Testbericht

Vergleichstest Flachbildfernseher

150 Zentimeter Bilddiagonale und kein Ende ? muss das sein? Was die neuen Flat-Giganten der 57/58-Zoll-Klasse leisten und wer sie überhaupt braucht, zeigt das Duell zwischen Samsungs Plasma und Toshibas LCD-TV.

Flachbildfernseher

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57-Zoll-LCD-Fernseher: Toshiba 57 Z 3030 D

Langsam, aber stetig schoben die TV-Hersteller in den letzten Jahren die Maximaldiagonale ihrer Geräte nach oben: Lange galten 42 Zoll als Maß der Dinge bis 46- und 47- und letztlich 52-Zöller ihre Produktlinien nach oben ab- rundeten. Doch wenn es nach den Produzenten geht, ist das Maß verkaufsfähiger Größen lange nicht voll. Seit Anfang des Jahres tröpfeln die ersten 57- und 58-Zoll-Modelle auf den Markt und schicken sich an, ihre Größe als neue Klasse zu etablieren. Man muss sich diese Größe nochmal auf der Zunge zergehen lassen: 150 Zentimeter misst das Bild in der Diagonale - genug um ein zehnjähriges Kind unterzubringen. Wer braucht diese Riesenwände? Durchschnittsdeutschland verfügt nicht über unbegrenzten Wohnraum. Haben wir es also mit Luxuslösungen für zu groß geratene Penthäuser zu tun? Oder gilt das Prinzip ranrücken, um Kinodimension zu erleben?

Flachbildfernseher

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57-Zoll-LCD-Fernseher: Toshiba 57 Z 3030 D

Der optimale Raum: Eine Voraussetzung für die Bildriesen sind tragende Wände. Nur dort kommen sie entsprechend zur Geltung ? auf ihren Standfüßen stehen sie nicht nur unbeholfen, sondern öffnen schwarze Löcher im Raum. Das liegt auch daran, dass beide Hersteller das Design ihrer Standardlinien einfach aufgeblasen haben, anstatt sie einer neuen, der Größe pässlicheren Gestaltung zu unterziehen. Das gilt leider auch für Lautsprechersysteme: Den Ton geben dieselben Treiber wie in weit kleineren Geräten an. Deshalb klingt das, was aus den Lautsprecherlippen unter den Displays beim Zuschauer ankommt mickrig und flach.

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Die Höhe des Rahmens des Toshiba 57 Z 3030D ließe genügend Spielraum für eine potentere Lautsprecherausstattung.

Anschlüsse: Auch die Anschlussbereiche auf der Rückseite der Riesenschirme wirken verloren. Dennoch haben beide Probanden alle gewünschten Kontakte an Bord. Toshiba spendiert sogar einen Cinchausgang, an dem ein Aktivsubwoofer die tieffrequenten Basssignale abgreifen kann, um so das schwache Soundsystem aufzuwerten. Die enorme Größe und der erforderliche Sehabstand bleiben auch in der Bedienung nicht folgenlos. Die Menüs sind zwar auf beiden Geräten gut lesbar. Allerdings reagiert der Samsungfernseher mit zunehmender Entfernung immer träger und zögerlicher auf die Eingaben der Fernbedieung.

Testergebnisse

Toshiba 57 Z 3030 D
Toshiba
7.000 Euro

57-Zoll-LCD-Fernseher

Weitere Details

68 Prozent

Fazit:Bodenständiger Allrounder, der seinem preislichen Anspruch jedoch nicht in allen Belangen gerecht wird.

Testurteil
gut
Preis/Leistung
befriedigend

Erfreulich: Auch Toshiba integriert jetzt Voreinstellungen wie ?Kino? in sein Gerät. Diese wählt der Nutzer allerdings nicht im Menü, sondern ausschließlich über die Fernbedienung. Samsung-Besitzer wissen diese Einstellung bereits seit mehreren Generationen zu schätzen, allerdings ist den Koreanern die Vorabstimmung schon besser gelungen als im aktuellen Gerät.

Stromverbrauch: Wer über Riesenfernseher spricht, muss auch die ökologischen Aspekte bedenken. Denn die adäquate Ausleuchtung der Gigadisplays ist mit einem hohen Energieaufwand verbunden. Der Mehrbedarf des Plasmas in dieser Größenklasse ist beachtlich: Für die Darstellung des Testbildes mittlerer Helligkeit benötigt der Samsung 555 Watt, der Toshiba weniger als 400. Allerdings lässt sich das Hintergrundlicht des 57 Z 3030 D noch dimmen. Selbst in der Einstellung ?0? strahlt das Bild in dunklen Räumen noch immer hell genug, während sich der LCD-TV dann mit 250 Watt begnügt. Samsungs Stromsparmodus erscheint dagegen als Augenwischerei: In drei Stufen lässt sich der Verbrauch um jeweils 20 Watt senken. Die einhergehende Reduzierung der Helligkeit geht jedoch zulasten der Bildprägnanz. Der für einen Plasma vergleichsweise hohe Schwarzwert limitiert den Bildkontrast ohnehin.

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58-Zoll-Plasma-TV: Samsung PS-58 P 96 FD

Bildqualität: Dank des guten Panels hat Toshibas LCD-TV in dieser Disziplin sogar die Nase vorn. Das tiefere Schwarz und seine Leuchtkraftreserven krönen den 57 Z 3030 D zum Kontrastkönig. Allerdings hat er mit einer anderen Schwäche zu kämpfen, die ein Plasma nicht kennt: So genannte Leuchtflecken (?Light Leaking?) treten in dunklen Flächen auf und stören die Homogenität des Bildes. Dafür taktet das Panel mit 100 Hz, ? zusammen mit dem Bewegungskompensator ?Active Vision M100? gleiten Schwenks sanft über den Bildschirm hinweg statt zu ruckeln. Ein Plasma hat es hier von Grund auf leichter und so zeigt der Samsung trotz fehlendem 100-Hz-Modus die schärferen Schwenks. Zu seinen Nachteilen zählt das Plasma-bedingte Rauschen, vor allem in Grünflächen. Zudem kämpfte das Panel im Test immer wieder mit Einbrenn-Effekten, die der Tester dank zahlreicher Gegenmaßnahmen immer wieder verarzten konnte.

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Die blaue Leuchtlippe nimmt dem Plasmafernseher etwas von seiner Wucht.

Ausstattung: Über eines sollte man sich beim Kauf eines Giga-TVs im Klaren sein: Will man nicht sieben oder acht Meter vom Gerät entfernt sitzen, sollte man von analogen Zuspielern und dem Analogfernsehen verabschieden. Als wollten sie diese Aussage unterstreichen, präsentieren Samsungs TV-Tuner und die vernachlässigte Analog-/Digital-Wandlung beider Kandidaten unterdurchschnittliche Bildqualität. Selbst digitalem Fernsehen in Standardauflösung und DVD-Filmen zeigen die Riesenfernseher ihre limitierte Detailfülle gnadenlos auf.

Testergebnisse

Samsung PS-58 P 96 FD
Samsung
5.000 Euro

58-Zoll-Plasma-TV

Weitere Details

64 Prozent

Fazit:In der Bildqualität kann er Enthusiastenansprüchen genügen - im Alltag stören einige Ecken und Kanten.

Testurteil
gut
Preis/Leistung
befriedigend

Nur mit HD-Inhalten erlebt der Zuschauer schließlich den ersehnten Wow-Moment. Die präzisen Bilder von Blu-rays explodieren in einer Detailfülle, an der man sich kaum sattsehen mag - keine Frage, dafür sind die 57/58-Zöller gemacht. Einen Kniff sollte man sich für die Testkandidaten allerdings merken. Das Bildformat für die pixelgenaue Darstellung (bei Toshiba ?TrueScan?, bei Samsung ?Nur Scan?) muss an beiden Fernseher immer wieder aufs Neue eingestellt werden, sobald man den Eingang gewechselt hat.

Fazit

Zu groß ist die neue Gigaklasse - entscheidend ist, was man darauf schaut. Allerdings sind die Preise für das Gebotene zu hoch, da die Produktionsstückzahlen der Panels derzeit zu niedrig sind. Der Aufpreis zu den kleineren 52-Zöllern ist astronomisch und rechtfertigt sich nicht. Wer auf den Preisaspekt pfeift, findet in beiden Geräten solide Allrounder.

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Toshiba und Samsung

57-Zoll-LCD-Fernseher: Toshiba 57 Z 3030 D

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