Testbericht

Test: NAS-System LG N2B1-1TB für 400 Euro

Blu-ray-Laufwerk, DLNA-Server oder Daten-Backup: NAS-Systeme beschränken sich lange nicht mehr auf das Speichern von Daten. Nur verlangt die Bedienung oft noch Expertenhände. LG will es mit seinem Netzwerk-Server besser machen.

Der LG N2B1-1TB in Bildern

© Archiv

Der LG N2B1-1TB

NAS-Systeme sind traditionell die Domäne von IT-Herstellern. Dementsprechend richten sie die Angebote vorwiegend an ihre gewohnte Klientel, die sich auf diesem Gebiet auskennt. LG fühlt sich dagegen in der Unterhaltungs- und ITWelt zu Hause.Video-HomeVision war deshalb auf das N2B1 besonders gespannt. Haben die Koreaner es geschafft, einen NAS-Server herzustellen, den auch Personen bedienen können, die vor allem Videos, Musik und Fotos verwalten wollen?Ein NAS (Network Attached Storage) ist im Prinzip ein kleiner Rechner, dessen Hauptaufgabe darin besteht, Speicherplatz im Netzwerk zur Verfügung zu stellen. Einer der Vorteile: Es lassen sich aufgenommene Sendungen, Musik und Fotos an einer zentralen Stelle speichern und überall im Haus verteilen.

Ein LAN-Kabel verbindet dabei das NAS-System mit dem Router und damit dem Heimnetzwerk. In unserem Fall befinden sich im NAS neben zwei Festplatten mit jeweils 500 GByte Speicher auch ein Blu-ray-Brenner. Das LG-System ist auch in einer 2-TByte- und in einer DVD-Variante erhältlich.

Der LG N2B1-1TB in Bildern

© Archiv

Über die Benutzeroberfläche im Web-Browser kann der Nutzer sämtliche Einstellungen am NAS-System vornehmen. Auch Disks lassen sich von hier aus brennen.

Am Heimnetzwerk sind neben dem PC immer häufiger auch Netzwerk-Player, Blu-ray-Spieler oder Fernseher angeschlossen. Manche dieser Geräte sind DNLA-zertifiziert oder UPnPAV-fähig. Der Vorteil dieser Technologien liegt darin, dass sie die Kommunikation im Netzwerk standardisieren und so auch vereinfachen.

Es werden Geräte etwa automatisch im Netzwerk erkannt. Oder ein DLNA Control Point kann einen zertifizierten Player oder Renderer anweisen, Musik vom Server abzuspielen. Das LGSystem ist zusätzlich iTunes-Server, das vereinfacht das Zusammenspiel mit der Apple-Software. Auch außerhalb des Netzwerks kann ein Nutzer auf seine Daten zugreifen, wenn er eine Internet-Verbindung und die Zugangsdaten besitzt (WebDAV).

Eine weitere wichtige Funktion der LG-NAS besteht in der Sicherung von Daten. Mit der PC-Software "Comnso Backup" lassen sich Dateien vom Computer in Echtzeit oder in bestimmten Intervallen auf das N2B1 spiegeln. Von SD-Card, USB-Stick oder eSATA-Festplatte kann der Nutzer die Daten sogar per Knopfdruck speichern.

Kommen später weitere Daten hinzu, werden nur die neuen beim Anstöpseln auf dem NAS gesichert. Das funktioniert auch mit Blurays, DVDs und CDs. Nach dem Einschieben legt das N2B1 ein Abbild (ISO-Image) oder die Daten der Disk auf seinen Festplatten ab.

Um mehr Sicherheit zu gewährleisten, lässt sich das NAS im RAIDLevel 1 betreiben. Anders als bei Level 0 und JBOD ("Just a Bunch of Disks", zu Deutsch: "nur ein Haufen Festplatten") wird in diesem Fall auf der zweiten Festplatte ein exaktes Abbild der ersten erzeugt. Die Speicherkapazität verringert sich dadurch auf die Hälfte. Es ist aber auch möglich, nur einzelne Ordner zu spiegeln.

Ist der Speicherplatz bis oben voll, lassen sich die Daten auf eine Blu-ray brennen. Gegenüber DVDs bieten die blauen Silberlinge nicht nur eine größere Kapazität. Ihnen wird auch eine längere Haltbarkeit von 50 und mehr Jahren zugesagt.

Die Disk lässt sich einfach über die übersichtliche Web-Benutzer-Oberfläche zusammenstellen. Hier kann der Nutzer auch alle Einstellungen am NAS vornehmen. Selbst Benutzer, Gruppen oder Drucker im Netzwerk und deren Eigenschaften können hier verwaltet werden (Active Directory).

Testprofil

LGN2B1-1TB
www.lge.de
400 Euro

NAS-System

Weitere Details

84 Prozent

Testurteil
sehr gut
Preis/Leistung
sehr gut

Trotz des immensen Funktionsumfangs können auch Computer-Laien die Grundeinstellungen vornehmen. Dazu trägt auch die gut verständliche und ausführliche Bedienungsanleitung bei.

Äußerst benutzerfreundlich geht auch die Installation vonstatten. Der "NAS Detector", der auf der Installations-CD mitgeliefert wird, findet automatisch den NAS-Server im Netzwerk und führt zur Web-Benutzeroberfläche oder zur Ordnerübersicht im Explorer.

Fazit

Heimvernetzung muss nicht schwierig sein und kann sogar gut aussehen. Das zeigt LG mit dem N2B1. Auch die technischen Daten stimmen: Die Transferraten für das Lesen, Schreiben und Abspielen von HD-Videomaterial liegen auf hohem Niveau. Dieser Luxus in Verbindung mit einem Blu-ray-Brenner hat aber auch seinen Preis.

Mehr zum Thema

Teufel Cinebase
Sounddeck

Die Teufel Cinebase kommt mit Bluetooth und NFC und verspricht besten Heimkino-Surround-Sound. Ob das Sounddeck diesen auch liefert, zeigt unser Test.
Panasonic SC-HTB485
Soundbar

Der Soundbar Panasonic SC-HTB485 verspricht Heimkino-Sound für wenig Geld. Im Test prüfen wir, ob der Klangbalken auch abseits des Preises…
UE Roll im Test
Ultimate Ears

Der UE Roll ist platt wie eine Flunder und einsatzbereit für nahezu jede Outdoor-Action. Wir haben das kleine Klang-Ufo von Ultimate Ears im Test.
Sony SRS-X99 Test
Bluetooth-Lautsprecher

Der Sony SRS-X99 kombiniert edles Gehäuse mit aktuellen Technologien. Wir haben die kabellose Lautsprecher-Neuheit mit WLAN im Test.
Philips SoundStage HTL5130B
Sounddeck

Unter dem Dach der Gibson Brand wurde das neue Philips SoundStage HTL5130B vorgestellt. video testet, was das Sounddeck klanglich kann.