Action-RPG

The Surge im Test: Tolles Soulslike im SciFi-Gewand

Das Action-Rollenspiel The Surge verspricht Spaß vor allem für Hardcore-Gamer. Es ist taktisch, fordernd und es verzeiht keine Fehler. Der Test.

The Surge im Test

© Focus Home Interactive

The Surge spielt in einer ungemütlichen Zukunft. Wir machen den Test.

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EUR 49,90

Pro

  • Tolle Kampfmechanik
  • Forderndes Gameplay
  • Feines Crafting-System
  • Umfangreiche Kampagne

Contra

  • Kein Hilfesystem
  • Nicht für Einsteiger geeigne

Fazit

The Surge ist ein tolles Soulslike im SciFi-Gewand. Und das aus Deutschland! Respekt!
Hervorragend

The Surge ist im eigentlichen Sinne ein Action-RPG. Weil es aber besonders hart ist, wird es als „Soulslike“ bezeichnet. Denn mittlerweile hat die Dark Souls-Reihe eine eigenes Genre begründet, in dem sich auch Games wie Lords of the Fallen, Bloodbourne, Nioh oder eben The Surge tummeln. Sie zeichnen sich durch ihre besondere Herausforderung auf und sind vor allem für Hardcore-Gamer – die durchaus eine gewisse Frusttoleranz aufweisen – eine echte Alternative. Waren die Games bislang eher im Fantasy-Bereich unterwegs, gehen die Entwickler von The Surge andere Wege und katapultieren uns ins Science-Fiction-Genre.

The Surge im Test: Die Story

​In einer düsteren Zukunft nähert sich die Erde ihrem Untergang, und alle, die noch in den übervölkerten Städten zurückgeblieben sind, können nur durch harte Arbeit überleben, da die Sozialsysteme durch eine rapide vergreisende Bevölkerung und verheerende Epidemien hoffnungslos überfordert sind.  Durch die im Lauf der Jahre immer ausgefeilteren Technologien im Bereich künstlicher Intelligenz wurden mehr und mehr Arbeitsplätze redundant. Dies zwang die Menschen in die Vorstädte zu ziehen, um dort - unterstützt durch Exoskelette - zu arbeiten. Die Welt von The Surge zeichnet ein sehr düsteres Bild von der Zukunft, in welcher der technische Fortschritt sowie die Entwicklung unserer Gesellschaft und unser Umgang mit unserer Umwelt die Menschheit in die Dekadenz geführt haben.

In dieser Welt spielen wir Warren, den Helden von The Surge. Dieser beginnt beim Megakonzern CREO, dem wohl wichtigsten Konzern der Welt. Der Gründer Jonah Guttenberg hat sich zum Ziel gesetzt, den Klimawandel aufzuhalten. Seine Methoden sind jedoch nicht unumstritten, schließlich setzt er dafür auf mit Chemie vollgepumpte Raketen, die er in die Atmosphäre schießen lässt. Doof nur, dass wir während der Anbringung unseres persönlichen Exoskeletts das Schmerzmittel versagt. Wir erleiden einen Blackout. Und als wir aufwachen ist nichts mehr wie es war. Große Teile des riesigen Firmenkomplexes stehen in Flammen, Anlagen sind zerstört und zu allem Überfluss werden wir auch noch angegriffen.

The Surge im Test: Das Gameplay

The Surge im Test

© Focus Home Interactive

Im Nahkampf müssen wir gegen verschiedene Gegner bestehen. Und das ist alles andere als einfach.

Während die Kämpfe – übrigens sind das alles Nahkämpfe – am Anfang noch recht behäbig wirken, kommt erst später im Spiel so richtig Fahrt auf. Als Waffen setzen wir auf unterschiedliche Gegenstände, die man eben so in einer Firma findet – zumindest keine echten Wummen wie Pistolen. Vielmehr kloppen wir uns mit Plasmaschneidern, Greifzangen oder Kreissägen durch die Level. Das macht Spaß und passt absolut zum futuristischen Setting. Es gibt aber einen Haken. Denn die Waffen fliegen nicht einfach so in der Gegend herum. Wir müssen sie uns unseren Gegner abnehmen. Und das funktioniert so: Wir visieren einen Gegner an und trennen die betreffende Körperpartie am Ende eines Kampfes mit einem – wahrlich blutigen – Finisher ab. Dafür müssen wir während des Kampfes aber eine Energieanzeige aufladen, erst dann können wir zum Finisher ansetzen.

Mit dieser Energie können wir nicht nur Gliedmaßen von Gegnern abtrennen, wir können später auch unsere Gesundheit boosten oder die Waffenstärke verbessern. Derlei Skills lernen wir mit diversen Chips, die in der Fabrik herumfliegen. Das eigentliche Highlight ist aber das Kampfsystem, das vor allem an den Souls-Ableger Bloodbourne erinnert. In einem Kampf kann man sich zwar stets in Abwehrpose begeben, das kostet aber Ausdauer und ist wenig zielführend, denn auch bei Blocks verlieren wir Gesundheitspunkte. Deutlich besser ist es, in die Offensive zu gehen und bei Gegenangriffen auszuweichen.

The Surge im Test

© Focus Home Interactive

Auch solche Riesen gilt es zu bezwingen.

Schön: die Entwickler von Deck 13 haben die Kämpfe hervorragend skaliert, sodass sie stets ausgewogen wirken, nur höchst selten etwas unfair. Richtig hart wird es aber, wenn wir ins virtuelle Gras beißen. Dann werden wir nicht nur an den Levelanfang katapultiert, sondern müssen auch noch unsere Ausrüstung wiederfinden – an dem Ort, an dem wir draufgegangen sind. Dark Souls lässt grüßen. The Surge setzt aber noch einen oben drauf.  Denn es gibt ein Zeitlimit. In etwas mehr als zwei Minuten müssen wir unsere Ausrüstung bergen - ansonsten ist sie weg.​

Gut, dass das Leveldesign wirklich gelungen ist. Vertikalität ist hier ein Stichpunkt. Denn wir bewegen uns nicht nur auf einer Ebene, sondern können auch mit Aufzügen an vorher unerreichte Stellen gelangen, finden neue Wege oder sogar Abkürzungen. Diese sind nicht immer auf den ersten Blick ersichtlich, es lohnt sich aber danach Ausschau zu halten.

The Surge im Test: Fazit

Deck 13 hat wirklich ganze Arbeit geleistet und nach Lords of the Fallen auf die Community gehört. Die Kampfmechanik ist offensiv und fordernd, die Level wirken hin und wieder zwar generisch, sind aber meist liebevoll gestaltet. Das Gameplay ist hart, das Skill-System durchdacht und das Crafting entschlackt! Weiter so, Deck 13!

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