Testbericht

Test: Panasonic DVD-VHS-Festplattenrecorder

DVD-Recorder, Festplattenrecorder, VHS-Recorder und Multimediaspeicher in einem Gerät: Dieser Hans Dampf in allen Gassen ist die universellste Aufnahme- und Überspielmaschine auf dem Markt.

Test: DVD-VHS-Festplattenrecorder

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Der Testkanditat: Panasasonic DMR-EX 98 V (700 Euro)

Panasonics neuer Alleskönner

DVD-Recorder, Festplattenrecorder, VHS-Recorder und Multimediaspeicher in einem Gerät: Dieser Hans Dampf in allen Gassen ist die universellste Aufnahme- und Überspielmaschine auf dem Markt.

Schon sein Vorgänger wurde zu einer Legende in der Recorderwelt. Als Panasonic 2006 mit dem DMR-EX 95 V auf den Markt kam, dominierte er die Verkaufscharts derart, dass sich die meisten Mitbewerber zurückzogen. Und während sich zu dieser Zeit die Produkzyklen aufgrund des Featurewettstreits auf fast halbjährliche Neuheiten einpegelten hat Panasonic es geschafft, bis heute mit dem DMR-EX 95 V sehr erfolgreich zu sein.

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Der Testkanditat: Panasasonic DMR-EX 98 V (700 Euro)

Nun ist der Nachfolger da und er bietet eigentlich kaum etwas Unerwartetes. Der DMR-EX 98 V erscheint wieder wie die Verschmelzung eines guten VHS-Recorders mit aktueller DVD- Festplattenrecorder-Technologie. Und wieder ist diese Verschmelzung hervorragend gelungen, denn die vielen Hundert Funktionen und Optionen, die eine solche eierlegende Wollmilchsau anbietet, sind ansprechend verpackt und lassen sich verhältnismäßig extrem einfach bedienen. Dabei sind viele moderne Neuerungen in der Gesamtausstattung hinzugekommen. Neben der Verwaltung von Fotos und MP3- Musik auf der Festplatte sind es hauptsächlich die CD-Ripping-Funktion mit automatischer Namenserkennung durch Gracenote-Datenbank und die verlustfreie Überspielung von MPEG2- Camcorderaufnahmen in Standardauflösung auf die Festplatte über SD-Karte oder USB-Anschluss.

Der Programmführer wurde massiv überarbeitet und bietet GUIDEplus+ über den DVB-T-Tuner oder den analogen Kabeltuner. Ein absolutes Highlight für Vielaufnehmer ist die Serienaufnahme. GUIDEplus erkennt auf Wunsch ähnliche Sendungsparameter und filtert dabei sogar Wiederholungen von Einzelfolgen heraus. Eine Serienaufnahme wird dann auf der Festplatte in einem eigenen Ordner abgelegt, was die Übersichtlichkeit der Aufnahmeliste erheblich verbessert. Wo sonst Dutzende Folgen von den Simpsons, Southpark und verbotener Liebe zum Chaos führen, befinden sich diese nun in individuellen Bereichen und die neu aufgenommenen Spielfilme sind auf einen Blick verfügbar. Auch bei der Archivierung von Fotos hat Panasonic weiter gedacht. Bilder werden nicht einfach als Quellordner kopiert, sondern nach Aufnahmedatum sortiert. Portraitfotos dreht der DMR-EX 98 V automatisch (wenn die Kamera das Format korrekt abspeichert), jedoch wird für die Bildwiedergabe nur klötzelige PAL-Auflösung und kein HD genutzt.

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Panasonic hat sich dazu entschieden, die Bildquellen bei der Aufnahme zu verbessern. VHS-Kopien tut eine Nachschärfung, hier gut zu erkennen durch die Anhebung des Videofrequenzgangs im mittleren Bereich, nach der Timebasecorrection und Rauschminderung sehr gut. Analoges Fernsehen profitiert davon ebenfalls, jedoch DVB-T und RGB-Scarteingang, an den eventuell Sat-Boxen angeschlossen werden, sind übertrieben kantig und behaftet von engen Schatten. Insgesamt sehr knackig.

Insgesamt scheint die DVD-Aufnahmetechnologie ausgereift, ja eigentlich ausgereizt. Es ist schon lange nicht mehr die Aufnahmequalität, sondern in ihrer Wichtigkeit diskutierbare Zusatzfunktionen, die den Unterschied moderner Top-Recorder ausmachen. Panasonic ist bei den klassischen Aufnahmekriterien ganz vorn mit dabei und gibt sich im DMR-EX 98 V keine Blöße. Er nutzt alle erhältlichen Rohlingstypen optimal zur Direktaufnahme oder Archivierung von Festplatteninhalten, spielt jede Menge Inhalte von allen möglichen Arten von Scheiben oder Digitalmedien (SDHC, USB) ab und handhabt Camcorder, sowohl analog, DV als auch HDD/SD, vorbildlich. Schneiden, Erstellen von Schnittlisten und Archivieren klappt einfach und gut. Insgesamt gelingt die Bedienung über klare Bildschirmmenüs über die mit bunten Tasten versehene und hervorragend gestaltete Fernbedienung äußerst intuitiv.

Aber auch das ist ja nichts Besonderes bei Panasonic-Recordern. Vom Vorgänger übernommen wurde die tolle Sechsfachkopiertaste an der Gerätefront. Über eine kreisförmige Knopfanordnung wird durch einen einzigen Tastendruck eine Schnellkopie von VHS, DVD oder Festplatte auf eins der anderen Medien gestartet. So funktioniert das Umwandeln selbst großer VHS-Archive reibungslos und schnell. Das VHS-Laufwerk liest sogar S-VHS-Bänder und stellt sie farbkorrekt dar, allerdings nur in "Quasi"-Farbschärfe. Es unterstützt Indexsuche, manuelles Tracking und einen Jet- Rewind, der eine E240-Cassette in nicht einmal 50 Sekunden zurückspult. Neben SP und LP wird sogar die Drittelgeschwindigkeit von EP unterstützt. Das können nur die besten 6-Kopf-VHS-Laufwerke. Trotzdem mussten wir bei den Tests und Messungen mit Entsetzen feststellen, wie schrecklich die VHS- Qualität gewesen ist und uns aufs neue wundern, wie man 20 Jahre lang damit leben konnte. Durch TimeBase Correction und automatisches De-Noising holt der Panasonic immerhin das Beste aus den lieb gewonnenen alten VHS-Bändern heraus.

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Der Programmführer GUIDEplus+ holt sich seine Daten auch aus dem DVB-T-Signal. Eine Serienaufnahme wird mit [S] gekennzeichnet.

Im Vergleich zur vor zwei Ausgaben (in [int:article,67381/]) getesteten preiswerteren Dreierkombi von Toshiba bietet der Panasonic einige entscheidende Vorteile. Die wichtigsten sind, dass der VHS-Part voll in die Videoverarbeitung integriert wurde, sich also über HDMI in 1080p anschauen lässt. Der Scarteingang ist RGB-fähig, bietet also optimale Aufnahmequalität für Settop-Boxen. Viele viele weitere Panasonic-Neuerungen gibt es beim Toshiba ebenfalls schlechter oder gar nicht. Zudem hat Panasonic durch den netten Look in Profischwarz und ein massiveres Gehäuse (6,3 kg gegenüber 4,2 kg beim Vorgänger) bei der Gesamtverarbeitung Punkte gut gemacht. Die Bildqualität wurde eher dem Geschmack der TV-Nutzer denn den Anforderungen des Messlabors angepasst.

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"Direct Navigator" nennt sich die Inhalts-übersicht von Festplatte oder eingelegten Medien.

Bei Testsequenzen fällt die Schattenbildung und Überschärfung vieler Objekte auf - immerhin bei vorbildlicher Kontrast- und Farbverarbeitung. Diese Nachbearbeitung putscht VHS- und Kabel-TV- Aufnahmen etwas auf, optimal scharfe Digitalquellen wie Settop-Boxen oder DVB-T-Tuner werden jedoch etwas zu stark akzentuiert. Klanglich lässt sich die ausgereift konzeptionierte Elektronik sowohl ordentlich anhören als auch nachmessen.

Fazit:

Dreierkombis sind ein karg besetztes Marktsegment, das qualitativ eindeutig von Panasonic dominiert wird. Durch die Produktpflege des DMR-EX 98 V, also die Integration neuer, starker Marketingfeatures behauptet Panasonic diese Stellung und macht einen Angriff im oberen Segment für die Mitbewerber erst einmal aussichtslos.

Test: DVD-VHS-Festplattenrecorder

Testprofil

\n PanasonicDMR-EX 98 V
www.panasonic.de
700 Euro

DVD-HDD-VHS-Recorder

Weitere Details

83 Prozent

Fazit:Panasonic verteidigt seinen Titel als Qualitätsreferenz der Dreierkombi-Recorder mit dem DMR-EX 98 V eindrucksvoll.

Testurteil
sehr gut
Preis/Leistung
sehr gut

Praxistipp: Sat-Aufrüstung

Von allen DVD-Recorder auf dem deutschen Markt gibt es gerade einmal ein einziges Modell mit eingebautem digitalen Satellitentuner. Das ist sehr schade, denn dieser Empfang bietet die meisten Sender mit der besten Qualität. Es existiert jedoch eine einfache Möglichkeit, mit der sich wirklich jeder DVD-Festplattenrecorder zusätzliche Programme vom Himmel holt.

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Sat-Receiver Technotrend TT ScartTV S 102 (160 Euro)

Das kleine Wunderkästchen heißt TT ScartTV S 102 und kommt von der deutschen Firma Technotrend. Dieser vollwertige, premieretaugliche Sat-Receiver ist kaum größer als ein Scart-Stecker und nur 11 cm tief. Daher passt er in fast allen Racks in die zweite Scartbuchse jedes DVD-Recorders und liefert dort exzellente Bilder in RGB-Qualität ab. Er wird über eine eigene Fernbedienung gesteuert, die ihre Signale einem kabelgebundenen Infrarotauge übergibt. Der Trick für besonderen Komfort ist die K Kombination mit einem DVD-Recorder, der den vollwertigen EPG GUIUIDEplus+ besitzt, also mit Infrarotsender (G-Link) zur Steuerung einer Settop-Box, wie beispielsweise der hier getestete Pioneer DVR-555 H. Dann klappt nämlich das Zusammenspiel mit dem Technotrend hervorragend mit nur einer Fernbedienung und Sendungen werden vollautomatisch aufgezeichnet.

Hersteller-Link: www.technotrend.de

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