Testbericht

Test Panasonic TH-42 PZ 85 E

Wer Plasmafernseher tot glaubt, irrt. Als Getriebe der Enthusiastentechnologie zeigt Panasonic mit dem TH-42 PZ 85 E, was die neue Plasma-Generation 2008 zu bieten hat.

Plasma-TV

© Archiv

Plasma-Fernseher: Panasonic TH-42 PZ 85 E

Panasonics Vormachtstellung im Plasmamarkt ist unanfechtbar. Jedes zweite in Deutschland verkaufte Gerät stammt aus deren Werken in Japan. Weil Panasonic hier jüngst mutig investierte, wächst jetzt der Preisdruck auf die Konkurrenz. Gerade 1.800 Euro verlangt die unverbindliche Preisempfehlung des TH-42 PZ 85 E. Wie hoch Panasonic die Messlatte für die Konkurrenz damit hängt, offenbart schon der Blick in die Spezifikationen. An Bord befinden sich beispielsweise eine Bewegungskompensation, ein SD-Kartenleser für HD-Diashows oder ein DVB-T-Tuner. Damit widersteht Panasonic der Verlockung, die erfolgreichen Vorjahresmodelle nur kosmetisch weiterzuentwickeln. Im Gegenteil: Zahlreiche und deutliche Verbesserungen geben genug Grund, von einem der größten Evolutionssprünge der letzten Jahre zu sprechen.

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Plasma-Fernseher: Panasonic TH-42 PZ 85 E

Ob das neue Styling mit den Silberapplikationen ober- und unterhalb des Displays gefällt, ist Geschmackssache. Dass das Panel selbst nun wieder eine glänzende Beschichtung trägt, dürfte gemischte Reaktionen provozieren. Die einen bemängeln die Spiegelungen von Fenstern und Lichtern, die anderen freuen sich über den sichtbaren Zugewinn an Bildplastizität.

Die Bedienung punktet dank der gewohnt aufgeräumten Menüs, aber auch durch neue Bonbons: Wer einen neuen Panasonic-DVD-Recorder sein Eigen nennt, darf die erweiterten Funktionen des HDMI-CEC-Standards ?VieraLink 3? auskosten. Beispielsweise holt sich der Recorder Sendertabellen via HDMI vom Fernseher. Maximalen Komfort versprechen die ?Pause Live-TV?- und die ?Direct TV-Rec.?-Funktionen: Wenige Tasten genügen, um das laufende TV-Programm aufzunehmen oder zu pausieren.

Die augenscheinlichste Verbesserung ist der gesteigerte Bildkontrast. Im Vergleich zu den Vorgängern gelingt es Panasonic, den nativen Kontrast zu verfünffachen, den dynamischen sogar um den Faktor sieben zu steigern. Dazu haben sie die Schwarzdarstellung auf das Niveau unseres Referenzplasmas von Pioneer gesenkt. Am anderen Ende der Skala hoben sie das niedrige Helligkeitsniveau der Vorgängerserie auf die doppelte Leuchtkraft an. Untypisch: Zu deren Justierung dient der Kontrastregler. Knackig, durchzeichnet und plastisch sind damit die Hauptcharakteristika des neuen Plasmabildes.

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Hinter der praktischen Klappe versteckt sich der SD-Kartenschacht.

Helligkeits- und Pixelzugewinn machen sich auf der Stromrechnung bemerkbar: In Testszenen liegt der durchschnittliche Verbrauch bei 350 Watt, sinkt in dunklen Szenen schon mal auf 250 Watt, schnellt aber in hellen Szenen auch auf 400 Watt und mehr. Panasonics Eco-Modus ist gut gemeint, er drosselt den Stromhunger, leider aber auch die Helligkeit.

Zu den neuen Kernfunktionen zählt die ?Intelligent Frame Creation?, eine Bewegungskompensation, die durch Errechnung von Zwischenbildern zu einem flüssigeren Bildlauf verhilft. Die daraus resultierende Detailfülle in Schwenks ist beachtlich ? die Schaltung gehört mit Philips zu den Branchenbesten. Nebeneffekt ist die Beeinflussung des Filmlooks. Ob man das möchte, muss jeder Nutzer individuell entscheiden, eine Abstufung der Einstellung wäre jedoch wünschenswert. ?IFC? funktioniert auch mit 24p-Signalen, die der neue Plasma endlich auch versteht. Allerdings wandern Szenen aus HD-Filmen auch ohne Zwischenbildberechnung geschmeidig über den Schirm, sodass man sich ?IFC? hier getrost schenken kann.

Einziger Wermutstropfen ist die Farbdarstellung. Hier folgt Panasonic den Unkenrufen nach möglichst großen Farbräumen. Davon profitieren Zuspieler wie AVCHD-Camcorder, die den x.v.Colour-Farbraum nutzen. Filmszenen wirken damit zu bunt: So erscheinen beispielsweise die grauen Mäntel der ?U-571?-Besatzung grünlich, Naturaufnahmen wie in ?Planet Erde? wirken überdüngt. Der Sättigungsregler kann den Schaden begrenzen. Besser wäre ein per se auf Filme abgestimmter Farbraum. Dem über alle Quellen hinweg prägnanten und scharfen Bildeindruck kann das am Ende nur wenig anhaben. Auch für TV-Enthusiasten ist der TH-42 PZ 85 E mit seinem guten Tuner ein Tipp.

Testergebnisse

Panasonic TH-42 PZ 85 E
Panasonic
1.800 Euro

42-Zoll-Plasma-TV

Weitere Details

76 Prozent

Fazit:Der aktuelle König der 42-Zoll-Plasmaliga vereint Allround und Cineastendisplay in einem Gerät.

Testurteil
sehr gut
Preis/Leistung
überragend

Fazit

Mit Geräten wie dem TH-42 PZ 85 E blickt Plasma entspannt in die Zukunft: Das ausgereifte Konzept, die erhabene Bildqualität und die satte Ausstattung heben sich von der LCD-Konkurrenz ab. Und das zu diesem Preis!

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