Testbericht

Tintenstrahldrucker und Verbrauchsmaterial im Test

Die Ausdrucke selbst billigster Tintenstrahldrucker erwecken mitunter ungläubiges Staunen ob deren Qualität. Doch wie sieht es mit den Folgekosten aus? magnus.de verrät, wie Sie durch kluge Auswahl der Verbrauchsmaterialien enorm sparen können.

Test Tintenstrahldrucker und Material

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Tintenstrahldrucker und ihre Verbrauchskosten
Test Tintenstrahldrucker und Material

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Tintenstrahldrucker und ihre Verbrauchskosten

Die Ausdrucke selbst billigster Tintenstrahldrucker erwecken mitunter ungläubiges Staunen ob deren Qualität. Doch wie sieht es mit den Folgekosten aus? Werden die Hersteller ihrem Ruf von "blutrünstigen Vampiren" gerecht, wenn es um die Tintenpreise geht? Durch kluge Auswahl der Verbrauchsmaterialien kann man enorm sparen.

Wutentbrannt schimpft der liebe Kollege über seinen Drucker. Wenige Tage nach dem Ablauf der Garantie habe das Ding seinen Geist aufgegeben. Trotz mehrfachen Reinigungsdurchläufen seien die Düsen nicht mehr frei zu bekommen und die Ausdrucke durch hässliche Streifen unbrauchbar. Schon nach einem Jahr soll der Tintenstrahler kaputt sein? Das ist ungewöhnlich.

Auf Nachfrage räumt der Kollege ein, er habe immer die günstige Fremdtinte verwendet; die Originalpatronen seien ihm zu teuer gewesen. Jetzt steht er quasi vor einem Totalschaden und der Wahl zwischen einem neuen Druckkopf oder eines neuen Geräts. Preislich macht das kaum einen Unterschied. Denn bei den Verbrauchsmaterialien - egal ob Tinte, Papier oder Druckkopf - langen die Hersteller ordentlich hin.

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Test Epson Stylus Photo R285
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Druck- und Verbrauchskosten

Sparen mit Fremdtinte?

Der Zorn des Kollegen richtet sich ganz gegen die Herstellerfirma des Druckers, nicht gegen den Fremdanbieter. Dass Tinte nicht gleich Tinte ist, will er nicht so gerne wahr haben; insbesondere nicht in Anbetracht des ernormen Preisunterschieds. Bei allen Tintenstrahlsystemen, ob thermisch oder elektrisch-mechanisch (micro piezo), wird mit extrem kleinen Strukturen gearbeitet. Die Druckdüsen mit Tintenkammern sind winzig und im Laufe der Zeit kommt es zu Ablagerungen, die man vergleichen könnte mit der arteriellen Gefäßverkalkung beim Menschen.

Tinte und Druckkopf sind bei allen Herstellern aufeinander abgestimmt. Fremdtinte steht im Verdacht, Druckdüsen schneller eintrocknen zu lassen, als Originaltinte. Das suggerieren zumindest die Hardware-Hersteller. Schenkt man den Fremdherstellern von Tinte sein Ohr, dann hört man diesbezüglich nur vehementes Verneinen.

Leider gibt es keine völlig offengelegten und frei zugänglichen Studien, die hier für Klarheit sorgen würden. Auch so genannte Vergleichstests von Fremdtinte, die auch wir hin und wieder durchführen, untersuchen nicht die physische Wechselwirkung zwischen Tinte und Hardware, sondern nur die Qualität der Ausdrucke und die Eigenschaft der Tinte, wenn sie bereits auf dem Papier ist.

Der Konsument muss bezüglich der Hardware-Eignung selbst abwägen und sich ein Bild machen. In Foren wird beispielsweise häufig davon berichtet, dass Geräte, die mit Fremdtinte betrieben werden, ausfallen oder kurze Reinigungsintervalle erfordern, die den Tintenverbrauch erheblich erhöhen können. Auf der anderen Seite gibt es auch Anwender, die sehr gute Erfahrungen mit billiger Tinte gemacht haben. Kommt es zum Schadensfall, haben Fremdtinten-Fans immer ein Problem, selbst wenn die Garantie noch nicht abgelaufen ist.

Test Tintenstrahldrucker HP D2460

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Im HP D2460 steckt nicht die jüngste Technologie. Druckkopf und Tintenreste wandern am Ende in den Müll oder zum Recycling.

Eigentlich sollten die Druckerhersteller auch in die Pflicht springen, wenn ein Defekt bei einem Drucker auftritt, der mit Fremdtinte betrieben wurde. In der Praxis sieht es aber so aus, dass der "Schwarze Peter" zwischen Hardware-Hersteller und Tintenhersteller hin und her geschoben wird. Letztlich geht der Kunde, abgesehen von einem Haufen Ärger und Korrespondenz, leer aus.

In Anbetracht der relativ geringen Anschaffungskosten eines Neugerätes muss man sich fragen, ob sich der Ärger lohnt. Die meisten Verbraucher werden wohl einfach ein neues Gerät bestellen. Eine Strategie, dem Ärger aus dem Weg zu gehen, wäre sicherlich, für den Garantiezeitraum nur Tinte vom Originalhersteller zu verwenden und anschließend auf Fremdhersteller zu wechseln. Sparen kann man aber auch erheblich bei den originalen Verbrauchsmaterialien, wenn man weiß, wie.

Clever einkaufen

Wie hoch der Preis für ein 15x10-Hochglanzbild letztlich für den Konsument ist, kann nie genau bestimmt werden. Eines steht jedoch unumstößlich fest: Wer sein Budget schon beim Einkauf verschleudert, hat seine Chance auf günstige Fotos gleich verspielt.

Test Tintenstrahldrucker Druckkopf und Patronen

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Sehr umweltfreundliche Kombination: Canon setzt beim iP4500 auf Einzelpatronen, der Druckkopf ist leicht austauschbar.

Wie bei den Preisen für die getesteten Produkte, suchen wir auch für die Verbrauchsmaterialien nach günstigeren Angeboten. Oft liegen die Preisangaben der Hersteller deutlich über dem, was man beim Händler oder Online-Shop tatsächlich bezahlen muss. Da aber beim Fotodruck auch die Qualität bewertet wird, nehmen wir für die Ausdrucke das vom Hersteller empfohlene, meist das beste und teuerste, Papier.

Anders als bei den Druckern selbst, spielen die Versandkosten bei der Nachbestellung von Verbrauchsmaterialien eine große Rolle. Was nutzt es, wenn man einen Anbieter von 50 Blatt Fotopapier findet, der anstatt 12 Euro nur 7,40 Euro verlangt, aber für den Versand nochmals sieben Euro veranschlagt?

Wer über Online-Preisvergleicher günstig Tinte und Papier einkaufen will, sollte erst ab einem gewissen Warenwert bestellen und darauf achten, dass die Berechnung der Versandkosten pro Paket und nicht pro Stück erfolgt. Viele Anbieter, wie etwa Amazon, berechnen ab einem bestimmten Warenwert gar keine Versandkosten.

Was aber, wenn man wirklich nur eine Patrone oder ein Päckchen Fotopapier benötigt? Abgesehen von Canon, bieten alle Hersteller im Test ihre Verbrauchsmaterialien über deren Homepage zum kostenfreien Versand an. Bei Canon war dies nur bis Jahresende möglich. Ob diese "Aktion" verlängert werden würde, war bis Redaktionsschluss nicht abzusehen. Bei Epson findet man den Bestell-Shop schnell, bei Lexmark ist er etwas versteckt. Großes Sparpotenzial ermöglichen die Druckerhersteller selbst; hierzu einige Beispiele.

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