Testbericht

Vergleichstest Surround-Receiver

Denon, Onkyo, Pioneer und Yamaha besetzen die Hauptrollen ihrer im Receiver-Oberschicht-Milieu angesiedelten Blockbuster fürs jüngste Sequel mit neuen Modellen. Wir lassen die spannendsten Receiver des Jahres 2007 gegeneinander antreten. Wer verdient einen Oscar?

  1. Vergleichstest Surround-Receiver
  2. Teil 2: Vergleichstest Surround-Receiver
Surround-Receiver

© Archiv

Surround-Receiver

Produktplaner kennen keine Gnade. Mehr als ein Jahr geben sie den meisten AV-Receivern nicht Zeit, ihre Aufgaben zu erfüllen, dann kommt schon die nächste Generation zum Zuge. So schicken die vier Größen im AV-Receiver-Business, Denon, Onkyo, Pioneer und Yamaha, zum Jahresende neue Heimkino-Maschinen in den heißen Fight um die Käufergunst - ziemlich genau ein Jahr nach dem letzten Modellwechsel. Natürlich ist auch diesmal wieder alles größer, besser und schöner - in den Prospekten auf jeden Fall. Selbstverständlich haben alle ihre Platinen- und Frontplatten-Layouts wieder neu geordnet. Den deutlichsten Schritt machte allerdings Pioneer.

Denon AVR-2808

© Archiv

Surround-Receiver: Denon AVR-2808

Am VSX-LX 60 erinnert nichts mehr an die Vorgängergeneration. Sogar das Schwarz ist jetzt noch schwärzer dank Tiefenglanz gegenüber Matt-Look. Und Silber gibt es jetzt in der Oberklasse der Japaner gar nicht mehr. Das sind jedoch nur Äußerlichkeiten. Unterm Blech dreht Pioneer wie die drei Mitbewerber vor allem im Digitalbereich an der Innovationsspirale. Wer in den Kreisen der schwarzen Schönheit heute etwas gelten will, der muss die neuen nativen 7.1- Bitstreams von Dolby Digital TrueHD, DD Plus und DTS-HD Master Audio via HDMI 1.3a annehmen und dekodieren können. Wenn es auch derzeit kaum Software gibt und Kommentarspuren durch ausgelagerte Dekodierung verloren gehen, fordert der Puls der Zeit seinen Preis.

Denon AVR-2807

© Archiv

Denon räumte mit dem gesamten Receiver-Layout gründlich auf. Ziel: möglichst kurze Signalwege und gute Abschirmung der Baugruppen.

Dem zollen natürlich auch Denon, Onkyo und Yamaha Tribut, die sich gegenseitig belauern wie die Besetzer des Nakatomi-Buildings und die Polizei- Swats in ?Stirb langsam?, dem ersten Teil der Erfolgsserie, in dem der junge Bruce Willis in allerlei haarige Situationen gerät. Die restlichen Drei beherrschen selbstverständlich auch die neuen Tonformate und hantieren mit HDMI 1.3a. Das Sequel des Blockbusters Denon AVR-2807, der schon gegen den Großvater des Yamaha RX-V 1800 antrat, wurde komplett überarbeitet. Damals gab es ein klangliches Patt mit gegensätzlichen Vorzeichen und auch sonst schenkten sich die Erzrivalen wenig.

Testbericht

Denon AVR-2808
Denon
1.200 Euro

Surround-Receiver

Weitere Details

74 Prozent

Fazit:Kleine Schwächen im Detail, dennoch schnürt Denon hier ein harmonisches Paket für Audio- und Vidiofans

Testurteil
gut
Preis/Leistung
sehr gut

Schon damals glänzte der Denon mit seinem Ausstattungsumfang, weshalb sich die Entwickler für die Neuauflage AVR-2808 vor allem das Innenleben vornahmen und die Topologie der Baugruppen für die Welt digitaler Medien und Multimedia-Interfaces optimierten. Als HDMI Einzug in die Receiver hielt, wurden die nötigen Schaltungen so gut es geht in ein bestehendes Konzept integriert. Jetzt passte Denon auch die gesamten Verstärkerzüge den veränderten Anforderungen an, um ein Maximum an Bild- und Ton-Qualität zu erzielen. So wanderten die sieben Endstufen samt ihres Kühlkörpers nach vorne hinter die Frontplatte und die digitalen Audio- und Video-Schaltungen samt der analogen Vorstufensektion sitzen direkt hinter den Eingängen, um die Signalwege so kurz wie möglich zu halten.

Denon AVR-2808

© Archiv

Nimm zwei: Denon kommt mit einer hervorragenden Haupt- und einer Zone-2- Fernbedienung.

Diesen Weg wählte auch Yamaha für den RXV 1800, wobei in beiden Fällen der Transformator auf der linken Geräteseite direkt neben der Hauptplatine sitzt. Onkyo setzt dagegen bei ansonsten identischer Schaltungs-Philosophie die Leichtmetall-Kühlkörper der Endstufensektion als Abschirmung gegen Einstrahlungen aus dem zwischen Endstufe und Frontplatte untergebrachten Netzteil ein. Pioneer schirmt seine innerhalb eines regelrechten Kühlschachts in zwei Reihen angeordneten Endstufen durch die Kühlköprer gegen die Netzversorgung ab und die restlichen Schaltkreise umgekehrt von den hohen Strömen der Leistungssektion. Die Eingangssektion sitzt, durch den einkesselten Endstufenblock von allem abgeschirmt auf der rechten Seite zusammengefasst. Damit spiegelt sich der Preis eindeutig in der Sorgfalt und dem Aufwand der Konstruktion, denn Onkyo und Pioneer markieren mit 1.400 Euro die Spitze des Testfeldes, wobei ersterer durch besonders hochwertige Bauteile und Detaillösungen auffällt.

Bildergalerie

Yamaha RX-V 1800
Galerie
Hifi & MP3

Yamaha RX-V 1800

Technische Highlights

Während Zertifizierungen, etwa nach THX Ultra 2 (Onkyo) und THX Select 2 (Pioneer), sich in Tests eher in der Bedruckung der Frontplatten als in den Testergebnissen spiegelten, gibt es neben kleinen Unterschieden in der Anzahl der HDMI-Eingänge auch echte, zugkräftige Alleinstellungsmerkmale: Der Pioneer darf sich als einziger rühmen, direkt mit dem serienmäßigen Lieferumfang ready für den iPod zu sein. ?Simple, but it works?, sagt man im Englischen zu Lösungen wie dem Beipakkkabel des Pioneer, mit dem der Apple iPod Anschluss an den VSX-LX 60 findet und Bild und Ton über die Anlage wiedergeben kann. Für die drei anderen Kandidaten gibt es Dokkingstationen nur optional.

Onkyo TX-SR 875

© Archiv

Der Onkyo TX-SR 875

In der Praxis fielen kleine Unterschiede auf: Der Onkyo lässt sich vorbildlich, fast intuitiv bedienen, was bei seinem Ausstattungsumfang doppeltes Lob verdient. Der Yamaha bot eine eigenwillige Logik der Menühierarchie: Die Aktivierung des Rauschgenerators zur Pegelanpassung der Lautsprecher findet sich verborgen in einem Untermenü. Das ist nicht unbedingt selbsterklärend und legt die Verwendung, der selbst innerhalb der Redaktion generell nicht unumstrittenen Einmessautomatik-Lösung nahe. Der Denon sorgte für deutlich vernehmliche Klickgeräusche während der Lautstärkeveränderung, der Pioneer für dezentere, aber immer noch auffällige Klicks plus häufiges Lüfterrauschen. Ersterer leistete sich recht lange Bild- und Tonausfälle, wenn man die Pure-Taste zur Abschaltung von Display und unbenutzten Schaltkreisen drückte. Aber immerhin wirkte die Funktion nicht nur während der Musikwiedergabe, sondern auch während Videos durchgeschleift wurden.

Testbericht

Onkyo TX-SR 875
Onkyo
1.400 Euro

Surround-Receiver

Weitere Details

76 Prozent

Fazit:Dieser Onkyo glänzt durch seine besondere Ausgewogenheit in sämtlichen Disziplinen.

Testurteil
sehr gut
Preis/Leistung
sehr gut

Der Klangeffekt ließ sich mit einer Zunahme des Gänsehaut-Faktors heraushören und fühlen. Am Pioneer fiel auf, dass er nur fünf Stufen zur Anpassung der Übergangsfrequenzfür das integrierte Bassmanagement bot. Onkyo und Denon markierten dagegen mit zehn Stufen in diesem Punkt das Maß der Dinge.

Wenn HDMI im Blickfeld des Käufers liegt, gibt sich der Denon AVR-2808 mit zwei Eingängen am knauserigsten, Pioneer liegt mit drei in der Mitte und Onkyo sowie ausgerechnet der preiswerteste Receiver im Test, der Yamaha, bringt es auf vier Eingänge und einen Ausgang.

Mehr zum Thema

Teufel Cinebase
Sounddeck

Die Teufel Cinebase kommt mit Bluetooth und NFC und verspricht besten Heimkino-Surround-Sound. Ob das Sounddeck diesen auch liefert, zeigt unser Test.
Panasonic SC-HTB485
Soundbar

Der Soundbar Panasonic SC-HTB485 verspricht Heimkino-Sound für wenig Geld. Im Test prüfen wir, ob der Klangbalken auch abseits des Preises…
UE Roll im Test
Ultimate Ears

Der UE Roll ist platt wie eine Flunder und einsatzbereit für nahezu jede Outdoor-Action. Wir haben das kleine Klang-Ufo von Ultimate Ears im Test.
Sony SRS-X99 Test
Bluetooth-Lautsprecher

Der Sony SRS-X99 kombiniert edles Gehäuse mit aktuellen Technologien. Wir haben die kabellose Lautsprecher-Neuheit mit WLAN im Test.
Philips SoundStage HTL5130B
Sounddeck

Unter dem Dach der Gibson Brand wurde das neue Philips SoundStage HTL5130B vorgestellt. video testet, was das Sounddeck klanglich kann.