Testbericht

Test: Standlautsprecher

Boxen unter 800 Euro das Paar waren nie zuvor so klangvoll wie die erschwinglichen Standsäulen von Elac, Magnat und Mission.

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Test: Standlautsprecher

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Test: Standlautsprecher

Das Geld zerrinnt zwischen den Fingern, Tanken verkommt zum Albtraum, beim Essen gehen kommen einem bisweilen die Tränen. Da verheißen die erschwinglichen Standsäulen von Elac, Magnat und Mission, die mit modernster Technik der Inflation ein Schnippchen schlagen wollen, schon eher Trost. Denn Boxen unter 800 Euro das Paar waren nie zuvor so klangvoll.

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Früher waren 1.600 Mark eine hübsche Summe Geld. 800 Euro scheinen einem heutzutage dagegen rasch zwischen den Fingern zu zerrinnen. Gerade dann überlegt sich mancher dreimal, ob er diesen Betrag für ein Paar Lautsprecherboxen oder doch lieber für einen Urlaub oder andere Vergnügungen ausgibt.

Drei gute Gründe für Boxen versprechen die stattlichen Standsäulen von Elac, Magnat und Mission. Abgesehen davon, dass sie die Umwelt weniger mit CO2 belasten als ein Flug der Karibik-Kategorie, können Lautsprecher noch nach vielen Jahren Spaß machen. Urlaubsbräune und Feierlaune sind obendrein nach wenigen Wochen im Alltag verflogen. Im HomeVision-Test mussten sich die Elac FS 68 und die Magnat Quantum 607 mit der rund 100 Euro günstigeren Mission M 35 i messen, um zu beweisen, ob sie beim Musikfreund eine perfekte Landung hinlegen.

Eine typische Box der Klasse bis 800 Euro unterscheidet sich von den damaligen 1.500-Euro-Lautsprechern. Wo früher Holzfurnier und eckige Kanten von traditionellem Handwerk zeugten, beherrschen heute Folienoberflächen und sanft gerundete Gehäusekanten das Lautsprechererscheinungsbild. Darüber können ältere Semester vielleicht spotten, aber gewisse Vorzüge der modernen Zeiten lassen sich nicht bestreiten: Wer sich die Chassis genauer anschaut, stellt unschwer fest, dass die altmodische Trial-and-Error-Methode mit Messungen und Hörtests an unzähligen Versuchsmodellen nicht unbedingt zu so filigranen Treiber-Lösungen führte - von überholten Fertigungsmethoden mal ganz abgesehen.

Test: Standlautsprecher

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Ein Blick hinter die Kulissen: Im Inneren der Elac finden sich eine hochwertige Verdrahtung und magnetisch abgeschirmte Chassis mit sehr kräftigen Antrieben.

Heute können Entwickler schon vor dem ersten Prototypen das Verhalten sämtlicher Chassis-Komponenten ausgiebig am Computer simulieren und optimieren. Was dann in den Modellversuch geht, hat eine Reife im Detail, die sich früher nicht verwirklichen ließ. Große Fortschritte gab es dadurch vor allem in der Bekämpfung von Partialschwingungen der Membranen - Teile der Membran führen dabei Eigenschwingungen aus, die nicht dem Musiksignal entsprechen - und der Erzielung eines möglichst linearen Antriebsverhaltens. Schließlich neigen Lautsprecher-Chassis zu unkontrollierten Taumelbewegungen und das Verhalten bei vollem Hub gilt ebenfalls als neuralgischer Punkt.

Ein deutliches Zeichen dieser neuen Zeitrechnung findet sich beispielsweise in der Magnat Quantum 607. Ihre Tief- und Mitteltöner sind gleich über acht Schrauben sicher mit dem Korpus verzurrt und verfügen über eine Aluminium-Keramik-Membrane. Die Treiber kommen mit einer luftigen Korbkonstruktion daher - man erkennt auf den ersten Blick die strömungsoptimierte Bauweise. So kann sich die High-Tech-Membrane möglichst unbeeinflusst von Luftwirbeln bewegen.

Test: Standlautsprecher

Ein Quantum Trost?

\n MagnatQuantum 607
www.magnat.de
800 Euro

Lautsprecher Stereo

Weitere Details

63 Prozent

Fazit:Ein Lautsprecher, der vom ersten Ton an rundum Laune macht: luftig, feinzeichnend und für diese Klasse sehr differenziert und mächtig im Bass.

Testurteil
gut
Preis/Leistung
sehr gut

Aerodynamische Streben wie bei einem Flugzeugleitwerk sorgen für Steifigkeit und tragen ihr Scherflein zu dieser Strömungsoptimierung bei. Der ganze sehenswerte Korb besteht aus Karbonfaser-Verbundwerkstoff, was der Verwindungssteifheit und Resonanzarmut entgegenkommt. In der Quantum 607 kommen Konus-Wandler zum Einsatz, die wie der 25-mm-Gewebe-Hochtöner ihre Signale über eine hochwertige Oehlbach-Innenverkabelung beziehen.

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Ein extrem breiter Luftspalt zwischen Zentrierung und dem abgeschirmten Antriebsmagneten verschaffen der Magnat eine optimale Belüftung.

Elac verwendet ebenfalls feine Strippen für die Signalleitungen und nutzt wie Magnat im Chassis-Bereich leichte und steife Materialen. So sorgt im Konus-Mitteltöner eine Aluminium-Sandwich-Membranen für minimale Partialschwingungen. Die von den Kielern "Full Roll" getaufte doppelt geschwungene Gewebesicke soll den möglichen Übertragungsbereich in hohe Frequenzregionen erweitern. Die Zentrierung ist bestens belüftet, das minimiert Klirr und sorgt für eine gute Wärmeabfuhr aus dem Chassis. Die beiden Tieftöner der klassischen Drei-Wege-Konstruktion verfügen über die gleiche Membrantechnologie und Zentrierungsauslegung wie der Mitteltöner. Die aerodynamisch optimierten Körbe und die besonders starken Antriebssysteme sprechen für eine hohe Belastbarkeit.

Test: Standlautsprecher

Ein Quantum Trost?

\n ElacFS 68
www.elac.de
800 Euro

Lautsprecher Stereo

Weitere Details

63 Prozent

Fazit:Mit viel Klangkörpereinsatz und Feinzeichneung zählt die homogene und doch spritzige FS 68 zur Besten ihrer Preisklasse.

Testurteil
gut
Preis/Leistung
sehr gut

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