RAW-Konverter

Phase One Capture One Pro 7 im Test

Mit Capture One Pro 7 will Phase One seinen RAW-Konverter weiter für Profis attraktiv machen. Im Test zeigt sich, was die Software leistet.

Test Phase One Capture One Pro 7

© Phase One

Test Phase One Capture One Pro 7

Pro

  • Logische Bedienung
  • Umfangreiche Profi-Funktionen

Contra

  • Teilweise fehlende Werkzeuge für Einsteiger

Phase One Capture One Pro zählt zu den Klassikern unter den RAW-Konvertern. Inzwischen gehört auch eine starke Bildverwaltung zum Funktionsumfang. Da Phase One für seine Profi-Kamerasysteme im Mittelformat bekannt ist, verwundert es kaum, dass Version 7 des hauseigenen RAW-Konverters wieder ganz auf professionelle Fotografen zugeschnitten ist.

Die neue Version des Phase One Capture One Pro unterstützt nicht nur die eigenen Kamera-Systeme, sondern alle Kameras, die RAW aufzeichnen. Die Software ist für Windows ab Vista und Mac OSX ab 10.6.8 zum Preis von 230 Euro erhältlich. Neben RAW und DNG kann Capture One Pro 7 auch Dateien in den Formaten JPEG und TIFF verarbeiten. Metadaten liest und schreibt das Programm im modernen XMP-Format. Eine Slideshow-Funktion fehlt.

RAW-Konverter mit Profi-Anspruch

Die graue Programmoberfläche mit ihren zahlreichen Symbolen wirkt zunächst etwas unübersichtlich - das legt sich aber nach kurzer Eingewöhnungsphase. In zwölf Reitern bringt der Hersteller alle Funktionen gut auffindbar unter, zum Beispiel unter den Bezeichnungen "Bibliothek", "Farbe", "Detail" bis hin zu "Metadaten" oder "Ausgabe".

Phase One Capture One Pro 7

© Phase One

Zur professionellen Bildbearbeitung gehören sowohl eine Druckausgabe als auch eine Softproof-Ansicht.

Wie es sich für einen zeitgemäßen RAW-Konverter mit Profi-Anspruch gehört, sind sowohl eine Softproof-Ansicht als auch eine Druckausgabe mit an Bord. Zudem arbeitet die Software wahlweise auf mehreren Monitoren. Besonders Studiofotografen profitieren von der sogenannten Tethering-Funktion. Damit steuert die Software angeschlossene Kameras der Profiklasse fern und importiert die Bilder direkt in Capture One. Freilich gelingt auch das Einlesen von Dateien auf Speicherkarten oder Festplatten in den Katalog. Der Import-Dialog bietet dazu alle nötigen Funktionen wie die Wahl des Dateinamens, Festlegung des Speicherorts, Verwaltung von Copyright und Metadaten.

Abstimmung über Regler oder Gradationskurven

Die automatische Korrektur von Objektivfehlern gelingt inzwischen nicht mehr nur mit Objektiven von Zeiss; auch eine ganze Reihe von Canon-, Nikon- und Sigma-Objektiven sowie einige wenige anderer Hersteller werden unterstützt. Alternativ erlaubt Capture One eine manuelle Korrektur, beispielsweise durch frei wählbare Angaben von Brennweite und Blende oder anhand von Schiebereglern. Farbsäume korrigiert die Software für alle Objektive nach kurzer Bildanalyse.

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Die Farbkorrektur können Anwender auf zwei Arten vornehmen: entweder mit einem einfachen Farbkreis oder mit dem Farbeditor, in dem sich einzelne Farbbereiche gezielt steuern lassen. Einen separaten Reiter für Hauttöne gibt es ebenfalls - obwohl selbst die Grundabstimmung von Hauttönen sehr angenehm auffällt. Bei der Helligkeitskorrektur verhält es sich ähnlich: Die Abstimmung mit Reglern ist für jeden verständlich, Experten arbeiten hingegen mit der Gradationskurve. Diese ist sogar für einzelne RGB-Farben verfügbar. Bei der Arbeit mit den Parametern gönnt sich die Software immer wieder eine kurze Bedenkzeit, bevor die Einstellungen angewandt werden - das machen andere Programme auf dem Testserver mit Vierkernprozessor besser.

Wie in dieser Klasse üblich, beherrscht Capture One außerdem die selektive Korrektur anhand von gezeichneten oder Verlaufsmasken. Werkzeuge zur Korrektur von Belichtung, Schärfe, Klarheit, Moire und der Farbeditor stehen dafür zur Wahl. Flecken entfernt die Software tadellos, rote Augen müssen Anwender jedoch manuell über die selektive Korrektur ausbessern.

Testfazit

Phase One Capture One Pro 7 überzeugt mit logischer Bedienung und umfangreichen Funktionen für Profis. Insbesondere die große Vielfalt der Werkzeuge zur Farb- und Tonwertkorrektur gefallen. Im Vergleich zur Konkurrenz fehlt dafür die eine oder andere Erleichterung wie ein Werkzeug zur Korrektur von roten Augen - auch wenn das für Profis eher nebensächlich sein dürfte.

Testergebnisse

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