Testbericht

Vergleichstest Gaming-PCs

Gaming-PCs sind die Rallye-Boliden unter den Computern: Hochgezüchtet, wild, schnell und irgendwie unvernünftig. Auf der Teststrecke gehen zwei Werksboliden und drei kleinere Teams im Rennen um den schnellsten Gaming-PC der 1500-Euro-Klasse an den Start.

Gruppe G: Gaming-PCs am Start

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Gruppe G: Gaming-PCs am Start

Vor knapp 25 Jahren knallten die Rallye- Autos der Gruppe B durch die Wälder: Unter den noch an Serienautos erinnernden Karosserien steckten wilde Aggregate mit Turboladern und Kompressoren, ein Allradantrieb bemühte sich, die vielen Pferdestärken auf die Schotterpiste zu bringen.

In der Welt der PCs nehmen reinrassige Gaming- PCs die Rolle der Rallyefahrzeuge ein: Mehr oder weniger auffällige Towergehäuse wie bei Standardrechnern, aber unter der Haube schnelle Mehrkernprozessoren und dicke Grafikkarten, gerne auch gleich im Doppelpack. Denn spielen kann man prinzipiell auch mit einem ordentlich ausgestatteten Mittelklasse-PC, aber für das letzte Quäntchen Leistung braucht es dann doch einen reinrassigen Spieleboliden.

Aber im Gegensatz zu den wilden Gruppe-BRennern machen Spiele-PCs nicht nur auf der Rallyestrecke eine gute Figur, sondern bieten für praktisch alle Anwendungen mehr als genug Leistung. Lautstärke und die Leistungsaufnahme der Boliden im Test sind zwar deutlich höher als die eines Mittelklasse- PCs, aber das ist ja bei den Rennwägen nicht anders, die sind auch durstiger und lauter als ein biederer Golf Turbodiesel.

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Extrem-Tuning: Die Intel-CPU ist beim Testsieger Combat Ready! von 2,5 auf 3,4 GHz übertaktet.

Die Anatomie eines Sportlers

Bei vier der fünf Gaming-Rechner im Test kommt der Motor von Intel und wie bei den Rallye-Autos dominiert hier der Vierradantrieb - bis auf Ultraforce setzen alle Hersteller auf Core-2-Quad-Prozessoren. Auch im einzigen AMD-Rechner im Rennen, dem Wielander Heldenklinge, werkelt ein Phenom-9850-Prozessor mit vier Kernen unter der Haube. Bei älteren Spielen bringt die doppelte Anzahl an Prozessorkernen recht wenig, hier zählt immer noch vor allem die Taktfrequenz, aber aktuelle Games wie Assassins Creed werden immer öfter mit besserem Multithreading programmiert und auch Spiele auf Basis der Unreal Engine 3 profitieren von vier Prozessorkernen. Einen Leistungssprung vergleichbar mit dem von Single- auf Dual- Core kann man hier zwar nicht erwarten, aber eine etwa 15 Prozent höhere Leistung ist möglich, vor allem bei höheren Detaileinstellungen.

Einen Einfluss auf die Spieleperformance der Prozessoren hat aber auch die Größe und die Geschwindigkeit des Prozessorcaches. Hier ist Intel durch den großen und schnellen Level-2-Cache im Vorteil. So kann ein Core 2 Quad der 45-Nanometer- Yorkfield-Baureihe mit zwei mal sechsMByte aufwarten, während AMDs Phenom mit vier mal 512 KByte Level-2-Cache auskommen muss. Der zusätzliche, 2 MByte große Level- 3-Cache hilft hier nur bedingt, da er mit einer Latenz von zirka 40 Prozessorzyklen deutlich langsamer angebunden ist.

Noch wichtiger als die Anzahl der Prozessorkerne ist aber für Spiele-PCs die Grafik-Hardware. Bis auf Belinea setzen hier die Hersteller unserer Testrechner auf Grafikkarten im Doppelpack, meist von Nvidia. Vorteile bringen SLI und Crossfire vor allem bei sehr leistungshungrigen Spielen, die sonst bei höheren Auflösungen und Detailstufen gar nicht mehr spielbar wären. Crysis-Fans greifen hier besser zu einer SLI-Lösung, denn das Spiel läuft auf zwei Nvidia-Karten deutlich besser, als auf einem Crossfire-Duo.

Einen Nachteil haben die Grafikkarten im Doppelpack aber generell: Gerade bei brandneuen Spielen kann es eine Zeit lang dauern, bis angepasste Treiber bereit stehen, mit denen SLI oder Crossfire für das Game genutzt werden oder fehlerfrei funktionieren. Eine Wasserkühlung baute keiner der Hersteller in seinen Rechner ein, trotz teilweise deftig übertakteter Prozessoren. Denn für zwei flotte Grafikkarten und eine aufwändige Flüssigkeitskühlung ließ unser 1500-Euro-Budget dann doch keinen Raum.

Gruppe G: Gaming-PCs am Start

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Extrem-Tuning: Die Intel-CPU ist beim Testsieger Combat Ready! von 2,5 auf 3,4 GHz übertaktet.

Beim Betriebssystem setzten alle Hersteller aufWindows Vista. Der anfangs bestehende Leistungsnachteil bei Spielen gegenüber Windows XP ist mit der aktuellen Treibergeneration egalisiert, wenn die Hardware unter der Haube schnell genug ist. Zudem sind bisher alle Versuche, Windows XP nachträglich DirectX10-fähig zu machen, gescheitert. Wer also die aktuellsten Spiele in ihrer ganzen Pracht genießen will, der ist sowieso auf Windows Vista angewiesen.

Gesamtpunktzahl 100 Systemleistung 40 Ausstattung 30 Ergonomie 15 Service 15
Combat Ready! Gaming PC 81 36 22 9 14
Ultraforce Core2 Duo EX8400 79 33 24 8 14
Dell XPS 630 75 29 27 12 7
Belinea o.max 3 68 23 27 11 7
Wielander Heldenklinge 2844A 63 23 20 11 9

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