Testbericht

TEST: Soundbar B&W Panorama für 2000 Euro

Mit dem Zeppelin landete B&W einen Volltreffer. Doch was für den iPod in Klang und Design Maßstäbe setzt, soll nun auch das Heimkino beflügeln. Allerdings wirkt der 2000 Euro teure Panorama nicht so schrill wie sein Vorbild.

Soundbar B&W Panorama

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Soundbar B&W Panorama

Mit dem Zeppelin landete B&W einen Volltreffer. Doch was für den iPod in Klang und Design Maßstäbe setzt, soll nun auch das Heimkino beflügeln. Allerdings wirkt der 2000 Euro teure Panorama nicht so schrill wie sein Vorbild.

Die Zeppelinära ging 1937 mit einem Knall in Lakehurst zu Ende. Für den Audiospezialisten B&W begann die Epoche der fliegenden Zigarren dagegen erst vor wenigen Jahren mit dem inzwischen legendären iPod-Dock in Form eines Luftschiffes. Während die Traditionsmarke damit einen Trend setzte und den iPod endlich in audiophilen Kreisen salonfähig machte, ließ sie dagegen in Sachen Soundbar bislang den Mitbewerbern von Canton, Denon, Philips und allen voran Yahama vornehm den Vortritt.

Test Heimkino: Soundbar

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Beim neuen Panorama zeigt schon der Preis von 2.000 Euro, dass die Zielsetzung von Bouwers & Wilkins eine besondere war: Der Soundbar überzeugt durch ein dezent glänzendes Aluprofilgehäuse mit GFKVerstärkungen und steht im Design irgendwo zwischen dem B&W-Zeppelin und einem Carving-Ski.

Ähnlich narrensicher wie eine perfekt justierte Skibindung soll auch die Inbetriebnahme funktioneren, denn B&W wildert ermutigt durch die Erfolge im "Luftschiffbau" außerhalb des üblichen technikverliebten HiFi-Zirkels. Anfangs bremst die schicke Fernbedienung, deren Minimalismus in Verbindung mit fehlenden On-Screen-Menüs allerdings das Abrufen der Grundeinstellungen unnötig umständlich macht. Eine Hilti oder ähnliches Werkzeug sollte man(n) nicht nur zur Hand haben, sondern auch einsetzen können, wenn man den Panorama unter dem Flachfernseher an die Wand hängen möchte.

Test Heimkino: Soundbar

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Zwei Breitbänder flankieren den Nautilus-Hochtöner des Center-Kanals. Daneben sitzen beiderseits die Bässe, ganz außen (nicht im Bild) vier weitere Breitbänder für beide Klangsphären.

Unter der Frontblende verbirgt sich ein Stück Nautilus-Technologie in Form einer röhrenförmigen Kammer für den zentral angeordneten Hochtöner des Center-Kanals, dem B&W wegen seiner tragenden Rolle während der Wiedergabe von Filmdialogen besonders große Aufmerksamkeit schenkte. Ansonsten vertraut der Soundbar auf sechs Breitbänder und zwei 9-cm-Tieftöner mit langen, um 90 Grad nach hinten abgewinkelten Reflexöffnungen mit Flowports gegen Strömungsgeräusche.

Purismus pur

Der integrierte Surround-Decoder verarbeitet keine HD-Tonformate, was zwar - wie der Verzicht auf HDMIAnschlüsse - etwas altmodisch anmutet, aber halb so schlimm ist. Reine Digital-Audio- Schnittstellen erwiesen sich bisher als die klanglich überlegene Verbindung. Und davon besitzt der Panorama-Riegel immerhin drei.

Test Heimkino: Soundbar

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Links und rechts vom zentralen Nautilus-Hochtöner sitzen die beiden Breitband-Chassis des Center-Kanals. An beiden abgerundeten Ecken sitzen je zwei weitere Mittel-Hochtöner für die linken und rechten Klangsphären. Diese Anbringung erweitert die Basisbreite und erzeugt eine kaum fassbare Raumtiefe unter Einbeziehung von Phasen-Effekten Wandreflexionen.

Im Stereo-Hörtest ließ der britische Balken nur die beiden äußeren Breitbänder mit dem Subwoofer laufen, um die gefühlte Basisbreite weit über die Grenzen des knapp 1,1 Meter breiten, besonders steifen Glasfaserkunststoffgehäuses zu erweitern. Das Vorhaben gelang fast schon spektakulär.Wie schon der Zeppelin ließ der Panorama seine Abmessungen vergessen und sorgte einfach nur für ungläubiges Staunen. Sowohl Basisbreite als auch Bassfundament wirkten sehr erwachsen - vor allem wenn man die moderaten Maße ins Kalkül zieht.

Besonders positiv fiel auf, dass der rund und satt abgestimmte B&W Musikdarbietungen wie der von Clint Eastwood und Jamie Cullum (sensationell: "Gran Torino"-Titelsong) keinen künstlichen, blechern angehauchten Beigeschmack verlieh, was in dieser Gerätegattung öfter mal vorkommt. Die homogene Abstimmung ohne störende Ecken und Kanten ließ sich noch am ehesten mit den sehr klangstarken, aber auch sehr großen Canton-DMSystemen vergleichen.

Testprofil

B&WPanorama
Bowers-Wilkins
2.000 Euro

Soundbar mit integriertem Subwoofer

Weitere Details

90 Prozent

Testurteil
überragend
Preis/Leistung
überragend

Die Wandhalterung unterstützte den Grundtonbereich und das Bassvolumen, wobei sich der Panorama durch diverse Einstellmöglichkeiten an den Aufstellungsort sehr praxisgerecht anpassen ließ. Im Surround-Durchgang legte die Hörbühne in allen drei Dimensionen noch einmal deutlich zu und alles wirkte plastischer, souveräner, mächtiger und selbstverständlicher. Obwohl HiFi-Tester mit künstlichen Sound-Effekten seit jeher hadern, lässt sich hier ganz besonders bei Live-Aufnahmen die Verwendung der überzeugend umgesetzten Surround-Modi selbst für Zweikanal-Programme dringend anraten. Noch besser: In Filmen wie "Tage des Donners" flitzen die Stockcars perfekt ortbar mitten durch den Raum.

Fazit

Nach dem Zeppelin zündet B&W mit dem Panorama eine neue Stufe für einen neuen Zugang zur Musik und in diesem Fall auch zum Heimkinovergnügen. Die Panorama-Bars dieser Welt befinden sich immer ganz oben über den Dächern und dieser Panorama-Bar thront ebenfalls ganz oben.

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