Testbericht

Test: Komplettsysteme mit Quad-Core-CPU

Immer mehr PCs mit modernen Quad-Core-Prozessoren erobern unsere Wohn- und Arbeitszimmer. Die Rechner sind kaum teurer als solche mit Dual-Core-CPUs, obwohl sie auf dem Papier wesentlich mehr leisten. Wie gut die Quad-Core-PCs wirklich sind, zeigt unser Test.

Test: Komplettsysteme mit Quad-Core-CPU

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Test: Komplettsysteme mit Quad-Core-CPU

Test: Komplettsysteme mit Quad-Core-CPUs

Immer mehr PCs mit modernen Quad-Core-Prozessoren erobern unsere Wohn- und Arbeitszimmer. Die Rechner sind kaum teurer als solche mit Dual-Core-CPUs, obwohl sie auf dem Papier wesentlich mehr leisten. Wie gut die Quad-Core-PCs wirklich sind, zeigt unser Test.

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Rechner mit Quad-Core-Prozessoren liegen im Trend. Waren vor Jahren Rechner mit Singe-Core-CPU Standard, hielten Anfang des Jahres 2006 die ersten Prozessoren mit zwei Kernen Einzug in unsere PCs. Der Schritt machte Sinn, denn die Prozessoren waren derart hoch getaktet, dass die Hitzeentwicklung nur noch mithilfe großer, aufwändiger Kühlsysteme im Griff zu halten war. Das Ende der Fahnenstange war erreicht.

Zwei Kerne brachten die notwendige Entspannung, denn die "Arbeitsteilung" erlaubte eine wesentlich niedrigere Taktung der einzelnen Kerne, ohne dadurch die Endgeschwindigkeit zu gefährden. Bei Dual-Core-Systemen kann sich ein Prozessorkern um eine Aufgabe kümmern, der andere ist derweil mit einer anderen beschäftigt.

Ideale Zustände, will man meinen. Nein, sagen die Prozessorhersteller. Denn noch besser als zwei sind vier Kerne, die sich die Arbeit teilen. In der Theorie stimmt das auch, doch ist in der Praxis zumindest im Moment so gut wie kein Vorteil eines Vier-Kern-Systems erkennbar.

Der Grund dafür ist, dass die verwendete Software in der Lage sein muss, die Aufgaben sinnvoll auf mehrere Prozessorkerne zu verteilen. Und genau daran hapert es im Moment noch, denn bis auf Java-Applikationen, einige wenige Spiele wie Unreal Tournament 3 und Crysis und Anwendungen wie Adobe After Effects profitiert fast kein Programm von den neuen Vierkern-CPUs.

Allerdings wird sich das mit Sicherheit schon in naher Zukunft ändern. Es wird mehr und mehr Programme geben, die mehrere CPU-Kerne nutzen und deshalb auf Quad-Core-Systemen schneller laufen werden. Wer also momentan über den Kauf eines neuen PC-Systems nachdenkt und den Rechner für einen längeren Zeitraum einsetzen möchte, für den macht ein Quad-Core-Prozessor absolut Sinn. Die Systeme sind kaum teurer als ihre Verwandten mit zwei Kernen und man ist für die Zukunft mit Sicherheit besser gerüstet.

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Wortmann Terra PC-Home 6000 A9550

Unser Testfeld

Sechs Rechner mit Quad-Core-Prozessoren bildeten das Feld unseres Vergleichstests. Drei der Systeme waren mit Intel-CPUs ausgestattet, drei mit dem Gegenstück von AMD, dem Phenom-Prozessor. Der Preisrahmen unserer Testsysteme bewegte sich zwischen 666 und 799 Euro, die Ausstattung unterschied sich beträchtlich. So waren einige Systeme nahezu komplett bestückt, und zwar sowohl bei der Soft- als auch der Hardware.

Maus- und Tastatur waren ebenso vorhanden wie Office- und eine Antivirensoftware. Die Größe des Hauptspeichers bewegte sich zwischen zwei und vier Gigabyte. Zwei GByte Hauptspeicher sind tatsächlich die untere Grenze bei Vista, weniger führt zu deutlich spürbaren Geschwindigkeitsverlusten. Vier Gigabyte Hauptspeicher dagegen sind für den Einsatz unter Windows Vista 32 Bit durchaus sinnvoll, selbst wenn diese nicht voll genutzt werden können.

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Kartenleser sollten in jedem modernen Rechner vorhanden sein.

Tatsächlich kann Windows Vista in der üblichen 32-Bit-Version nämlich vier GByte Speicher verwalten, doch zählt zum Speicher auch der Speicher der Grafikkarte, sodass tatsächlich nur etwa 3,5 GByte des Hauptspeichers adressiert werden. Hauptspeicher von vier oder mehr GByte kann Vista nur in der 64-Bit-Version voll nutzen, die aber momentan wegen noch immer vorhandener Kompatibilitätsprobleme allenfalls für besonders abenteuerlustige Anwender empfohlen werden kann, denen gelegentliche Bluescreens nichts ausmachen.

Bei der Grafik waren fünf der sechs Systeme mit ATI-Karten ausgerüstet, eins kam mit Nvidia-Karte. Letztere bewegte sich in etwa auf dem Geschwindigkeitsniveau der schnellsten ATI-Karte im Feld, einer Radeon HD3870, die beim Testsieger zum Einsatz kam. Bis auf ein System waren alle Rechner mit 500-GByte-Festplatten ausgestattet. Lediglich bei einem PC war lediglich eine Platte mit 320 GByte Kapazität verbaut. Ein Handicap ist das jedoch nicht wirklich, denn der betroffene Rechner war wesentlich billiger als die meisten Konkurrenten, sodass genügend Geld für den Kauf einer zusätzlichen Festplatte übrig bliebe.

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Der Terra-PC bietet zahlreiche Anschlüsse von SATA bis HDMI.

AMD oder Intel? Zwar landeten die drei Intel-Rechner auf den Plätzen eins bis drei, doch hat das nur wenig mit der Leistungsfähigkeit der Prozessoren zu tun. Tatsächlich ist der Leistungsabstand zwischen den eingesetzten CPUs sehr gering und in 99% der Fälle nicht spürbar. Letztendlich entschieden mehr die Unterschiede in der Ausstattung über den Testsieg als die Wahl des Prozessors.

Dennoch bleibt festzuhalten, dass man bei annähernd gleichem Preis und ansonsten identischer Ausstattung den schnellsten zur Auswahl stehenden Prozessor nehmen sollte. Die Leistungsunterschiede sind zwar gering, aber der Aufpreis ist es ebenso. Wenn möglich, wählen Sie also ein System mit Intels Q9300 oder dem etwa gleich schnellen AMD Phenom 9750.

Aber auch der Q6600 von Intel ist eine hervorragende Wahl, wenn man die Kosten reduzieren möchte. Wer eine leistungsstarke Grafikkarte benötigt, weil er beispielsweise gerne Computerspiele verwendet, der ist mit einer ATI-Karte der 3800er-Serie gut beraten. Alternativ ist eine 9600er-GeForce eine sehr gute Wahl. Wer noch mehr Leistung benötigt, der sollte vorbeugen und ein System mit einem Mainboard erwerben, das den Einsatz zweier Grafikkarten im Verbund erlaubt.

Bei ATI-Systemen heißt dieser Verbund "Crossfire", bei Nvidia-Systemen "SLI". Erkundigen Sie sich vor dem Kauf, ob das Mainboard Ihres Wunschrechners den Einbau einer zweiten Grafikkarte erlaubt! Ärgerlich ist, dass bei zwei Systemen weder ein FireWire-Anschluss noch ein Kartenleser zur Verfügung standen.

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Die Anzeige beim CLS-PC gibt Auskunft über Lüfterfunktion und Zeit.

Hier ist der Einbau einer entsprechenden FireWire-Karte oder/und eines externen USB-Kartenlesers nötig, um die entsprechenden Features nachzurüsten. Bei Systemen, die immerhin knapp 800 Euro kosten, sollten diese Ausstattungsmerkmale eigentlich selbstverständlich sein.

Was sonst noch auffiel

Fujitsu Siemens hat seine Hausaufgaben gemacht. Litt der neueste Deutschland-PC in seiner ersten, im März erschienen Version noch unter einem lauten Prozessorlüfter, war unser Testgerät bereits mit einem neuen, leiseren Modell ausgestattet. Der PC war dadurch nicht mehr lauter als die Konkurrenz. Insgesamt war das Testfeld also durchgehend erfreulich leise unterwegs.

Da die CPUs nicht so hoch getaktet sind wie die Single-Core-Prozessoren der Vergangenheit, ist auch weniger Kühlung nötig. Zudem sind die Prozessorlüfter inzwischen so weit entwickelt, dass die besseren Modelle nahezu unhörbar leise arbeiten. Während USB-Anschlüsse Standard sind, ist das bei FireWire oder gar externen SATA-Schnittstellen nicht der Fall!

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Der Acer-PC hat keinen Netzschalter, um den PC vom Stromnetz zu trennen.

Wollen Sie beispielsweise einen Camcorder per FireWire anschließen oder eine externe SATA-Platte verwenden, achten Sie unbedingt auf den entsprechenden Anschluss! Alle modernen Grafikkarten besitzen zwei DVI-Anschlüsse, um aktuelle Monitore digital anzusteuern. Wer noch einen alten Monitor mit VGA-Eingang besitzt, der sollte darauf achten, dass dem Rechner ein entsprechender DVI/VGA-Adapter beiliegt.

Das Testfazit

Auf dem fünften Platz landeten gemeinsam die Rechner von Fujitsu Siemens und Firstway. Während ersterer besonders wegen seiner guten Ausstattung gefällt, punktet der zweite PC eher bei der Leistung. Der Firstway-PC besticht übrigens durch sein ausgezeichnetes Gehäuse, allerding fehlen Firewire und ein Kartenleser.

Platz vier geht an den Terra von Wortmann, der ein rundherum gelungenes Gesamtpaket bietet, allerdings von der Leistung her nicht ganz top ist. Ausstattung und Lieferumfang und vor allem der sehr günstige Preis können jedoch voll überzeugen. Kein Konkurrent bot mehr Anschlüsse. Auf dem Bronzerang landet der sehr schnelle Rechner von Ultraforce. Wie beim Firstway-PC überzeugt auch hier das Gehäuse. Das Hauptmanko auch hier ist der Lieferumfang.

Platz zwei geht an den hervorragend ausgestatteten Rechner von Acer, Abstriche müssen allerdings im 3D-Bereich gemacht werden. Der Rechner kostet nur 666 Euro, das schont den Geldbeutel. Der Testsieg geht klar an den PC von CLS. Sowohl die Office- wie auch die 3D-Leistung stimmen und die Ausstattung ist ganz ausgezeichnet. Wäre noch ein Office-Paket dabei, es gäbe nichts zu bemängeln.

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