Action-Adventure

Uncharted: The Lost Legacy im Test - Viel mehr als nur eine Erweiterung

Uncharted: The Lost Legacy wurde von Fans als Add-on oder gar DLC angesehen. Dabei ist es viel mehr, wie unser Test zum Action-Adventure auf PS4 verrät.

Uncharted: The Lost Legacy im Test

© Sony

Uncharted: The Lost Legacy im Test
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EUR 34,90

Pro

  • Tolle Grafik
  • Bombastischer Sound
  • Gute KI-Gegner
  • Fordernde Rätsel
  • Weniger Ballereien

Contra

  • - Keine neuen Ideen oder Features
  • Blasser Bösewicht

Fazit

Naughty Dog liefert wieder ab. The Lost Legacy ist ein vollwertiges Uncharted.
Hervorragend

In Uncharted: The Lost Legacy sind wir nicht mit Nathan Drake unterwegs, sondern schlüpfen in die Haut von Chloe Frazer, die von Nadine Ross begleitet wird. Fans der Uncharted-Serie dürften die beiden Damen aus Uncharted 2: Among Thieves oder Uncharted 4: Thief’s End kennen. Dabei hatten sie dort nur ein paar Momente Screentime. Ob das gut geht?

Uncharted: The Lost Legacy im Test: Die Story

Die Story von Uncharted: The Lost Legacy dreht sich um ein indisches Relikt, genauer um einen Stoßzahn des Gottes Ganesha, der im Hinduismus als „Herr der Hindernisse“ verehrt wird.  Chloe und Nadine haben es sich zum Ziel gesetzt, dieses Relikt in Indien zu finden. Vor allem Chloe hat einen Grund hinter dem Teil her zu sein, denn ihr verstorbener Vater hat Zeit seines Lebens damit verbracht, den Zahn zu finden. Dumm nur, dass auch ein indischer Warlord auf das Beißerchen aus ist – und das – natürlich – mit schwer bewaffneten Söldnern, die unseren beiden Charakteren das Leben und die Suche schwer machen.

Okay, die Story gewinnt keinen Oscar, denn immerhin könnte man sie locker mit der Geschichte aus Tomb Raider oder einem anderen Uncharted-Teil austauschen. Dafür ist sie – typisch Naughty Dog - pompös inszeniert. Und sie funktioniert. Was durchaus wichtig ist. Dazu trägt auch bei, dass Chloe sowieso indische Wurzeln hat. Eines vorweg: Nathan fehlt an keiner Stelle, was nicht heißt, dass er austauschbar sei.

Uncharted: The Lost Legacy im Test: Das Gameplay

Uncharted: The Lost Legacy im Test

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Während es in Uncharted 4: Thief’s End zahlreiche Schusswechsel gab, nimmt sich Uncharted: The Lost Legacy hier wohltuend zurück. Klar, auch hier gibt es einige Scharmützel – gerade zum Ende hin – doch insgesamt stehen eher Kletter- und Rätsel-Passagen im Vordergrund. Eine gute Entscheidung der Entwickler. Vor allem im Vergleich zum Vorgänger – falls man Uncharted 4 so nennen kann – fordern die Rätsel in The Lost Legacy durchaus mehr Hirnschmalz. Auch Kletterpassagen wird deutlich mehr Raum gegönnt als noch in Uncharted 4. Das freut und erinnert an die besten Tomb-Raider-Zeiten. Dabei müssen sich Serienkenner nicht neu orientieren, denn die Steuerung ist exakt dieselbe wie in Uncharted 4. Gut so, denn sie funktioniert einfach ganz hervorragend.

Und auch Freiheiten haben wir – zumindest hin und wieder. Denn wie Uncharted 4 ist auch The Lost Legacy ein Action-Adventure, das zum großen Teil den Weg vorgibt. Es gibt aber eben auch Areale, in denen wir uns frei bewegen können. Inklusive Gegneransammlungen. Die müssen wir nicht purer Feuergewalt ausschalten, können es aber. Wir können aber genauso gut schleichend vorgehen, Gegner unbemerkt ausschalten oder fiese Sprengfallen legen. Auch hier gilt: die Mechanik wurde aus Uncharted 4 übernommen.

Uncharted: The Lost Legacy im Test: Und sonst so?

Das Team von Naughty Dog ist bekannt für seine glaubhaften Welten. Egal ob es der bombastische Sound oder die wirklich tolle Grafik ist. Egal ob es die kleinen Interaktionen mit der Spielwelt sind oder die teils grandiosen Dialoge. In The Lost Legacy dürfen wir gar die Entstehung einer Freundschaft miterleben. Denn während Chloe und Nadine sich anfangs nicht über den Weg trauen und die Dialoge entsprechend kurz ausfallen, nimmt das Vertrauen der beiden über die Spielzeit hinweg kontinuierlich zu. Und das macht sich dann auch in den Gesprächen bemerkbar, die zusehends länger und auch unterhaltsamer werden. Zwar feuert Naughty Dog hier kein Dialogfeuerwerk wie in Uncharted 4 ab, kurzweilig sind diese dennoch.

Uncharted: The Lost Legacy im Test

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A propos kurz. Während manch geneigter Käufer vorab die Nase rümpfte und The Lost Legacy als teuren DLC abtat, so muss man doch konstatieren, dass rund acht bis neun Stunden Spielzeit beileibe kein einfaches Add-on sind. Klar, ganz so lang wie Uncharted 4 ist The Lost Legacy nicht, aber so manches Singleplayer-Spiel kann sich hier eine Scheibe von abschneiden.

Uncharted: The Lost Legacy im Test: Das Fazit

The Lost Legacy komprimiert die Stärken der Serie auf eine Spielzeit von rund acht Stunden. Wer entdecken will, der braucht etwas länger. Das bedeutet zwar etwas weniger Spielzeit als bei den „richtigen“ Uncharted-Games, sorgt aber dafür, dass es keine Durchhänger gibt. Auch die Konzentration auf einen Schauplatz – wir jetten nicht durch die Welt, sondern bleiben stets in Indien – ist eine weise Entscheidung der Entwickler. Wer jedoch bislang keinen Uncharted-Teil gespielt hat, der sollte womöglich einen anderen Einstieg wählen, denn es gibt zig Querverweise auf ältere Titel und Verflechtungen der Charaktere. Was fehlt? Neue Ideen, neue Features. Naughty Dog besinnt sich auf gewohnt Gutes. Das funktioniert weiterhin sehr gut. Etwas Frisches wäre aber auch nicht verkehrt gewesen.

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