Testbericht

Test: Lautlose Grafikkarten für Wohnzimmer- und Büro-PCs

Passive Grafikkarten verzichten bewusst auf einen Lüfter, das schont das Trommelfell. Ob solche Grafikkarten aber genug Leistung für hohe Auflösungen, Spiele und HD-Videos mitbringen, zeigt unser Vergleichstest.

Silent-Grafikkarten im Test

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Silent-Grafikkarten im Test

Passive Grafikkarten verzichten bewusst auf einen Lüfter, das schont das Trommelfell und macht den Multimedia-Rechner im Wohnzimmer oder den Büro-PC lautlos. Ob solche Grafikkarten aber genug Leistung für hohe Auflösungen, Spiele und HD-Videos mitbringen, zeigt unser Vergleichstest.

Grafikkarten Aufmacher Wohnzimmer

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Im Lauf der Jahre hat sich die Hardware-Landschaft nachhaltig verändert: PCs sind nicht mehr nur reine Rechenknechte für Spiele- und Büroanwendungen, sondern regelrechte Multimediazentralen, die mittlerweile im Wohn- und sogar im Schlafzimmer ihren Platz gefunden haben. Damit einhergehend änderten sich die Anforderungen der Kundschaft: Die Geschwindigkeit der Komponenten stand nicht mehr einsam und allein im Vordergrund; vielen war die Lautstärke ein weiteres wichtiges Anliegen, da das konstante, teils schon Ohren betäubende Rauschen von Prozessor- und Grafikkartenlüftern sich nicht mehr mit den Ansprüchen lärmempfindlicher Kunden vereinbaren ließ. Die Hardware-Firmen haben dies erkannt, das Resultat dieser Entwicklung sind passiv gekühlte Prozessoren und Grafikkarten, die auf einen dicken Kühlkörper ohne Lüfter setzen. Zwar sind die Grafikkarten aufgrund ihrer Bauform in der Leistung limitiert, haben nach Auskunft der Hersteller aber immer noch genügend Leistungsreserven für Spiele oder hoch aufgelöste Videos. Außerdem sind solche "passiven Grafikkarten" ideal für alle, die oft und lange vor dem Rechner sitzen, denn der reduzierte Geräuschpegel erlaubt entspanntes Arbeiten. Zudem kann der Rechner auch mal für längere Downloads oder für aufwendige Videokonvertierungen über Nacht laufen. Auch Computer, die als Medienzentrale im Wohnzimmer stehen, sind mit einer solchen Karte bestens ausgestattet. Falls Sie mit dem Gedanken spielen, ihre lärmende Grafikkarte mit einer lautlosen zu tauschen, haben wir für Sie [int:article,101171]eine Anleitung zusammengestellt, die Schritt für Schritt zeigt, worauf Sie beim Ein- und Ausbau achten müssen[/int]. Zudem zeigen wir Ihnen, wie Sie [int:article,97481]High-End-Rechner mit ein wenig Aufwand und Wasser[/int] ebenfalls flüsterleise bekommen. Allerdings richtet sich dieser Artikel eher an Profis.

Aber warum müssen Grafikkarten überhaupt gekühlt werden? Die Ursache sind Millionen von winzigen Transistoren, die in den Grafikprozessoren (GPU) arbeiten. In jede neue Generation von Grafikchips packen die Hersteller noch mehr Transistoren auf die nur wenige Quadratzentimeter großen Chips. Ungünstig, aber unvermeidbar: Transistoren geben Wärme ab. Diese Verlustleistung muss möglichst schnell abgeführt werden, sonst droht Überhitzung. Am einfachsten geschieht dies mit einem kleinen Lüfter. Gerade bei günstigen Grafikkarten kommen nur kleine und minderwertige Lüfter zum Einsatz, die sich bei starker Belastung der Karte sehr schnell drehen müssen, um die Temperatur zu reduzieren. Bessere Modelle besitzen aufwendigere Lösungen, sind aber nicht unbedingt leiser.

Karte ohne Lüfter

Folglich lässt sich nicht jede Grafikkarte als passives Modell anbieten. Gerade die schnellen und hochwertigen Grafikchips haben eine besonders hohe Abwärme. Auf einigen Karten sind sogar zwei Grafikchips verbaut, hier werden selbst aktive Kühlungen bis ans Limit ausgereizt. Bei Grafikchips der mittleren und unteren Leistungsklasse ist die passive Kühlung aber möglich. Verzichtet man auf den Lüfter, ist die Größe des Kühlkörpers entscheidend. Je mehr Oberfläche er besitzt, umso mehr Wärme kann er an die Umgebung abgeben. Der Kühlkörper besteht in der Regel aus vielen Lamellen, und ist bei einigen Karten sogar auf der Vorder- und der Rückseite montiert.

Um die Wärme von der GPU möglichst schnell wegzuleiten, kommen sogenannte Heatpipes zum Einsatz. Das sind kleine Wärmetauscher, deren Rohre mit einer Flüssigkeit gefüllt sind. Diese nimmt die Hitze auf und leitet sie an den Kühlkörper weiter. Zudem verringern die Hersteller gerne den Takt, mit dem Speicher und GPU laufen, auch dies reduziert die Verlustwärme. Auch wenn Sie sich für eine passive Grafikkarte entscheiden, kommen Sie wahrscheinlich nicht ohne Kühler aus. Wichtig ist, dass im PC-Gehäuse kein Luftstau entsteht.

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Auf der Unterseite der HIS-Grafikkarte befindet sich die Heatpipe-Kühlung VNF100 von Zalman.

Dies kann in kleinen Gehäusen oder bei schlecht platzierten Kabeln schnell passieren. Falls noch nicht vorhanden, installieren Sie zusätzlich einen oder zwei Gehäuselüfter. Hier gibt es sehr leise Modelle, sodass Sie den Vorteil Ihrer passiven Grafikkarte nicht verlieren. Sofern es das Gehäuse zulässt, sind 120-mm-Lüfter (oder größer) zu empfehlen. Modelle mit geringer Drehzahl reichen in der Regel völlig aus.

Ausstattungsunterschiede

Für den normalen Windows-Betrieb waren alle Karten im Test bestens geeignet, auch die anspruchsvolle Vista-Aero-Oberfläche stellte kein Problem dar. Größere Unterschiede gab es nur bei den Schnittstellen und der Ausstattung. Den üblichen DVI-Ausgang für die Verbindung mit dem Monitor boten alle an. Spannend wird es, wenn Sie den PC auch einmal mit einem Fernsehgerät verbinden wollen. Nur wenige Karten besitzen noch analoge TV-Ausgänge wie S-Video oder YUV, die meisten setzen auf den digitalen HDMI-Ausgang. Um eine der getesteten Karten verwenden zu können, benötigen Sie Windows XP oder Vista - jeweils in der 32- oder 64-Bit-Version. Für ältere Windows- Versionen wie Windows 2000 sind keine Treiber verfügbar. Alle Karten besitzen eine PCI-Express 2.0-Schnittstelle. Diese ist abwärtskompatibel zum Standard 1.0: Alte Karten laufen also in neuen Slots und umgekehrt.

Auf der nächsten Seite finden Sie ein Fazit, ein Glossar und sechs nützliche Tipps, den Rechner leiser zu machen...

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