Testbericht

Vergleichstest Steuer-Software

Mehrwertsteuererhöhung, Kürzung der Kilometerpauschale - Steuersparprogramme helfen, die steuerlichen Gestaltungsspielräume auszunutzen. Ein Vier-Gänge-Menü darf man aber nicht erwarten, eher ein Mensa-Essen. Denn Lösungen für knifflige Steuerprobleme muss der Nutzer selbst finden.

  1. Vergleichstest Steuer-Software
  2. Lexware Taxman 2008
Vergleichstest Steuersoftware

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Vergleichstest Steuersoftware

Rund 20 Milliarden Euro beträgt die Summe, die von den Finanzbehörden im Zuge der Steuererklärungen Jahr für Jahr an die Bürger ausgeschüttet wird. Rein statistisch beläuft sich die Höhe der Rückzahlung auf rund 800 Euro pro Steuerfall. Ob es sich lohnt, ein Wochenende für den öden Papierkram zu reservieren, kommt auf den Einzelfall an.

Wer etwa den Arbeitgeber gewechselt hat und über das Jahr unterschiedlich viel verdient hat, kann in aller Regel immer mit einer Rückerstattung rechnen. Gleiches gilt für Steuerzahler mit außergewöhnlich hohen Belastungen oder Werbungskosten. Auch hier darf man auf einen freundlichen Brief vom Finanzamt hoffen.

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Konz Steuersoftware 2008
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Software:Büro-Software

Die Karten sind verteilt

Lexware Taxman 2008: Oberfläche

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Taxman: Wer die Vorversion nutzt, kann die Daten aus dem vergangenen Jahr komfortabel importieren.

Während die Finanzämter den Steuerzahler mit einem Schwung komplizierter Formulare im Regen stehen lassen, setzen Steuerprogramme die Fragen des Fiskus in einem leicht verständlichen Interview um, das bei den meisten Programmen sogar von Videosequenzen begleitet wird.

Ebenfalls zur Grundausstattung gehört bei allen Programmen ein umfassender Ratgeber, der das notwendige Hintergrundwissen für die Bearbeitung des Steuerfalls liefert. In aller Regel führen Querverweise direkt aus der Steuererklärung zu den betreffenden Textstellen, sodass sich Anwender den Umweg über die Suchfunktion häufig sparen können.

Lediglich spezielle Sachverhalte sind manuell zu recherchieren. Ein weiterer Vorteil sind Plausibilitätskontrollen, mit deren Hilfe Zahlendreher oder grobe Unstimmigkeiten schneller entdeckt werden können. Zudem liefert ein kommentierter Steuerbescheid Hinweise auf etwaiges Optimierungspotenzial.

Buhl Data WISO Sparbuch 2008: Oberfläche

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Die Plausibilitätskontrolle gehört zum Standard guter Steuerprogramme.

Der Markt für Steuerprogramme ist seit vielen Jahren in festen Händen. Lexware, Buhl Data und Akademische Arbeitsgemeinschaft sind die Säulen eines Oligopols, das für neue Anbieter kaum zu durchbrechen ist. Den meisten Einsteigern ging bereits nach wenigen Jahren die Puste aus. Zu kompliziert ist das deutsche Steuersystem, zu mächtig die Marktmacht des Spitzentrios.

Während Lexware mit Taxman und QuickSteuer zwei nahezu baugleiche Steuerprogramme ins Rennen schickt, gibt es zwischen t@x und WISO Sparbuch von Buhl Data schon mehr Unterschiede zu verzeichnen. Die Akademische Arbeitsgemeinschaft hat mit der Steuer-Spar-Erklärung hingegen nur ein Programm im Sortiment.

Abgesehen vom Taxman sind alle Anwendungen in unterschiedlicher Ausführung zu haben. Die Einstiegsversion kostet zumeist weniger als 15 Euro und ist für Anwender mit einfachen Steuerfällen gedacht. Die Plus-, Professional- oder Deluxe-Varianten sind hingegen für mittelschwere Fälle gedacht. Wer Immobilien besitzt, eine Familie hat oder Einkünfte aus Kapitaleinkünften bezieht, findet in den erweiterten Nachschlagewerken Antworten zu allen gängigen Fragen.

Mit Zusatzprogrammen zur Buchhaltung oder Reisekostenabrechnung und allen notwendigen Formularen versorgt die Mittelklasse der Steuerprogramme auch Selbstständige mit den passenden Rahmenbedingungen. t@x, WISO Sparbuch und die Steuer-Spar-Erklärung sind darüber hinaus auch als Business-Edition zu haben.

Ohne Fleiß kein Preis

Steuer-Spar-Erklärung 2008 Plus: Oberfläche

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Der Bescheidprüfer schaut dem Finanzbeamten auf die Finger.

Zu viel sollte man von den digitalen Steuerberatern aber besser nicht erwarten. Keines der Programme im Test kann zaubern. Im Gegenteil: Wie jede andere Software basiert auch ein Steuerprogramm auf standardisierten Abläufen. Die Fähigkeit, sich auf die persönlichen Belange des Anwenders einzulassen, ist entsprechend gering. Das ist nirgendwo besser zu erkennen, als bei der Anwenderunterstützung.

Fast jede Software weist aktiv auf Steueränderungen oder Spartipps hin. Da die persönlichen Verhältnisse der Anwender nur unzureichend berücksichtigt werden, bleibt die Software allgemein und unverbindlich. So weisen die meisten Programme vor allem auf jene Sachverhalte hin, die viele Steuerzahler betreffen, wie die Halbierung des Sparerfreibetrags oder die Kürzung der Kilometerpauschale.

Ebenso dürftig sind die Kommentare des Steuerbescheids. Viel mehr als einen Verweis auf ungenutzte Pauschbeträge und Vorsorgeaufwendungen darf man vom simulierten Steuerbescheid nicht erwarten. Wer seine Steuerlast wirklich senken will, muss sich die richtige Strategie selbst erarbeiten.

Abgesehen von der Umsetzung der gesetzlichen Änderungen hat sich bei den Steuerprogrammen in diesem Jahr wenig getan. Die meist kleineren Anpassungen betrafen vor allem die Benutzerführung.

So hat Lexware den Steuerprogrammen Taxman und QuickSteuer Deluxe eine vereinfachte Datenübernahme aus dem Vorjahr spendiert, während bei WISO Sparbuch ein Fristenkalender für Steuertermine und eine effizientere Suche im Steuerratgeber hinzugekommen sind. Lediglich die Steuer-Spar-Erklärung bringt Abwechslung in die langweiligen Vorstellung. Die Software läuft komplett vom USB-Stick.

Fazit

Die gute Nachricht ist, dass unser Steuerfall mit allen getesteten Anwendungen zu lösen war - vorausgesetzt, man erwartet nicht, dass einem die Lösung auf dem Silbertablett serviert wird. Insbesondere zu Spezialfragen wie Abfindungen, Bewirtung von Mitarbeitern oder Renten sind mehr oder weniger aufwändige Recherchen aber unvermeidlich.

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