PS4-Exclusive

The Last Guardian im Test: Ein flauschiger Freund

The Last Guardian ist ein Märchen. Ein angestaubtes, aber gutes Märchen - wie wir im Test erfahren. Ob es einen Kauf wert ist? Wir klären das.

The Last Guardian im Test

© sony

The Last Guardian war lange in Entwicklung. Jetzt folgt der Test.

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EUR 46,65

Pro

  • Tolle Inszenierung
  • Grandioser Soundtrack
  • Viele Emotionen
  • Knackige Rätseleinlagen
  • Niedlicher Begleiter

Contra

  • Veraltete Grafik
  • Hakelige Steuerung
  • Störrische Kamera

Fazit

Ein Märchen von einem Spiel – leider mit veralteter Technik.
Gut

The Last Guardian hat eine durchaus bewegte Geschichte hinter sich. 2009 als Exklusivtitel für die PS3 angekündigt, verschwand das Spiel recht schnell im Nirgendwo. Fans fragten sich: Was ist passiert? Eine Antwort darauf haben wir zwar nicht erhalten, dafür wurde es 2015 auf einmal erneut angekündigt. Diesmal exklusiv für die Playstation 4. Und seit Anfang Dezember 2016 steht es nun im Handel. Doch was ist The Last Guardian eigentlich?

The Last Guardian im Test: Der Anfang

In The Last Guardian wachen wir als kleiner Junge in einer Höhle auf. Wo wir sind und wie wir hier hin gekommen sind? Keine Ahnung. Und neben uns liegt ein riesenhaftes Wesen, halb Katze, halb Vogel – vielleicht ein Greif? Zumindest hört es auf den Namen Trico. Immerhin. Doch Trico ist schwer verwundet. Speere bohren sich tief in sein Federkleid – und wahrscheinlich auch in sein Fleisch.

Gut, dass es einen auktorialen Erzähler gibt, unser älteres Ich. Und das erläutert uns mit sanfter Stimme, dass Trico Hunger hat. Ziemlich großen Hunger sogar. Und weil Trico uns ziemlich leid tut, wollen wir ihm freilich in seiner misslichen Lage helfen. Nur gut, dass irgendwer in der Höhle Fässer mit Essen zurückgelassen hat – warum auch immer. Langsam wird Trico zutraulich. Wir besteigen seinen Rücken, befreien ihn von Speeren und Ketten und los geht’s.

The Last Guardian im Test: Das Gameplay

Wir scheinen gefangen in einer Welt, fernab jeglicher Zivilisation. Burgruinen, saftig grüne Weiden, Höhlen und Katakomben warten auf uns.  Eine Map? Gibt es nicht. In The Last Guardian müssen wir uns schon selbst zurechtfinden. Missionsziele? Pustekuchen. Wegweiser? Wo denken Sie hin? Wir sind also auf uns gestellt. Was es mit dieser fremd anmutenden Welt auf sich hat, das erfahren wir im Laufe des Spiels.

Prinzipiell rätseln wir uns von Raum zu Raum. Die Lösungen dafür können dabei recht trivial oder auch sehr knackig ausfallen. Einmal müssen wir einen versteckten Spiegel finden. Alles was wir darin anleuchten sprengt Trico in die Luft. Weiter geht es ins nächste Areal. Wir klettern Ranken hoch, tauchen, suchen Türöffner, wählen Schleichpfade, zwängen uns durch enge Gänge und müssen dabei immer darauf achten, auch Trico irgendwie mitzunehmen. Wo wir als kleiner Junge durchpassen, hat Trico eben seine Probleme.

The Last Guardian im Test

© sony

Trico aus The Last Guardian verfolgt uns auf Schritt und Tritt.

Durchaus gelungen ist das Zusammenspiel der beiden Protagonisten. Über die Zeit wird Trico immer zutraulicher, hört auf Kommandos oder äfft uns nach. Das kann recht nützlich sein, wenn wir ein hoch liegendes Hindernis aus dem Weg schaffen wollen. Wir springen hoch, Trico macht es uns nach und reißt dabei die Burgruine ein. Frei ist der Weg.  In den meisten Fällen funktioniert das ordentlich, doch leider wirkt Trico oft begriffsstutzig – was durchaus nerven kann. Oder ist es doch die Engstirnigkeit des riesenhaften Viechs? Wie dem auch sei: Etwas weniger Eigenständigkeit hätte an dieser Stelle nicht geschadet.

The Last Guardian im Test: Die Steuerung

Die Steuerung von The Last Guardian ist wohl das größte Manko des Spiels. Sie wirkt altbacken, aus dem letzten Jahrzehnt.  Wir müssen viel klettern und hier hätte eine Mechanik wie in Assassin’s Creed durchaus Wunder gewirkt. Der kleine Junge interpretiert Befehle oft falsch, klettert wild drauf los oder hält sich beim Herabsteigen krampfhaft irgendwo fest. Besonders nervig ist das, wenn wir auf Tricos Rücken wollen. Hinzu kommt eine fummelige Kamera, die zwar stets bemüht ist, den besten Ausschnitt zu zeigen, aber zu starr für schnelle Aktionen ist. So landen Sprünge oft nicht da, wo sie landen sollten. Hinzu kommen abrupte Kameraschwenks, die nicht selten im Nichts landen. Das ist wirklich schade.

The Last Guardian im Test

© sony

Technisch könnte The Last Guardian zwar deutlich besser sein. Doch die inneren Werte überzeugen.

The Last Guardian im Test: Die Grafik

Das alles wirft The Last Guardian jetzt nicht um. Doch leider ist auch die Grafik alles andere als zeitgemäß – was durchaus der Erstentwicklung für PS3 geschuldet sein dürfte. Texturen wirken grob aufgelöst, es flimmert an allen Ecken und Kanten. Hinzu kommt die unstete Framerate. Ja, trotz seiner durchaus anspruchslosen Grafik hat The Last Guardian hier mit Einbrüchen zu kämpfen. Anspruchslos heißt im Übrigen nicht, dass die Grafik nicht stimmig wäre. Keinesfalls. Denn die Beleuchtung und die zauberhafte Umgebung tun ihr Bestes, um die schwache Technik zu kaschieren. Besonders Trico ist durchaus eindrucksvoll gestaltet.

The Last Guardian im Test: Das Fazit

Generell ist The Last Guardian in fast allen Disziplinen veraltet. Dass es dennoch ein gutes Spiel ist, liegt an den oft zitierten „inneren Werten“. Denn die Story ist – auch wenn sie gemächlich daher kommt – durchaus spannend inszeniert. Man möchte immer mehr erfahren und dem Rätsel der komischen Areale auf die Spur kommen. Hinzu kommen ganz große Gefühle – natürlich wenn es um Trico geht, das riesige Haustier. Verletzt es sich, stürzt es irgendwo ab, dann machen wir uns Sorgen. Oft erinnert es an einen treudoofen Hund mit entsprechenden Augen, an anderer Stelle wieder an eine verspielte Katze. Großes Emotionskino, das auch vom grandiosen Soundtrack getragen wird.  The Last Guardian erinnert an ein Märchen. Ein Märchen mit einem überraschenden Ende.

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