier mit neuen Kompressionsmethoden und noch breiteren Leitungen etwas verbessern lässt. Aber bis es so weit ist, verpasst man nicht wirklich viel, wenn man sich auf ein Internet-Telefonat beschränkt und vielleicht dazu ein Bild des Gesprächteilnehmers betrachtet.

Oh! Quelle malheur! Wie konnte denn das nur passieren? Die einzige Webcam mit "Night Vision Infrared"-LEDs im Test hat unseren Testparcours nicht schadfrei überstanden und musste kurz vor dem Ziel ausgemustert werden. Die Genius iSlim 321R hat wohl unsere hellen Tageslicht-Leuchten, die wir verwenden, um die Testcharts ins rechte Licht zu setzen, nicht vertragen. Leider produzierte die Webcam nur noch völlig überstrahlte Schwarzweiß-Bilder, die wir natürlich nicht auswerten konnten. Besonders bedauerlich ist dies auch deshalb, weil Genius dieser Kamera neben der "Crazy Talk Cam Suite" auch einen "Crazy Talk Avatar Creator" beilegt, mit dem man seinen eigenen Avatar erstellen können soll. Das wäre zumindest einen Versuch wert gewesen. Oliver Ketterer, Redakteur

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Genius iSlim 321R

Auf Seite 2 stellen sich die Webcams von Logitech den knallharten Messmethoden...

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