Testbericht

Vergleichstest: High-End-TV

Der Schönste, der Neueste oder schlichtweg der Beste? Wer diese Anprüche auf den TV-Wunschzettel schreibt sucht Luxus ohne Kompromisse. Wir haben fünf Topmodelle renommierter TV-Marken auf ihre Tauglichkeit getestet.

Luxus-TV

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Luxus-TV

Philips 42 PFL 9900 D/10

Aurea heißt der neue Würdenträger des niederländischen Unternehmens. Ein Stück Gold, das die Sinne verzaubern soll. Als erstes Gerät des neuen LineUps vereint er sämtliche Toptechnologien unter einem Mantel. Darunter die neueste Evolutionsstufe der für Philips so charakteristisch gewordenen Umgebungsbeleuchtung Ambilight, mit dem Namen ?Spectra?. Wer die konsequente Weiterentwicklung von ?Ambilight? seit der Geburt 2004 verfolgt, konnte es ahnen: Nach den ?Surround?-Modellen, die ihr Licht in alle Richtungen sandten, musste Philips für die Evolution den Sprung in eine neue Dimension wagen. Und die strahlt mit ?Spectra? dem Zuschauer entgegen.

Philips Aurea

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Beim Aurea-LCD-TV von Philips passt sich die Außenbeleuchtung automatisch der Farbgebung des Panelinhalts an.

Der erste Blick zeigt nur eine Auffälligkeit: Sowohl der edle Standfuß aus Milchglas sowie der Rahmen erstrahlen in mattem Weiß. Zwischen all den schwarzen Hochglanz-Fernsehern der letzten Monate ist das eine echte Ausnahme.

Aurea

Wer den ?Aurea? erweckt, beginnt nun zu verstehen: Gerade noch mattweißer Kunststoff, schon erstrahlt der Rahmen plötzlich als eine vom Bild kontrollierte Farbprojektion. Je nach Inhalt gleicht der Algorithmus die Außenbeleuchtung der Farbgebung des Panelinhalts an. Wie intensiv und schnell Ambilight diese Wechsel vollzieht, bestimmt der Nutzer dabei selbst. Wer das bunte Treiben schließlich satt hat, fixiert entweder eine Farbe oder schaltet Ambilight ganz einfach ab.

Philips Aurea

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Vom Feinsten: Der Standfuß aus Milchglas und Metall ist fast zu schön, um den ?Aurea? an die Wand zu montieren.

Seit diesem Jahr setzt Philips Ambilight auf Leuchtdioden (LED). Das spart zum einen Strom und schafft zum anderen überhaupt erst genügend Platz, um Ambilight unter dem halbtransparenten Frontrahmen zu verstecken.

Allerdings endet ?Ambilight Spectra? nicht mit dem Leuchtrahmen, sondern erstreckt sich ?surround? auf alle Bereiche der Wand hinter dem Fernseher. Wie ein Schmuckstück am Körper, so kommt ?Aurea? erst als Wandmontage richtig zur Geltung. Die passende Halterung liefert Philips gleich mit. Vorzugsweise an einer weißen Wand hängend, lässt die farbige Aura den 42-Zöller förmlich im Raum schweben. Zudem vergrößert sich das subjektive Gerätesichtfeld erheblich.

In der Redaktion gingen die Meinungen über das neue Konzept auseinander: Den einen war der ?Retro-Chic? zu billig, andere fühlten sich durch den beleuchteten Rand vom eigentlichen Bildinhalt abgelenkt. Wer an Ambilight jedoch schon Gefallen fand und dessen entspannende und sinneserweiternde Wirkung zu schätzen weiß, wird auch ?Ambilight Spectra? und damit das neue Flaggschiff ?Aurea? lieben. Denn vielmehr als ein Heimkinopanel, soll Aurea ein Liebhaberstück, ein Designmöbel oder einfach nur ein innovativer Fernseher sein.

Philips Aurea

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Vorbildlich: Selbst Fernbedienung und Handbücher hat Philips in einem schmucken Karton verpackt.

Bedienung

Auch die Fernbedienung hat einen ?Aurea?-Stempel bekommen ? einen Schieber, der die Intensität der Lichtshow mit einem Wink ändert. Gleich daneben die ?Ambilight?-Taste, die dem Farbspiel auf Wunsch ein Ende macht. Netter Trick: Hält man die Taste im ausgeschalteten Zustand mehrere Sekunden gedrückt, aktiviert sich Ambilight als schicke Raumbeleuchtung ohne TV-Bild. Die Ausstattung selbst entspricht den anderen Philips-Topmodellen: drei HDMI-Ports, die neben 1080p24- Signalen bei Philips erstmals HDMI-CEC-Signale verstehen. Zu Anfang gibt es jedoch nur rudimentäre Funktionen wie das gemeinsame Ein- und Ausschalten. Zukünftige Firmware-Updates könnten diese Funktionalität erweitern.

Erfreulich: Das Tonsignal über die analogen Ausgänge wird erst dann gesendet, wenn das Bild auch aufbereitet ist (LipSync).

Bildergalerie

Philips Aurea
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Luxusklasse

Beim Aurea-LCD-TV von Philips passt sich die Außenbeleuchtung automatisch der Farbgebung des Panelinhalts an.

Schon bei der Konzeption des ?Aurea? haben die Holländer nichts dem Zufall überlassen. Allein die Kartonage hebt sich von den Mitbewerbern ab. Heraus kommt neben dem TV-Gerät eine kleine Schachtel, in der Fernbedienung und Handbuch edel gebettet liegen. Beim Erst-Start erwartet den Nutzer ein Installationsassistent. Über sieben Vergleichsbilder stimmt er die visuellen Präferenzen mit den Bildparametern im Hintergrund ab. In darauf folgenden Schritten werden Ambilight und Tonsystem justiert.

Bildqualität

Einige Korrekturen bedurfte es im Test trotzdem. Vor allem Farben und Kontraste hat Philips für die Auslieferung zu stark aufgedreht. Interessant ist der Einfluss des Ambilight-Rahmens auf die Wahrnehmung der Bildqualität. Am Beispiel des Schwarzwertes lässt sich dieser besonders gut erklären: Diesen hat Philips laut Messprotokoll im Vergleich zu anderen Modellen der neuen Generation sogar verschlechtert, allerdings wohl mit Absicht, um dem Bild genügend Strahlkraft zu geben und es nicht ausdruckslos zwischen der Lichtshow untergehen zu lassen. Schlimm ist das nicht, da sich die optische Referenz am Rahmen orientiert und selbst das leicht angegraute Schwarz damit Tiefschwarz wirkt.

Gut ist Philips die Farbabstimmung gelungen, die von den LCD-TVs des Testfeldes den Werten des Pioneer am nächsten kommt.

Egal, über welche Eingänge man den Full-HD-Schirm füttert, dank der Bildoptimierung ?Pixel Perfect HD? brilliert er mit bester Schärfe. Selbst das Bild des Analogtuners erscheint detailreich gezeichnet, nur leichte Doppelkonturen trüben das Bild. Für Full-HD-Signale will das Bildformat händisch auf ?nicht skaliert? umgeschalten werden. Erst dann darf man die atemberaubende Schärfe des unskalierten HD-Bildes in voller Pracht erleben.

Für eine optimale Bewegungsdarstellung schickt Philips ?HD Natural Motion? ins Rennen. Einmal aktiviert, interpoliert die Schaltung alle eingehenden Signale und sorgt für eine flüssige Darstellung auf dem 100-Hz-Panel. Mit ?Minimum? und ?Maximum? stehen zwei Einstellungen zur Wahl. Erstere bleibt näher am Filmoriginal, letztere sorgt für flüssigere Bewegungen. Dem Tester gefiel ?Minimum? besser, da das Bild in dieser Einstellung originaler und nebenbei auch fehlerfrei ist. Selbst in schwierigen Schwenks kitzelt die Philips-Schaltung eine Detailfülle heraus, die diese 100-Hz-Schaltung zur besten am Markt erhältlichen kürt.

Ton

Das Thema Ton zu übergehen, hieße eines der Schmankerl im Aurea zu ignorieren. Gleich 24 Treiber hat Philips unsichtbar in den Rahmen eingebaut, jeweils zwölf pro Seite. Der Ton dringt durch einen schmalen Schlitz an der Seite. Unterstützung bekommen die Treiber von zwei rückwärtig eingebauten Subwoofern. Dass nun der TV-Ton High-End-Ansprüche befriedigt, wäre zu weit gegriffen. Aber immerhin schafft es das Speakersystem einen vollständigen Klangteppich um den Zuschauer zu legen. Dabei treten die Speaker weniger aggressiv zutage. Gerade an einem Fernseher, der als Designstück auch ohne zusätzliche Lautsprecher auskommen muss, kann man Philips zu dieser Architektur nur gratulieren.

Testbericht

Philips 42 PFL 9900 D/10
Philips
4.000 Euro

42-Zoll-LCD-Fernseher

Weitere Details

73 Prozent

Fazit:Bietet von allem das Beste ohne Kompromisse, den Namen "Gold" trägt das Gerät deshalb zu Recht

Testurteil
sehr gut
Preis/Leistung
sehr gut

Pioneer PDP-LX 508

Kuro kommt aus dem Japanischen und heißt ins Deutsche übersetzt ?Schwarz?. Mit dem Projekt ?Kuro? setzte Pioneer im Frühjahr des Jahres den Weg zur Edelmarke fort. Teil davon ist ein neues Händlerkonzept, das es nur noch den besten Händlern erlaubt, Pioneers beste Produkte zu verkaufen. Da der PDP-LX 508 D der beste Plasma seiner Größenklasse ist, ist er nur bei so genannten Premium+ - Händlern erhältlich. Den nächstgelegenen finden Sie unter: [ext:http://www.pioneer.de/de/products/shops/ premium/index.html/][/ext]

Ausstattung

Für den Verkaufspreis von 5.200 Euro kommt erst mal nur das Panel ins Haus. Wer Bedarf an Lautsprechern oder einem Standfuß hat, muss in Pioneers Zubehör-Linie investieren. Bei der Wahl des Standfußes sollte man allerdings nicht geizen. Die Modelle PTK-TS 28/29 sehen nicht nur billig aus, sondern können dem Edelschirm auch kaum Halt geben. Der PDK-TS25 B ist zwar teurer, aber dafür deutlich stabiler und nebenbei drehbar.

Pioneer Kuro

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Der schwarze Rahmen ist frei von Schnörkeln. Den Standfuß gibt es nur optional dazu ? der gezeigte PTK-TS 28 ist aufgrund seiner Verarbeitung jedoch nicht zu empfehlen.

Äußerlich hätte Pioneer das Display kaum schlichter gestalten können. Eine schwarze Plexiglasscheibe verkleidet die Gerätefront. Ein Mini-LED zur Betriebsstandsanzeige spielt das einzige Design-Element ? das genaue Gegenteil zu Philips Aurea-Lichtschiff.

Weniger asketisch präsentiert sich die Geräterückseite: Hier finden sich mit drei HDMI-Buchsen, drei Scart-Buchsen, einem PC-Eingang und anderen, alles was auf dem Wunschzettel steht. Zu den Besonderheiten gehört der USB-Anschluss, an dem Kameras, Kartenleser oder USB-Sticks für die Diashow andocken. JPG-Fotos stellt der LX 508 D dann als hochauflösende Diashows dar. Die Türen zur Audiowelt öffnen die vier Lautsprecherklemmen, über die der 2x17 Watt starke Verstärker angeschlossene Lautsprecher versorgt. Ein Subausgang versorgt via Cinch einen Aktivwoofer mit den passenden Signalen.

Pioneer Kuro

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Geballt: Dieser Ausschnitt der Anschlussfront steht stellvertretend für Pioneers Maximalausstattung. An Lautsprecherklemmen holen Speaker (6-16 Ohm) die Signale des internen Verstärkers ab.

Bei der Tunerausstattung stellt Pioneer dem analogen Kabeltuner einen DVB- T-Empfänger zur Seite. Dass die eigentlich vor Blockartefakten strotzenden DVB- T-Signale auf diesem 50-Zoll-Schirm vergleichsweise gut aussehen, ist neben Pioneers hervorragender Signalverarbeitung den drei im Menü vorhanden MPEG- Filtern zu verdanken. Damit gilt die Empfehlung in Pioneers Fall klar der Verwendung des Digitaltuners.

Bedienung

Zur Fernbedienung des Boliden kann man Pioneer nur gratulieren: Der schwere Metallblock liegt perfekt in Männerhänden und überzeugt mit knackigen Tastendruckpunkten. Die Taste mit der Aufschrift ?HDMI Control?-Taste verrät, dass auch die HDMI-Eingänge von Pioneer für HDMI-CEC gerüstet sind. Ein Druck auf die Taste zaubert ein Menü herbei, über das sich DVD-Recorder oder Blu-ray- Player von Pioneer komplett steuern lassen. Gelungen!

Für die Umsetzung des Bedienmenüs muss sich Pioneer allerdings Kritik gefallen lassen. Nicht, dass die Komplexität und Fülle nicht ein Segen für Enthusiasten wären, was nicht gefällt, ist die babylonische Transkription der Einstellungen: ?ACL? oder ?DER? sind genau so nichtssagend wie die Einstellstufen ?1?, ?2? und ?3?. Am besten ist allerdings ohnehin der beraten, der den Plasmaschirm gegen einen Aufpreis vom Händler kalibrieren lässt. Über das so genannte C3-Modul kann direkt am Fernseher ein Laptop andocken. Mit Signalgenerator und Messsonde ermittelt der Kalibreur dann die optimalen Bildeinstellungen, die sich für jeden Eingang getrennt in zwei Voreinstellungen ?isf Tag? und ?isf Nacht? abspeichern lassen. Der Zuschauer darf sich damit zurücklehnen und je nach Tageszeit die optimierten Einstellungen genießen. Doch auch ohne Kalibrierung liefert Pioneer seinen PDP-LX 508 D nahezu in Optimaleinstellung aus. Bei ?Film? sollte nur der Schärferegler noch etwas heruntergedreht werden. Und schon spielt der Plasma auf Referenz-Niveau. Kontraste von fast 5000:1 und ein Schwarzwert von 0,02 cd/m2 lassen keine Fragen offen. Die Darstellung der Farben gelingt dem Pioneer absolut richtig und damit auf Kino- Niveau. Kräftig, wenn nötig, und zurückhaltend, wenn es sich gebührt. Vor allem im Direktvergleich zu den vier LCD-TVs ist der Unterschied frappierend. Allerdings lässt sich Pioneer dieses letzte Quäntchen Farbtreue bezahlen. Denn genau der neue Farbfilter macht den Unterschied zum 300 Euro günstigeren PDP-LX 5080 D. Reineres Rot und der noch deutlichere perspektivische Bildeindruck lohnen den Aufpreis.

Testergebnisse

Pioneer PDP-LX 508 D
Pioneer
5.200 Euro

50-Zoll-Plasma-Fernseher

Weitere Details

74 Prozent

Fazit:Mit dem besten Bild des TV-Marktes lässt Pioneer PDP-LX 508 D keine Fragen offen.

Testurteil
überragend
Preis/Leistung
sehr gut

Bildqualität

Auch in Sachen Schärfe braucht sich der FullHD-Plasma nicht vor den LCD- Mitbewerbern verstecken. Im Gegenteil: Frontfilter und der hohe Kontrast verhelfen dem Pioneer zu einer Bildplastizität, wie man sie bisher nicht zu sehen bekam. Gerade an Blu-rays oder HD DVDs kann man sich auf diesem Panel nicht mehr satt sehen. Zumal die Bewegungsdarstellung von 24p-Signalen, die Pioneer seit jeher mit 72 Hertz zeigt, sensationell gut und richtig aussieht.

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