Testbericht

Test Lautsprecher für Virtual Surround

Mit neuer Breitoptik für 42-Zoll-Bildschirme und RDS-Tuner will der Yamaha YSP-4000 die Erfolgsstory der Soundbeamer fortschreiben. Erfüllt sich damit der Traum vom kompakten Kino ohne Kompromisse?

Virtual Surround

© Archiv

40 Breitband-Chassis mit eigenen 2-Watt-Endstufen richten den Schall nach Bedarf an die Wände.

Die Soundbeamer von Yamaha erfreuen sich großer Beliebtheit. Kein Wunder, denn sie ermöglichen Mehrkanal-Vergnügen aus einer einzigen kompakten Lautsprechereinheit, die sich sogar an der Wand aufhängen lässt. Mit dem neuen YSP- 4000 wagen sich die Japaner ins Reich des ganz großen Heimkinos vor. Das 103 Zentimeter breite Flaggschiff passt perfekt unter oder über Flachbildschirme ab 42 Zoll. Doch bei den überaus erfolgreichen Verfechtern des All-in-One-5.0-Systems war nicht nur Verbreiterung des Gehäuses angesagt, sondern auch sinnvolle Aufrüstung im Innern. Der 4000er besitzt einen UKW-Stereo-Tuner mit 30 Senderspeichern plus RDS und beherrscht wie moderne AV-Receiver eine Reihe von Videofunktionen. Wer einen älteren DVD-Player via Composite oder Komponente anschließt, der kann das PAL-Signal auf 720p oder 1080i upscalen. Neben diversen Analog- Video-Anschlüssen verfügt der Yamaha über zwei HDMI-Eingänge und einen - Ausgang. Auf der Audioseite stehen zwei analoge Hochpegel sowie vier Digital-Eingänge (zwei Lichtleiter, zwei Koax) zur Auswahl.

Virtual Surround

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40 Breitband-Chassis mit eigenen 2-Watt-Endstufen richten den Schall nach Bedarf an die Wände.

Der YSP-4000 lässt sich in vielerlei Hinsicht ausbauen. Ein Subwoofer bietet sich als Erweiterung angesichts der beiden integrierten 11-Zentimeter-Tieftöner nicht nur an, er drängt sich förmlich auf. Die teilweise günstigeren Modelle der Konkurrenz bringen sie oft sogar serienmäßig mit.

Für die häufigsten Konstellationen genügt der Blick in die lobenswerte Quick- Start-Anleitung, die auch die Vorbereitung der automatischen Einmessung via Mikrofon unterstützt. Hier heißt es kurz zu basteln, denn Yamaha liefert ein ebenso einfaches wie nützliches Mikrofon-Stativ aus Pappe mit.

Wer der Automatik nicht traut, sollte Geduld und Einfühlungsvermögen mitbringen. Er muss in die Tiefen der Menüs und der Bedienungsanleitung eintauchen. Immerhin gibt der YSP-4000 die On-Screen-Menüs über den HDMI-Ausgang aus und unterstützt somit die ersten Annäherungsversuche seines frischgebackenen Besitzers. Der kann unter ?My Beam? eine zusätzliche Hörposition, zum Beispiel am Schreibtisch seitlich vom YSP-4000 programmieren. Dazu genügt es, das Mikrofon an den entsprechenden Sitzplatz zu stellen und die Messung ablaufen zu lassen. Zudem hat der Besitzer die Wahl zwischen diversen Beam-Modi wie Stereo, Stereo plus 3 Beam oder 5 Beam.

Virtual Surround

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So funktioniert?s: Der YSP-4000 verarbeitet wirklich fünf Kanäle, strahlt aber in den Front- und Surround-Kanälen durch gezielte Schallbündelung die Zuhörer nur über die umliegenden Wände an. In bedämpften Räumen lässt die Wirkung deshalb zu wünschen übrig.

Im Hörtest gingen die Redakteure zunächst der Frage nach, wie es der im Mitteltonbereich mit 40 winzigen Breitbändern ausgestattete Yamaha mit konventioneller, aber anspruchsvoller Stereo-Kost hält. Dabei zeigte der Testkandidat ein erstaunliches Differenzierungsvermögen und bot eine Stereo-Basis, die sehr deutlich über die Enden des Sound-Balkens hinausreichten. Er hangelte sich schnell und elegant durchs Klangdickicht, ganz gleich, ob Rock, Pop, Jazz oder Klassik auf dem Programm stand. Einzig ein leicht kühler Beigeschmack - der sich schon bei seinen getesteten Brüdern zeigte - trübte das sonst überaus positive Bild.

In Surround überzeugte ebenfalls wieder in erster Linie das hohe Differenzierungsvermögen des YSP-4000, das jetzt für besonders gute Sprachverständlichkeit sorgte. Der Bass besaß angesichts der kompakten Gehäuseabmessungen erstaunlich ordentlichen Druck, weit jenseits der darin stark limitierten TV-Geräte. Mit Action-Szenen wie in ?Stirb langsam 4.0? kam jedoch schnell der Wunsch nach einem Subwoofer auf.

Fazit

Der teuerste Yamaha-Beamer kann sein Potenzial nur angemessen entfalten, wenn er in nicht zu stark bedämpften Räumen zum Einsatz kommt. Dann überzeugt er mit einer differenzierten Performance in Stereo und Surround, die viele Mitbewerber nicht erreichen. So erweist sich der King-Size-Beamer zwar als Platz, aber nicht unbedingt als Geld sparende Alternative zu diskreten 5.1- Surround-Systemen. Anspruchsvolle Naturen gönnen dem Beamer noch einen Subwoofer zum vollendeten Klangglück.

Testergebnisse

Yamaha YSP-4000
Yamaha
1.400 Euro

Lautsprecher für Virtual Surround

Weitere Details

80 Prozent

Konzept
Soundbeamer mit 5-Kanal-Surround zur Aufhängung unter oder über Flach-TVs.

Testurteil
sehr gut
Preis/Leistung
sehr gut

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