Testbericht

TEST: NAD T 785 Receiver - Dank HDMI-Port fit für die Zukunft?

Das hohe Innovationstempo im AV-Bereich lässt Steuerzentralen schnell alt aussehen. Die ab 2007 eingeführte Modulbauweise verspricht NAD-Receivern ewige Jugend. Erlebt das Flaggschiff T 785 durch HDMI-Lifting jetzt einen zweiten Frühling?

  1. TEST: NAD T 785 Receiver - Dank HDMI-Port fit für die Zukunft?
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NAD TEST

© Archiv

NAD TEST

Das hohe Innovationstempo im AV-Bereich lässt Steuerzentralen schnell alt aussehen. Die ab 2007 eingeführte Modulbauweise verspricht NAD-Receivern ewige Jugend. Erlebt das Flaggschiff T 785 durch HDMI-Lifting jetzt einen zweiten Frühling?

Frauen und Besitzer von AV-Receivern haben eines gemeinsam: Sie sorgen sich ständig ums Altern. Während jedoch bei Damen - auch wenn sie es selbst oft nicht wahrhaben wollen - ein paar Fältchen durchaus den Reiz durch den Ausdruck einer gewissen Reife steigern können, sehen die Audio-Video-Steuer zentralen heute ganz schnell einfach nur alt aus.Alle Jahre wieder stehen neue Bild- und Tonstandards oder Schnittstellen ins Haus. Hersteller von Nobel-Receivern wie dem NAD T 785 konnten sich vor zwei Jahren noch leisten, auf HDMI zu verzichten, weil kaum jemand einen Blu-ray- Player besaß. Heute hingegen fallen AV-Komponenten ohne High Definition Multimedia Interface mindestens so negativ auf wie ein Spielbankbesucher ohne Krawatte und hätten kaum eine Chance zum Eintritt in die Heimkinos von Enthusiasten, die bereit sind, für einen Receiver mehrere Tausend Euro auszugeben.

NAD T 785

© Stefan Schickedanz

NAD T 785

Mit Vitamin M, D und C gegen das Altern

Im Bewusstsein um diesen ständigen Wandel vertraute NAD auf MDC. Die letzteren drei Buchstaben stehen für Modular Design Construction und ermöglichen an den Receivern T 765, T 775 und T 778 die Nachrüstung diverser Audio- und Video-Funktionen. Das Video-Modul VM 100 bietet vier HDMI-Eingänge und einen Ausgang sowie Upscaling auf bis zu 1080p. Das VM 200 setzt mit einem Video-Prozessor von Sigma Designs in 30-Bit-Broadcast- Qualität bis zur Auflösung 2048 x 2048 noch eines obendrauf.

Das De-Interlacing mit Kanteninterpolation berücksichtigt sogar Bewegungen. Die beiden Audio-Module AM 100 und AM 200 ermöglichen die On-Board-Verarbeitung der nativen HD-Tonformate von Dolby und DTS und verfügen über eine ganze Reihe von digitalen Ton-Ein- und Ausgängen. Das größere AM 200 hat gleich zwei High-Speed- DSPs, mit denen es die bewährte Einmessautomatik Audissey MultEQ XT verfügbar macht.

Typisch NAD: Die sieben potenten Endstufen dürfen an einem streufeldarmen Ringkerntransformator nuckeln. Die für ihr eigenwilliges Design bekannte non-konformistische Marke verbindet klassische Verstärker-Bauweise mit aktueller Technik: Das optio nale iPod-Dock IP1 oder ein DABTuner lassen sich als Erweiterung ins System integrieren. Mit dem Video- Aufrüstmodul zeigt der T 785 jetzt die On-Screen-Menüs via HDMI auf dem Bildschirm an, was dem Bedienkomfort trotz knapp gehaltener Benutzerführung entgegenkommt.

Test Surround: AV-Receiver

© Stefan Schickedanz

Klare Gliederung: In der linken Hälfte brachte NAD das Netzteil mit Ringkerntrafo unter. Der mittige Kühlkörper für die Endstufen trennt die Audio- und Video-Sektionen mit ihren Moduleinschüben in der rechten Hälfte ab und stabilisiert das Gehäuse gegen Vibrationen.

Im Stereo-Hördurchgang legte sich der NAD ins Zeug wie man es eher von einem reinen Zweikanal-Spezialisten als von einem hochgerüsteten AV-Receiver erwartet hätte. Mit Tori Amos "Amercan Doll Posse" (Sony) zeigte er eine große Klangfarbenpalette, die der dezente Receiver seiner Erscheinung entsprechend behutsam einsetzte. Trotz frischen Hochtonglanzes und hervorragender Obertonauflösung vermied der T 785 grelle Töne und blieb vorbildlich neutral.

Sein Bassfundament wirkte extrem satt, aber trotzdem kontrolliert und richtiggehend knackig. Der zünftige Punch bei Rock, Jazz und Pop machte richtig an. Fokus, Plastizität und die Größe der Hörbühne gehörten ebenfalls zum Besten im Receiverbereich.

In Surround gelang es dem NAD, Film- und Konzertfans gleichermaßen zu beeindrucken. Er verfügte über genug Druck und Reserven, um Detonationen Furcht einflößend darzustellen und bewahrte gleichzeitig die nötige Sensibilität im Umgang mit Stimmen. Ganz gleich, ob Spielfilmdialog, Harley-Motor oder Live-Konzert - der T 785 entblößte nicht nur subtile Details, er schuf plastische Körper, die direkt auf der Leinwand Gestalt anzunehmen schienen.

Was Auge und Ohr wahrnahmen, verschmolz zu einer packenden Darbietung. Spektakulär können auch manche günstigeren Receiver aufspielen, aber der NAD schuf eine besonders authentische Aura mit jedem Beispiel, das ihm auf DVD oder Blu-ray via HDMI serviert wurde. Damit gelang es ihm, den Zuschauer beziehungsweise Zuhörer noch tiefer ins Geschehen hineinzuziehen und schlicht mehr Emotionen zu wecken.

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