Komplettsystem

Teufel LT 5 licensed by Dolby Atmos im Test

Der LT 5 von Teufel lockt mit dem Dolby-Atmos-Siegel und einem wohnraumfreundlichen Design. Das teilaktive 5.4.1-System wuchs im Test weit über sich hinaus. Für 3.500 Euro ist das LT 5 licensed by Dolby Atmos ein echter Knaller.

Teufel LT 5 Atmos

© Teufel

Der LT 5 von Teufel lockt mit dem Dolby-Atmos-Siegel und einem wohnraumfreundlichen Design.

Pro

  • Phänomenale Räumlichkeit
  • perfekte Ortung
  • große Homogenität und Spielfreue
  • toller Bass

Contra

  • Optik des Subwoofers

Fazit

Testurteil: gut; Preis/Leistung: überragend
72,0%

Das Teufel LT 5 kommt mit Dolby Atmos - und wer einmal Dolby Atmos gehört hat, wird sich so schnell nicht mehr mit 2D-Surround zufrieden geben. Das Klangbild expandiert in alle Richtungen und wird dabei deutlich plastischer. Dass Hubschrauber oder Raumschiffe dann sogar über einen hinweg fliegen können, ist eher das Sahnehäubchen.

Vermutlich würde jeder "Erleuchtete" fortan nur noch in 3D hören, gäbe es nicht zwei handfeste Probleme mit der Umsetzung in den eigenen vier Wänden: Erstens sind auf Dauer überzeugende Lösungen wegen der vielen Kanäle ziemlich kostspielig. Und dann wäre da noch die Sache mit dem Platz.

Atmos an Bord

Mit dem LT 5 will Teufel solche Zielkonflikte lösen. Dieses 5.4.1-System ist mit einem Preis von 3.500 Euro gerade noch erschwinglich. Die Zertifizierung für Dolby Atmos manifestiert den Segen der Dolby Laboratories, die zeitlose, unaufdringlich schöne Formgebung sichert darüber hinaus den Segen der besseren Hälfte.

Das Besondere am Konzept: Die aus gebürstetem, schwarz eloxiertem Aluminium mit Stahlgitter-Abdeckungen gefertigten Säulen sind geeignet, sich selbst unter konventionellen 5.1-Surround- Systemen als äußerst geschmackvolle und dabei Platz sparende Lösung zum profilieren. Die Integration der vier Höhen-Kanäle in die Front-Boxen und die beiden identischen Surround-Lautsprecher macht die lediglich 16 Zentimeter breiten Säulen nur unwesentlich höher als bei den 5.1-Varianten des Dauerbrenners LT 5.

Für die Übertragung der vier Atmos-Kanäle sind vier Breitbänder mit Membranen aus beschichteter Zellulose zuständig. Die acht Zentimeter durchmessenden Chassis sitzen schräg nach oben zielend in den nach vorne und oben vergitterten Aufbauten und nutzen Deckenreflexionen, um ihre Effekte sozusagen über Bande zum Hörplatz zu beamen. Die Phantomschallquelle erscheint dann oben im Raum und nicht einfach nur auf Höhe der 1,32 Meter hohen Speaker.

Atmos Lautsprecher Oberseite

© Teufel

Die Atmos-Lautsprecher auf der Oberseite haben eigene Endstufen und lassen sich über Cinch oder Boxenklemmen ansteuern.

Atmos macht aktiv

Jeder Atmos-Lautsprecher im LT 5 wird aktiv über einen digitalen Signalprozessor mit eigenem Verstärker angesteuert. Damit wollen die Ingenieure die durch Dolby vorgegebenen Parameter für Frequenzgang und Pegel erreichen. Zum Ansteuern der Atmos-Kanäle stehen durch die teilaktive Auslegung der LT 5A FR genannten Säulenboxen neben Lautsprecherklemmen auch Cinch-Eingänge zur Wahl. Die vergoldeten Klemmen haben den Zweck, dass sich das Set auch mit AV-Receivern betreiben lässt, die keine Vorverstärker-Ausgänge für Height-Kanäle besitzen. Sie nehmen nach Empfindlichkeits-Umschaltung auch die Signale direkt von den Lautsprecher-Ausgängen in Empfang. Außerdem lässt sich die Empfindlichkeit anpassen.

Schlankheit zählt

Eine Etage tiefer blieb Teufel dem bewährten LT-5-Konzept treu. Die Berliner vertrauen wie bisher auf passive Drei-Wege-Systeme. Die beiden 13-Zentimeter-Tieftöner nutzen die zur Verfügung stehende Gehäusebreite maximal aus. Ihre Membranen bestehen aus beschichteter Zellulose. Zwischen den beiden Bässen ordneten die Entwickler den 8-Zentimeter-Mitteltöner und den Hochtöner mit 2,5 Zentimeter durchmessender Gewebe-Kalotte an.

Wegen der schmalen Gehäuse mit ihren gerundeten Schallwänden können sich die Schallwellen ungehindert in der Horizontalen ausbreiten. Kantenbrechungen und Gehäusereflexionen lassen sich bei dieser Konstruktion kaum feststellen. Entsprechend weisen die Messwerte ein sehr gutes Rundstrahlverhalten aus.

Teufel LT 5 Atmos

© Teufel

Die LT 5 A FR hat eine schmale, gewölbte Schallwand, die das Abstrahlverhalten fördert.

Konsequenterweise machte Teufel auch bei der Konzeption des Center-Speakers alles richtig. Während die meisten Hersteller ausgerechnet beim wichtigsten Kanal des Surround-Systems üblicherweise zu 2-Wege-Systemen der D'Appolito-Anordung greifen, setzt der Direktversender auf ein 3-Wege-System mit der gleichen Chassis-Bestückung wie die Standsäulen. Doch er legte die Konstruktion der Hauptlautsprecher nicht einfach auf die Seite, sondern setzte den Hoch-töner über den Mitteltöner.

Dieses Vorgehen ist konsequent, denn beim nach seinem Erfinder benannten D'Appolito-Prinzip liegt der eigentliche Sinn in einer Bündelung auf der vertikalen Ebene, um Reflexionen von Boden und Decke zu vermeiden. Wenn diese Anordnung beim Center um 180 Grad gedreht wird, ergibt sich eine starke Richtwirkung in der Horizontalen - etwas, das man beim Center überhaupt nicht gebrauchen kann. Das Gehäuse des Centers entspricht in den Grundzügen dem der Säulen, steht aber nicht wie diese auf einer mit Spikes bestückten Bodenplatte, sondern auf einem abschraubbaren Metallstativ. Außerdem gibt es auf der Gehäuserückseite Öffnungen zur Wandaufhängung.

Ruhe bitte!

Aus glanzschwarz foliertem MDF lässt Teufel den Subwoofer fertigen, der im Gegensatz zu den restlichen Boxen kein geschlossenes Gehäuse besitzt. Seine nach dem DPU-Prinzip (Differential-Phasen-Umkehrtechnik) gestaltete Bassreflexöffnung mündet auf der Unterseite des mit 55-Litern Innenvolumen aufwartenden Gehäuses ins Freie. Um Strömungsgeräusche des Ports im Bereich der Resonanzfrequenz, wo die Luft besonders schnell entweicht, zu vermeiden, kommt bei DPU ein Schlitz zum Einsatz. Dessen Querschnitt ist so groß, dass die Luft nicht zum Rasen angeregt wird und leise entweicht. Dadurch treten auch bei hohen Bass-pegeln keine störenden Nebengeräusche auf, die den Filmgenuss trüben könnten.

Teufel LT 5 Atmos Detail Top

© Teufel

Unter dem Abdeckgitter kommt auf der Oberseite der Atmos-Lautsprecher, ein Breitbänder mit 8 Zentimeter Durchmesser zum Vorschein. Er zielt schräg auf die Decke, um der Abbildung über Reflexionen eine dritte Dimension zu verleihen.

XXL-Bass-Membrane

Dass es tief in den Frequenzkeller geht, hat noch einen ganz anderen Grund: Der Mono-Subwoofer US 8112/1 SW verwendet einen stattlichen 30er-Bass. Mit modernster Messtechnik von Klippel optimierte Teufel den Tieftöner für maximalen Hub, Verzerrungsarmut und hohe Pegel - das ideale Fundament für die nicht gerade für tiefe Bässe prädestinierten Säulen. Die integrierte Class-D-Endstufe kommt laut Datenblatt auf eine Ausgangsleistung von 250 Watt Sinus und entlastet damit den AV-Receiver.

Auf der Rückseite des Subwoofers brachte Teufel alle Einstell- und Anschlussmöglichkeiten unter. Hier finden sich die Line-In-Buchse für die Verbindung zum Receiver, ein Lautstärkeregler, ein Phasenumschalter, der Auto-Level-Regler und ein variables Hochpass-Filter, dessen Übergangsfrequenz sich zwischen 30 und 70 Hz verschieben lässt. So kann sich der Subwoofer auch in akustisch ungünstiger Umgebung behaupten.

Wegen seiner versenkt eingebauten Endstufe und dem abgewinkelten Netzstecker kann der Subwoofer wandnah positioniert werden. Allerdings dürften die Fans des alten LT 5 dem aufwendigen, fernbedienbaren Subwoofer L 5200 SW nachtrauern.

Keine Nostalgiegefühle

Der Hörtest war geeignet, jegliche Nostalgiegefühle in Windeseile zu verstreuen. Was das Atmos-Set an Räumlichkeit bot, kann es mit teuren Systemen aufnehmen. Bei den Expendables flogen einem Projektile und Trümmer nur so um die Ohren. Dabei überzeugte die extrem präzise Positionierung von Phantomschallquellen, die beinahe an diskrete Atmos-Speaker unter der Decke erinnerte.

Teufel LT 5 Atmos

© Weka/ Archiv

Das Rundstrahlverhalten des Centers ist viel besser als bei konventionellen 2-Wege-Lösungen. Der Bass fällt schon über 100 Hz ab, wird vom Subwoofer bis 33 Hz (-6 dB) aufgefüllt.

Doch die Abbildung wuchs nicht nur beachtlich in die Höhe und profitierte von einer stabilen Ortung überall im Raum. Allein die lückenlose Geschlossenheit des Klangbildes lieferte schon die besten Argumente für Dolby Atmos, auch wenn es derzeit mit Ach und Krach drei Dutzend Blu-rays mit dem neuen Tonformat gibt. Sogar mit normalen 5.1-Aufnahmen gefiel die Räumlichkeit, die es ermöglichte, dass sich Phantomschallquellen bestens von den Boxen lösten. Allerdings wäre die ganze Raumklang-Odyssee nicht einmal die Hälfte Wert gewesen ohne die weiteren Tugenden des LT 5.

Die Tonalität wirkte sehr ausgeglichen. Dialoge ließen sich sehr differenziert mitverfolgen, auch wenn sie mit einem Tick mehr Wärme noch stärker in die Bann gezogen hätten. Das galt auch beim Musikhören in Stereo, das trotzdem Spaß machte. Allerdings verleitet dieses Set wie kaum ein anderes dazu, Musik bevorzugt in Mehrkanal zu hören und statt nach CDs oder MP3-Downloads verstärkt nach Konzertmitschnitten in Surround Ausschau zu halten.

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In der video-Ausgabe 1/2016 finden Sie weltexklusiv die erste Test-Disc für Dolby Atmos. Hier lesen Sie, was unsere Blu-ray Ihnen bietet!

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Fazit

Dieses Teufels-Werk ist das Non-plus-ultra in seiner Klasse: ein mitreißendes Plädoyer für 3D-Surround. Vom Klang, vom Preis, vom ganzen Konzept her schnüren die Berliner das heißeste Atmos-Paket des Jahres.

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