Testbericht

Vergleichstest 22-Zoll-Monitore

LC-Displays mit 22 Zoll Bilddiagonale sind dabei, den bisher vorherrschenden 19-Zöllern den Rang als populärste Monitorklasse streitig zu machen. Wir haben sieben Vertreter der neuen Mittelklasse unter die Lupe genommen.

Hardware: Vergleichstest 22-Zoll-Monitore

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Hardware: Vergleichstest 22-Zoll-Monitore

LC-Displays mit 22 Zoll Bilddiagonale sind dabei, den bisher vorherrschenden 19-Zöllern den Rang als populärste Monitorklasse streitig zu machen. Wir haben sieben Vertreter der neuen Mittelklasse unter die Lupe genommen.

Drei Zoll mehr an Bilddiagonale: Das klingt erst einmal nach nicht besonders viel. In der Praxis bringt das Plus an Panelgröße bei den 22-Zöllern doch erhebliche Vorteile gegenüber den 19ern: So ist die Auflösung von 1440 x 900 Bildpunkten auf 1680 x 1050 Bildpunkte gewachsen, was ein deutliches Plus an darstellbarer Fläche bringt, etwa bei der Grafikbearbeitung, DTP oder auch bei Excel. Full-Screen-HD bringen die 22-Zöller im Test dagegen trotz ihrer Widescreen-Displays aber nicht.

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Die dafür nötige Auflösung von 1920 x 1080 Bildpunkten bringen zu vertretbaren Preisen erst die 16-zu-9-Displays, die im Laufe dieses Jahres auf den Markt kommen werden. Die Preise für die günstigsten 22-Zöller im Test von V7, Fujitsu Siemens und Benq liegen mit 185 bis 249 Euro nur wenig über denen von 19-Zoll-Monitoren. Alle Geräte im Test basieren auf TN-Panels. Die Abkürzung TN steht für Twisted Nematics, die Flüssigkristalle sind hier schraubenförmig parallel zur Glasoberfläche ausgerichtet. Ohne angelegte Spannung zeigen sie ein weißes Pixel. MVA-oder PVA-Panels bringen bessere Kontrastwerte und ein tieferes Schwarz, da hier die Kristalle ohne Spannung kein Licht passieren lassen. Sie sind auch weniger blickwinkelabhängig als TN-Panels. Da MVA-oder PVA-Panels aber teurer in der Herstellung sind und zudem langsamer schalten, dominiert bei günstigeren Monitoren die TN-Technik.

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Hochkant gestellt: Der Acer P223WBdh kann in das Portrait-Format gedreht werden - ideal vor allem für die Textverarbeitung.

Spieleturbo

Für sehr schnelle Schaltzeiten brauchen aber auch TN-Panels noch etwas Nachhilfe: Die Monitore von Acer, Philips und Samsung sind mit einer Overdrive-Funktion in der Display-Elektronik ausgestattet, die durch eine kleine Spannungserhöhung dafür sorgt, dass sich die Flüssigkristalle schneller drehen und so das Umschalten von Hell zu Dunkel und zurück beschleunigen. Daher sind der Acer P223WBdh, der Philips 220XW8FB oder der Samsung T220 auch erste Wahl für passionierte PC- Spieler mit einem Hang zu schnellen 3D-Shootern.

Die brauchen bei 22-Zöllern aber auch entsprechend potente Grafikkarten. Denn eine optimale Bildqualität liefern TFT-Displays nur bei nativer Bildauflösung, in diesem Fall bei 1680 x 1050 Bildpunkten. Hier sollte also mindestens eine Mittelklassekarte mit nVidia-GeForce 9600GT oder der Radeon HD3850 von ATI im Rechner stecken. Liefert der PC spielbare Frameraten nur bei geringeren Auflösungen, dann müssen diese vom Monitor interpoliert werden, was immer Schärfe kostet. Die Qualität der Monitore bei der 4:3-Wiedergabe spielt dagegen zumindest bei neueren Spielen keine Rolle mehr, da diese auch Widescreen-Auflösungen unterstützen und so eine verzerrte Darstellung vermieden wird.

Spieglein, Spieglein..

Ein wichtiges Entscheidungskriterium beim Kauf einen neuen Monitors ist die zwischen einem Glare- und einem Non-Glare-Display. Bei Glare-Displays, teilweise auch als Glossy bezeichnet, haben die Hersteller den letzten Ätzvorgang der Panel-Oberfläche weggelassen. Das bringt zwar dem Betrachter den Eindruck brillanterer Farben und eines höheren Kontrasts, aber um den Preis einer stark spiegelnden Oberfläche. Für Bildschirmarbeitsplätze in Firmen sind solche Monitore daher tabu. Ansonsten ist die Entscheidung zwischen spiegelnd und matt letztlich eine Geschmacksfrage.

16:9-Monitore sind im Kommen
Thomas Lüdemann

Interview mit Thomas Lüdemann

Während in der Unterhaltungselektronik bei HD-Material wie Filmen auf Blu-ray-Disks das 16-zu-9- Format dominiert, haben bisher alle Panels von Widescreen-PC-Monitoren ein Breiten-Höhen-Verhältnis von 16:10. Das soll sich bald ändern. Benq stellt als erster Hersteller nun auch 16:9-Displays als PC-Monitore vor. Wir haben nachgefragt, wo Benq den Vorteil der neuen Monitore sieht.

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Thomas Lüdemann, Business Development Manager Displays, BenQ Deutschland

PCM: Wo sehen Sie die Vorteile eines 16:9-Displays gegenüber einem 16:10-Monitor für den Anwender?

Lüdemann: Vor allem Multimedialiebhaber profitieren von den neuen 16:9-Full-HD- Displays im Widescreen-Format. Denn diese Geräte sind in der Lage, eine echte 1:1-Bildwiedergabe von Full-HD-Material (1.080 Linien) zu ermöglichen. Da für Blu-ray, HD-Ready und Full-HD das 16:9-Format als Standard gilt, können Filmbegeisterte ausschließlich mit einem 16:9-Display ein Vollbild ohne störende schwarze Balken genießen. Die HDMI-1.3-Schnittstelle ermöglicht eine schnelle Datenübertragung ohne Kompressionsverluste von HD-Zuspielquellen wie Settop-Boxen, Spielekonsolen oder Blu-ray-Playern. Aber auch für Office-Anwendungen sind die Displays bestens geeignet. Für Anwender, die ein reines Arbeitsgerät suchen, ist ein 16:10-Modell ebenso geeignet wie ein Display im neuen 16:9-Format.

PCM: Werden die 16:9-Monitore die Geräte mit 16:10-Panels mittelfristig ablösen oder werden parallel beide Formate produziert?

Lüdemann: Da wir für jeden unserer Kunden das passende Display bereitstellen möchten, bietet unser Produktportfolio sowohl Displays im neuen 16:9-als auch 16:10-Format. Allerdings spüren auch wir deutlich die Marktentwicklung in Richtung 16:9-Full-HD, da Displays neben einem reinen Arbeitsgerät immer mehr zum Home-Entertainer werden. Hierfür sind die steigende Beliebtheit und Verfügbarkeit von Full-HD- Inhalten verantwortlich. Zudem bekommen Verbraucher endlich Investitionssicherheit, da der Formatstreit von HD-DVD und Blu-ray beigelegt ist und die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten verkündet haben, dass ab 2010 der Großteil aller Fernsehsendungen in HDTV ausgestrahlt werden soll. Neben einer bemerkbaren Zunahme von HD-Zuspielgeräten am Markt steigt auch die Nachfrage nach Endgeräten, die Full-HD-Material in höchster Qualität wiedergeben können. Im September präsentieren wir, als einer der ersten Hersteller am Markt, drei neue Full-HD-LC-Displays.

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Der 16:9-Monitor Benq E2200HD stellt bei 12,5-Zoll-Diagonale Full-HD dar.

PCM: Laut unseren Informationen können die Panel-Hersteller bei dem neuen Format aus einem Mutterglas mehr Panels gewinnen. Stimmt das und wie wird sich das auf den Preis für die Geräte auswirken?

Lüdemann: Ja, das ist richtig. Die Panels werden in den modernsten Fabrikanlagen produziert und können günstiger als die 16:10-Formate hergestellt werden. Insbesondere im 24-Zoll-Bereich besteht mit der Auflösung von 1920 x 1.080 ein erheblicher Preisvorteil. Unter Berücksichtigung aller Features können daher 16:9-Displays günstiger als 16:10-Geräte angeboten werden.

Auf Seite 2: Der Acer P223WBdh...

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Für ein paar Euro mehr

Fujitsu Siemens D22W-1T

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