Testbericht

TEST: T+A K2 - Kombi aus Receiver und DVD-Player für 3.500 Euro

Wer ganz nach oben will, braucht normalerweise viel Ausrüstung. Um diesen 3500er zu erleben, genügen dagegen ein Display und drei Boxen. Doch erklimmt der T+A K2 M wirklich den Gipfel der Hörgefühle?

T+A K2 TEST

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T+A K2 TEST

Der vom K2, dem zweithöchsten Berg auf unserem Planeten, inspirierte Name des pfiffigen DVD-Receivers von T+A lädt Vertreter der schreibenden Zunft zum Schwelgen in Superlativen ein. Schließlich liefert Wikipedia jede Menge Füllstoff zum Traum beziehungsweise Alptraum aller Bergsteiger.

Dabei geht dann geflissentlich unter, dass die Herforder, die auch reinrassige Einzelkomponenten für kompromissloses Surround-Vergnügen im Programm haben, weniger nach dem Gipfel des Machbaren schielen. Das Limit des westfälischen K 2: Die Grenze des Zumutbaren für - als Tester zögere ich vorm Gebrauch des Begriffes - Menschen wie du und ich.

Der Berg ruft

Extrembergsteiger sind es gewohnt wie Käufer kostspieliger Einzelbausteine, beinahe im Schlaf mit ewig langen Leinen zu hantieren, auf teure Spezialausrüstung zu vertrauen, um sich auch noch die letzten paar Meter zum Gipfel vorzuarbeiten. Der K 2 von T+A richtet sich dabei eher an begeisterte, aber nicht überambitionierte Wanderer, die sich mit dem Taunus oder der Zugspitze begnügen, aber dabei ohne unnötigen Stress und Lebensgefahr eine Menge erleben wollen - ohne an unzähligen Seilen zu hängen.

Test High-End: DVD-Receiver

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Sehr aufgeräumt präsentiert sich das Innenleben des Tausendsassas. T+A spendierte der direkt an den Klemmen angeordneten 5-Kanal-Schaltendstufe einen zünftigen Ringkerntransformator.

Für die eigenwillige Kombination aus DVD-Player und 5-Kanal-Receiver genügt ein einziges HDMI-Kabel zum Flat-TV oder Beamer plus die Kabel für die Boxen. Das vereinfacht die Installation und vermindert Kompatibilitätsprobleme zwischen verschiedenen Komponenten.

Wie unterschiedlich T+A die Prioritäten setzt, verdeutlicht am besten die Aufteilung der fünf Kanäle. Für virtuellen Raumklang sind lediglich die beiden Front-Lautsprecher und der Center zuständig, die beiden anderen Endstufen lassen sich ganz nach Bedarf für einen zweiten Raum oder zum Bi-Amping der Hauptlautsprecher heranziehen.

Der K 2 erkennt selbstständig, dass ein zweites Boxenpaar oder ein Lautsprecher mit getrennter Ansteuerung für Bässe und Mittel-Hochtonbereich an die aus dem Verstärker Powerplant bekannten Schaltendstufen mit Doppel-MOSFET-Transistoren angeschlossen ist und stellt dann erst die entsprechenden Optionen bereit.

Das DVD-Laufwerk wurde für die CD-Wiedergabe optimiert und zur Wandlung der Audio-Daten kommen hochwertige 24-Bit-/192-kHz-Digital-Analog-Wandler der angesehenen Marke Wolfson zum Einsatz. DVDBildsignale lassen sich auf 1080p hochrechnen und via YUV- oder HDMI-Ausgang ausgeben. Natürlich halten auch mittelständische Mitbewerber wie Arcam mit dem Solo Movie an der bewährten DVD fest, was auch die Zugriffs- und Reaktionszeiten des Laufwerks verkürzt.

Jedoch besitzt der K 2 nicht einmal einen HDMI-Eingang und sträubt sich damit gegen eine problemlose Ergänzung durch einen externen Blu-ray-Player. An anderer Stelle zeigt er sich der Zukunft umso aufgeschlossener: Für 500 Euro Aufpreis lässt sich der gewöhnliche, 3.000 Euro teure K 2 zum K 2 M aufrüsten. Dann verfügt der ebenso schlichte wie schicke Entertainer über die Netzwerkplatine und die mannigfaltigen Talente der hervorragenden Music-Player aus der E- und R-Serie (siehe Kasten "Netzwerk-Nachrüstung).

Zur Stereo-Einstufung trat der T+A mit der fast schon altmodischen Silberscheibe an. Neben Bass- und Höhenreglungen, die wie immer im Hörtest in Null-Stellung verharrten, offeriert der K 2 seinem Benutzer noch eine ganze Reihe kleinerer Klangkorrekturen, die dezent die Verstärker-Charakteristik ändern. Statt der Einstellungen "Sprache" und "Kino" kommen für Musik grundsätzlich drei Möglichkeiten in Frage: "Normal" für lineares Klangbild in normal bedämpften Hörräumen. "Dynamik" für stark bedämpfte Räume und eher basslastige Boxen oder "Warm" für alle, die es etwas softer bevorzugen.

Die Unterschiede blieben eher subtil. Unter Beibehaltung der sehr neutralen Grundtendenz schienen die Musiker um Thomas Dolby ("Aliens ate my Buick", Lost Toy People) sich nach dem Umschalten von "Normal" auf "Dynamik" warm gespielt zu haben. Drums hatten mehr Kick, hart angerissene Bass-Saiten kamen knackiger, satter. Wo manche AV-Receiver Stimmen etwas ausdünnen, bewahrte der T+A in beiden Stellungen mehr Substanz und wirkte recht gut fokussiert.

Stimmen kamen allerdings im Vergleich zu AVReceivern der Preisklasse über 2.000 Euro etwas weniger plastisch an. Der K 2 schaffte es jedoch, einen Spannungsbogen aufzubauen und alle Instrumente stimmig miteinander spielen zu lassen. Trotz seiner sehr guten Hochtonauflösung, die viele Details enthüllt, ist der Einteiler nichts für jene, die ein Orchester selbst in komplexen Passagen noch sezieren wollen.

Im DVD-Durchgang ein ähnliches Bild: Der K 2 wirkte lebendig und kraftvoll, ließ die V8-Motoren in Quentin Tarantinos "Death Proof" (Universum) lustvoll grollen und widmete sich den unterlegten Beats mit großer Sorgfalt. Auch Explosionen oder Fausthiebe ließen die standfesten Schaltendstufen nicht erzittern.

Testprofil

T+AK2M
taelektroakustik.de
3.500 Euro

DVD-Receiver

Weitere Details

84 Prozent

Testurteil
sehr gut
Preis/Leistung
sehr gut

Doch wer Wert darauf legt, wirklich im Zentrum des Geschehens zu sitzen und weniger auf die Filmhandlung als auf die Lokalisation der Phantomschallquellen achtet, der dürfte den K 2 nicht als vollwertige Alternative zu üblichen Surround-Systemen mit fünf und mehr diskreten Kanälen betrachten - trotz einer gegen über Stereo plastischeren Wiedergabe mit stabilerer Abbildung.

Netzwerk-Nachrüstung -Erst mit Net ist der Spaß komplett

Ein echtes Highlight ist die für 500 Euro nachrüstbare Netzwerk-Platine, die auf den in zahlreichen Tests von Video-HomeVision bewährten Music-Playern der E- und R-Serie aufbaut. Mit ihr lässt sich via LAN oder drahtlosem WLAN Musik in den Formaten MP3, FLAC, WAV, WMA AAC oder Ogg Vorbis über das Netzwerk vom PC oder einer autarken NAS-Festplatte auf die Anlage übertragen und in höchster Güte in Klänge wandeln.

Test High-End: DVD-Receiver

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Über diese Schnittstellen ermöglicht die M-Version auch Internetradio. Zur Komfortsteigerung ging T+A eine Kooperation mit der Firma vTuner ein, auf deren Website sich mit einem Internet-PC bequem Programm- und Favoritenlisten erstellen lassen. Die vielseitige Netzwerkplatine unterstützt auch iPods und gewöhnliche USB-Speicher.

Fazit

Dem T+A lässt sich mit starren Bewertungsrastern nicht vollständig gerecht werden. Er schlägt sich wacker, doch seine volle Wirkung erschließt sich erst im Alltag, wenn die maßvolle Mischung aus Stereoanlage, Heimkino und Netzwerk-Player zwar keinen Höhenrausch, aber anhaltende Freude verbreiten kann. Die Extrem-Gipfelstürmer wird der K 2 aus dem Teutoburger Wald trotz aller Qualitäten kaum von ihren komplex beherrschbaren Technik-Arsenalen abbringen.

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Test High-End: DVD-Receiver
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