Testbericht

Test: Samsung NV4 & Digimax i8

Samsung ist scheinbar einer der letzen Hersteller von Kompaktkameras, der die Sache nicht allzu ernst nimmt, sondern mit eingebautem MP3- und Video-Player auch mal an den Spaß von Hobbyknipsern denkt. Macht das die Kameras schlechter? magnus.de hat die Multimedia-Kameras getestet.

Test: Samsung NV4 & Digimax i8

© Markus Beyer, Andreas Winterer

Test: Samsung NV4 & Digimax i8

Zunächst scheinen die i8 und die NV4 nicht viel gemeinsam zu haben - kein Wunder, denn sie kommen aus völlig verschiedenen Baureihen. Samsungs i-Serie setzte vor allem äußerlich Akzente, fiel stets mit ungewöhnlichen Pop-Designs auf und spaßigen Multimedia-Funktionen zur Wiedergabe von MP3s und Filmen. Samsungs seriöse NV-Serie hingegen verband bisher stets kompakte Bauweise mit einem optischem Bildstabilisator und der eigenwilligen Bedienung mit zwei Reihen von Sensortasten.

Die neue i8 bleibt ihrer Reihe treu: das Design der Multimedia-Bildkünstlerin könnte von Apple, Tupperware oder einem Bonbonhersteller stammen. Die neue NV4 fällt hingegen deutlich aus dem Rahmen, den die NV-Serie vorgibt: In Sachen Schnickschnack zieht sie mit der i8 fast gleichauf, verzichtet dafür aber leider auf optischen Bildstabilisator und Sensortasten-Bedienung.

Auch die technischen Features gleichen sich enorm. Allein das Gehäuse scheint die beiden Samsung-Fotoschützen zu unterscheiden: hier Plastik, dort Metall. Vor allem angesichts des nahezu identischen (Strassen-)Preises fragt man sich bei den nahezu eineiigen Spaß-Kameras: Welche bietet denn nun mehr?

Gemeinsamkeit: gute Bilder bei schönem Wetter

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Samsung NV4
Galerie
Foto:Kameras

Das Dreifachzoom der NV4 bleibt bei allen Brennweiteneinstellungen im Kameragehäuse.

Beide Fotoapparate haben einen 1/2,5-Zoll-Bildsensor mit 8,2 Megapixel -- das verspricht keine Wunder, reicht aber fürs fröhliche Knipsen. Beide haben ein 3-fach-Zoom-Objektiv, das innenliegend verbaut ist und daher nicht aus dem Gehäuse fährt. Es erzeugt nicht nur im Anfangsbereich eine tonnenförmige Verzeichnung, die man aber leichter verschmerzen kann als den Umstand, dass beiden Kameras ein bisschen mehr Brennweite im Weitwinkelbereich gut tun würde. Das Zoom zoomt auch eher gemächlich, und die Zoomwippe gewinnt gewiss keine Usability-Preise. Der Autofokus braucht seine Zeit, die Auslöseverzögerung nach dem AF-Hinweis gestaltet sich allerdings deutlich kürzer, als man das von Samsung-Kompaktkameras gewohnt ist. Anders gesagt: Sowohl NV4 als auch i8 enttäuschen hier nicht und lassen deutlich mehr Schnappschüsse gelingen, als das bei früheren Modellen der Fall war.

Samsung i8 - Kamera mit MP3-Player

© Andreas Winterer

Das 3fach-Zoom der i8 arbeitet im Inneren der Cam.

Kreative Kontrolle über Belichtungszeit und Blende gewähren weder i8 noch NV4, noch nicht mal mit einer Halbautomatik. Dafür gibt es jede Menge Einstellungen, um das Bild schon vor dem Knipsen anzupassen. So kann der Benutzer Schärfe, Sättigung und Farbtöne sowie Einstellungen wie Schwarzweiß oder Sepiatönung vorgeben. Ähnliche Funktionen lassen sich auch im Nachhinein auf die Bilder anwenden, wobei die Kamera für jede Änderung ein neues Bild erzeugt. Das ist schlauer, denn ehrlich gesagt kommen aus der Kamera schon ab Werk ziemlich gute Fotos. Die Ergebnisse sind sicher nicht sensationell, aber für diese Kamera- und Preisklasse absolut in Ordnung. Die Farben leuchten schön, der Himmel ist perfekt blau, und die Bilder wirken bei guten Lichtverhältnissen auch sehr räumlich. Was will man im Urlaub mehr?

Nur bei schlechten Lichtverhältnissen macht sich ein leichtes Bildrauschen bemerkbar. Testbilder können Sie bei magnus.de herunterladen (siehe Download links), sie wurden jeweils im Superfine-Modus aufgenommen und nicht nachbearbeitet. Sie zeigen die klaren Farben bei Sonnenschein, das leichte Rauschen in der Dämmerung und dass man den ISO-3200-Modus getrost ignorieren kann.

Beide Kameras können übrigens in einem speziellen Modus MP3s und Filme wiedergeben. Der MP3-Player bietet keinen Luxus wie Abspiellisten oder Coverbildanzeige, aber er macht seinen Job. Filme muss man vorher mit einer mitgelieferten Software aufbereiten, dann geht auch das Mäusekino in Ordnung - zumindest bei der i8, denn die hat das größere Display. Der Sound kommt dann wahlweise über den eingebauten Lautsprecher oder die Kopfhörer. Leider haben weder die i8 noch die NV4 einen normalen Kopfhörer-Anschluss, doch beiden liegt ein Adapter vom Samsung-Anschluss auf 3,5-mm-Klinke bei, nebst einfachen Ohrhörern.

Samsung i8 und NV4: Digicams mit MP3-Player

© Andreas Winterer

Sowohl Samsung i8 als auch NV4 haben einen eingebauten MP3-Player, doch der bietet wirklich nur die Basisfunktionen.

Klar: Solchen Multimedia-Quark braucht bei allzu kritischer Betrachtung natürlich niemand. Aber wer die Knipse mit ins Schwimmbad nimmt, kann dort auch Musik hören, oder sich damit auf der zu langen Zugfahrt ein paar Filme ansehen - es gibt eigentlich viel zu wenig solcher Fun-Kameras.

Unterschied: Gehäuse und Bedien-Wirrwarr

Bildergalerie

Samsung i8 - Kamera mit MP3-Player
Galerie
Foto:Kameras

Das 3fach-Zoom der i8 arbeitet im Inneren der Cam.

Die i8 ist etwas dicker als die NV4, dank Plastik aber auch leichter. Vielleicht auch deswegen liegt die i8 subjektiv besser in der Hand als die NV4. Zumal dort beim Knipsen der Daumen auf Knöpfen liegt, während er bei der i8 stabil auf einer freien Fläche ruht. Die höhere Wertigkeit des Metallgehäuses bezahlt der Käufer einer NV4 übrigens mit einem kleineren Display: Das der i8 misst knapp 2,7 Zoll (6,8 Zentimeter) in der Diagonale, dass der NV4 nur 2,5 Zoll (6,3 Zentimeter). Wer Filme schauen will oder einfach ganz allgemein große Displays mag, nimmt also lieber die i8.

Die NV4 besitzt ein nobles Metallgehäuse mit Modus-Wählrad, wo die i8 mit poppigem Kunststoff und reiner Knopfbedienung auskommen muss. Wegen des fehlenden Modusrades unterscheidet sich auch die Bedienung der i8 in einigen Teilen, allerdings wird es paradoxerweise eher einfacher als schwieriger, weil man eben nur Knöpfe hat.

Samsung NV4

© Andreas Winterer

Die NV4 ist schlanke 17,5 Millimeter dünn.

Gemeinsam haben die i8 und NV4, dass die Bedienung ganz allgemein sehr verworren ist. Es gibt über den Knopf "Menu" ein Menü, das allgemeine Funktionen regelt. Über "Fn" lassen sich weitere Einstellungen festlegen, etwa Auflösung und ISO. Über die Taste "E" gibt's dann noch weitere Einstellungen, wie Schärfe und Farbe. Ein weiteres Knöpfchen schaltet die Gesichtserkennung an und aus.

Samsung i8

© Andreas Winterer

Die i8 ist knapp zwei Zentimeter dick.

Die NV4 verwendet zusätzlich das Wählrad, um verschiedene Modi einzustellen, bei der i8 ist dafür einfach die Taste M zuständig. Bei der i8 schalten Sie dort zwischen Multimedia-Player oder verschiedenen Shooting-Modi oder Scene-Einstellungen um, in einem Menü, das gänzlich anders aufgebaut ist als die anderen Menüs. Die NV4 gewährt über die Wahlrad-Einstellung "Scene" Zugriff auf die Motivprogramme.

Einzigartig: Der Reiseführer der i8

Die i8 hat noch ein ganz besonderes Gimmick, nämlich einen eingebauten Reiseführer. So richtig eingebaut ist der zwar nicht, weil man ihn erst herunterladen muss und die Anleitung dafür sich auf die Adresse www.samsung.com beschränkt. Was wenig hilfreich ist, denn dort gibt's nichts dergleichen. Der Reiseführer liegt stattdessen auf www.samsungcameras.de im Bereich World Tour Guide - darauf von selbst zu kommen ist eher aussichtslos. Wer sich alle Länder herunterlädt, kommt auf 200 MByte, ein einzelnes Land benötigt 3 bis 15 MByte - das kann man von einer SD-Card problemlos abzwacken. Der Reiseführer selbst ist einfach zu bedienen, inhaltlich aber eher knapp gehalten: Mini-Bildchen informieren mit halbwegs ansehnlichen Texten über die wichtigsten Attraktionen einer ausgewählten Stadt. Ganz nett, aber nichts, was den gedruckten Reiseführer schon ersetzen würde.

Samsung i8: Digicam mit Reiseführer

© Andreas Winterer

Der eingebaute Reiseführer der Samsung i8 ist ein nettes Gimmick mit reichlich Potential für mehr.

Fazit: die i8 macht mehr Spaß

Weder die NV4 noch die i8 sind schlechter, nur weil man in die Kameras auch noch einen mittelmäßigen Multimedia-Player reingequetscht hat. Ganz im Gegenteil: Wer einfach nur eine kompakte Spaß-Kamera sucht, um im Urlaub schönes Wetter, Standbars und Palmen zu fotografieren, der wird sowohl mit der i8 als auch mit der NV4 sehr zufrieden sein. Auch als Zweit-Knipsen neben einer DSLR machen beide eine gute Figur. Nur für kreatives Fotografieren sind beide gleich ungeeignet, da es an Brennweitenspielraum und manuellen Einstellungen mangelt.

Daten: Samsung i8

Samsung i8
Samsung
ca. 180 €

www.samsungcamera.de

Weitere Details

Fazit:Auch wenn der integrierte MP3-Player nicht der beste ist: Die Samsung i8 ist eine prima Kamera zum Spaßhaben. Auch mit den Bildern der Kompaktknipse kann man zufrieden sein.

4/5
gut
Preis-Leistung
gut

magnus.de empfiehlt die Samsung i8: Mit ihr kaufen Sie eine leichte, kompakte Kamera, die als seriös schwarze, Apple-trendweiße oder auch poppig-bunte Ausgabe zu haben ist, bei guten Lichtverhältnissen prima Bilder schießt, erstaunliche Funktionen zu Nachbearbeitung bietet und obendrein auch noch mit MP3-Player und Filmwiedergabe erfreut. Als Spaßkamera ist sie derzeit ohne Alternative.

Beim direkten Vergleich bietet die NV4 nichts, was die i8 nicht genauso oder vielleicht sogar etwas besser böte - außer einem stabilen Metallgehäuse, für das man aber mit einem höherem Gewicht und einem kleineren Display bezahlt. Wer keinen triftigen Grund für das Metallgehäuse der NV4 hat, fährt mit der i8 besser.

Daten: Samsung NV4

Samsung NV4
Samsung
ca. 180 €

www.samsungcamera.de

Weitere Details

Fazit:Die NV4 ist eine schicke und robuste Metall-Knipse mit angepappten Multimedia-Funktionen, das Display aber zu klein für Filme.

4/5
gut
Preis-Leistung
gut

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