Testbericht

Test: Sony STR-DA 2400 ES

Gegen die Materialschlacht der Platzhirsche setzt Sony auf Esprit. Der neue Receiver der ES-Serie hat viel Technik unter der Haube, gibt sich aber ganz bodenständig im Umgang und stellt weniger HD- Decoder oder Siebenkanal-Endstufe, als vielmehr Bedienkomfort in den Mittelpunkt.

Test Surround-Receiver

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Sony STR-DA 2400 ES

Gegen die Materialschlacht der Platzhirsche setzt Sony auf Esprit. Der neue Receiver der ES-Serie hat viel Technik unter der Haube, gibt sich aber ganz bodenständig im Umgang und stellt weniger HD- Decoder oder Siebenkanal-Endstufe, als vielmehr Bedienkomfort in den Mittelpunkt.

Mit einem 12,5 Kilogramm schweren Hecht, der teurer aussieht, als er ist, will Sony im Karpfenteich der Receiver diesseits der 1.000 Euro wildern. Dazu schnürten die Japaner ein pralles Ausstattungspaket, in dessen Mittelpunkt der HDMI-Systemgedanke steht. Vier Eingänge und ein Ausgang machen den Receiver nicht nur zur vielseitigen AV-Umschaltzentrale für Bild und Ton. Sie ermöglichen auch eine recht ausgeklügelte Systemsteuerung mit Blu-ray-Playern und den Bravia-Flat-TVs von Sony. Die auf dem TV miteinander verzahnten Menüs eines solchen Markengespanns erinnern nicht zufällig an die beliebte PlayStation 3. "Das Ziel ist, die typischen Crossbar-Menüs der PS3 in Zukunft auch für unsere Receiver und Blu-ray-Spieler zu verwenden", erläutert Productmanager Jin Koide. Zu Spekulationen über einen vom Design und der Wertigkeit zur ES-Serie passender Blu-ray-Player - gleichermaßen Synonym für "Elevated Standard" und "Esprit" - schweigt Koide allerdings - nicht ohne zu trösten: "Vielleicht bringt die IFA ja etwas in der Art."

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Sony STR-DA 2400 ES

Die Bedienung des Receivers fällt recht leicht, zumal in der Klasse des STR-DA 2400 ES nicht alle Receiver überhaupt ihre On-Screen-Menüs via HDMI ausgeben. Dem Trend folgend, misst sich der STR-DA 2400 ES mit seinem beiliegenden Mikrofon selbst ein. Doch während Mitbewerber wie Denon, Onkyo oder Pioneer immer längere und aufwendigere Einmessprozeduren dem Hörvergnügen voranstellen, macht Sony kurzen Prozess: Kaum mehr Zeit, als der Terminator braucht, um seinen obligatorischen coolen Spruch "Hasta la vista, Baby" aufzusagen und sein Gewehr abzufeuern, benötigt der Receiver, um mit der Einmessung kurzen Prozess zu machen.

Das traf sich gut, denn die Redakteure waren schließlich gespannt auf den Hörtest. Dort musste der DA 2400 ES sich zunächst im Stereo-Durchgang behaupten. Dabei zeigte er mehr Gelassenheit, als während der beinahe schon hektischen Einmessung. Mit ebenso viel Sinn für ein harmonisches Gesamtkunstwerk wie für feinste Details widmete sich der Sony jeder Art von Musik. Er verstand es meisterhaft, fragile Stimmen wie von Robbie Williams oder Tori Amos herauszuarbeiten. Gegenüber Streichern ließ er Sanftmut walten. Als fühle er sich im Geiste einem akustischen Knigge verpflichtet, traf er stets den richtigen Ton und fiel nicht einmal in komplexen Passagen aus der Rolle.

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Im Aufbau des mit HDMI 1.3a und Decoder für hochauflösendes Dolby Digital TrueHD und DTS HD ausgestatteten Receivers folgt Sony dem Trend zu kurzen Signalwegen von Bild und Ton mit Signalverarbeitung nahe der Anschlüsse.

Allerdings erschien die wie aus einem Guss wirkende Darbietung etwas diffus, der STR-DA 2400 ES bildete eher flächig als dreidimensional ab. Er ließ die Konturen der Instrumente stärker verschwimmen, als die besten Receiver seiner Klasse, zu denen in akustischer Hinsicht etwa der Harman Kardon AVR 245 (Test Printausgabe 5/2007) zählt.

Im Mehrkanal-Betrieb blieb dem Sony seine Gelassenheit erhalten. Seine natürliche Abstimmung kam nicht zuletzt der Dialogverständlichkeit entgegen. Mühelos ließen sich mit dem STR-DA 2400 ES auch nuschelnde Sprecher in englischen Originalfassungen verfolgen. Der Raum wirkte recht groß und offen. Mit Konzert-DVDs wie von Eric Claptons Auftritt im Hyde Park (Warner) kam ebenfalls viel Freude auf. Der Sony lenkt nicht die Aufmerksamkeit auf einzelne Effekte, sondern lässt unaufdringlich im Ereignis schwelgen.

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Testprofil

\n SonySTR-DA 2400 ES
www.sony.de
800 Euro

Surround-Receiver

Weitere Details

66 Prozent

Fazit:Rundum ausgewogene Kombination aus Klang, Komfort und solider Verarbeitung zum moderaten Preis.

Testurteil
gut
Preis/Leistung
sehr gut

Diese dezente Art des Raumklangs perfektionierte der 2400er noch mit Blu-ray-Discs, wie sich das am Beispiel der besonders smooth klingenden Toto-Live-Aufnahme aus Amsterdam (Edel Records) äußerte. Der Sony spielte ohne Ecken und Kanten und ließ nur das letzte Quäntchen Kontur und Emotionalität vermissen, das Top-Receiver bieten. Ansonsten präsentierte sich der STR-DA 2400 ES als ausgereift und hochwertig.

Fazit

Mit dem neuen ES schuf Sony eine gut zu handhabende Alternative zu Denon, Yamaha und Pioneer, deren Receiver sich in dieser Klasse immer mehr an Freaks richten.

Bildergalerie

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ES-Klasse-Feeling ohne ES-kapaden

Sony STR-DA 2400 ES

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