Testbericht

Test: HTC Touch Pro / MDA Vario IV

Noch muss Deutschland auf das neue Edel-Smartphone Touch Pro von HTC warten. magnus.de konnte sich ein Testgerät der neuen Businessklasse ergattern.

Praxistest: HTC Touch Pro

© Stefanie Heyduck

Praxistest: HTC Touch Pro

Schwarzer Diamant, Pyramide oder extravagante Lackschachtel? Bei der Verpackung hat sich HTC etwas Besonderes einfallen lassen, das schon beim Auspacken das Gefühl vermittelt, ein hochwertiges Smartphone in Händen zu halten. Das bestätigt allein schon die technische Grundausstattung. Unter der verspiegelten Oberfläche arbeitet ein auf HTC angepasstes Windows Mobile 6.1 Professional mit einem 528 MHz Prozessor. Warum HTC statt 4GByte wie beim kleinen Bruder Touch Diamond nur 512 MByte Flashspeicher zur Verfügung stellt bleibt ein Rätsel. Gerade als Business-Phone mit TV-Out-Ausgang für Präsentationen, wäre mehr Platz nötig. Dieser lässt sich nur durch eine zusätzliche microSD-Karte vergrößern. Mit einem 1350 mAh Akku soll das Gerät immerhin zwei Wochen im Standby-Betrieb durchhalten können.

Spieglein, Spieglein an der Wand. Wer hat die schönste GUI im ganzen Land

Die spiegelartige Oberfläche sieht zwar toll aus, aber wie auch bei Klavierlackbeschichtungen, sieht das Smartphone schnell verschmiert aus. So wie auch das Ladegerät, das geschäftstüchtige Frau als Schminkspiegel zweckentfremden kann. Besonders bei dem, der sich an die praktische TouchFlo-Bedienung gewöhnt hat. Das Streichel-Konzept hatte der Hersteller erstmals mit dem HTC Touch letzten Sommer erfolgreich eingeführt. Mühelos und schnell blättert es sich mit dem Finger durch Menüs, Fotos oder Kontakt. Im Touch Pro kommt der Nachfolger TouchFlo3D zum Einsatz.

Bei der ersten Berührung fällt die erste Verbesserung auf. Die Oberfläche des Displays ist sensibler geworden, man muss nicht mehr so stark aufdrücken, sondern kann jetzt unverkrampfter wischen. Fingerspitzengefühl ist dennoch gefragt, denn wer zu fest aufdrückt oder nicht richtig zielt, hat schnell ein Programm oder Menü geöffnet. Aber Übung macht den Meister, das nötige Fingerspitzengefühl ist schnell erlernt. Hier hat die Oberfläche des iPhones noch immer die Nase vorn. Das Startmenü wurde so aufgeräumt und aufgerüstet, dass alle wichtigen Elemente als Icon in einer Leiste zu finden sind. Um schnell zwischen Kontakten, Nachrichten oder Internet zu wechseln, genügt es mit dem Finger die kleine Iconleiste entlangzufahren. Die Reihenfolge oder Zusammensetzung dieses Menüs lässt sich nicht anpassen. Lediglich in der Programmgruppe ist es erlaubt noch weitere Icons zur Schnellauswahl hinzuzufügen. Hier wird schnell deutlich, dass hinter der stylisch angepassten HTC-Oberfläche immer noch staubige Windows-Mobile-Menüs schlummern. Schade, denn Symbian-Nutzer sind längst gewohnt, sich Startmenü und Tastenbelegung nach eigener Fasson einzurichten. Schön: Die ersten Untermenüs, die sich über die kleine Symbolleiste aufrufen lassen, haben ein neues Design erhalten. Übersichtlicher, hübscher und ziemlich iPhone-ähnlich.

Praxistest: HTC Touch Pro

© Stefanie Heyduck

Schiebt man die Tastatur auf, erscheint eine angepasste Oberfläche, die direkten Zugrif auf E-Mail, Lesezeichen, Internet, Kalendar, Aufgaben, Notizen und Kontakte gibt.

Dass sich Fotos und Browserfenster automatisch drehen, sobald das Gerät quer gehalten wird, verantwortet der eingebaute G-Sensor. Diese Funktion kann nicht nur praktisch, sondern auch spaßig sein. Kennen Sie noch das Kippelspiel, bei dem man eine kleine Kugel an Löchern vorbei balancieren musste? Dank G-Sensor dürfen sie sich jetzt noch mal am Handy versuchen.

Mailmaschine

Im Gegensatz zum iPhone, das nur noch mit einer einzigen Taste auskommt, hat sich HTC dafür entschieden, die Basistasten "Home", "Zurück", "Abheben" und "Auflegen" sowie ein Navigationsrad beizubehalten. Zum Pro macht den aufgemotzten HTC Diamond die aufschiebbare QWERTZ-Tastatur. Das Layout ist übersichtlich und der Druckpunkt angenehm. Die Tasten fallen zwar etwas klein aus, eine SMS oder kurze Mail lässt sich dennoch treffsicher tippen. Umständlich zu handhaben ist die automatische Worterkennung, die beim ersten Einschalten auch noch auf "automatische T9-Korrektur" gestellt war. Das macht keinen Sinn, wo doch extra eine Tastatur spendiert wurde. Schnellzugriff über die eingestellte Worterkennung erhält der entnervte Tipper über die Tastenkombination FN+Space. Eine kleine, aber praktische Änderung sind zwei kleine LEDs oberhalb der Zifferntasten, die zeigen ob CAPS-Lock oder FN-Taste markiert sind.

Praxistest: HTC Touch Pro

© Stefanie Heyduck

Der Posteingang in verspielter 3D-Optik. Wie beim Murmeln schnippt man einfach mit dem Daumen, um die nächste Nachricht zu lesen.

Mails und Nachrichten schreiben sich mit der Tastatur um einiges angenehmer und schneller als über den Touchscreen. Pfiffig ist das Blättern durch die Nachrichten gelöst. Man schnippt die schwebenden Briefumschläge einfach mit dem Daumen weg. Das macht zwar Spaß, kommt uns aber auf Dauer doch eher verspielt und wenig praktikabel vor. Zur übersichtlichen Listenansicht gelangt man über das Inbox-Menü. Auf dem 2,8-Zoll-Display lassen sich Webseiten angenehm ansurfen. Der angepasste Webbrowser basiert auf Opera Mobile, das bedeutet Sie müssen sich nicht erst mühsam die Mobile-Varianten Ihrer Webseiten zusammenklicken. Der Handy-Opera skaliert die Original-Webseiten. Gezoomt, geschoben und gedreht wird mit der Fingerspitze. Im Gegensatz zum mobilen IE unterstützt er außerdem das Öffnen mehrer Tabs.

Bildergalerie

Praxistest: HTC Touch Pro
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Handy & Navigation:Handys, Telefon &…

Die verspiegelte Pyramide ist als Verpackung für den Touch Pro ein echter Hingucker.

Big Business

Und weil's im großen Geschäft meist schnell gehen muss, hat der Hersteller für schnelle Verbindungen und Anschlüsse gesorgt: HSDPA mit bis zu 7,2 Mbit/s und HSUPA, WLAN 802.11 b/g und Bluetooth 2.0 verbinden das Smartphone mit der Außenwelt.

Testergebnisse

HTC Touch Pro
HTC
650 Euro (ohne Vertrag)

www.htc.com/de

Weitere Details

Fazit:Der HTC Touch Pro gefällt mit seiner robusten Verarbeitung und der TouchFlo3D-Bedienung. Die verspiegelte Oberfläche verschmiert leider schnell und lässt ein eigentlich edles Businessphone schmuddelig wirken. Dennoch: Wer ein solides Business-Gerät mit Tastatur, großer technischer Ausstattung und moderner Bedienung sucht, macht mit dem Gerät nichts falsch.

Der USB-Anschluss unten am Gerät ist gleichzeitig Lade- Kopfhörer und TV-Anschluss. Eingebaute TV-Out-Funktionalität präsentiert PowerPoint-Folien direkt vom Smartphone aus. Das nötige Kabel liefert HTC nicht mit.

Zur Standardausrüstung jedes Smartphone gehört mittlerweile auch GPS und Assisted GPS. So auch beim HTC Touch Pro, der eigentlich auch noch Google Maps an Bord haben sollte. Ob es an der englischen Variante lag, Google Maps suchten wir vergeblich und auch eine Installation schlug fehl. Für eine so genannte Turn-by-Turn-Navigation, braucht es ohnehin noch eine eigene Software etwa von Garmin, Navigon, Route66 oder TomTom.

Für den mobilen Geschäftsmann ist Mobile Office von Microsoft mit Word, Excel, Powerpoint und OneNote mit dabei. Die Eingabe von Notizen per mitgeliefertem Stylus funktioniert äußerst präzise und schnell. Als Vista-User haben sie direkten Zugriff auf das Smartphone. Über den USB-Anschluss lässt sich das Gerät über den Windows Explorer mit Fotos und Dateien füttern, über den Windows Media Player mit Musik. Die Einrichtung des Windows Mobile Geräte-Centers hat ein paar Anläufe gebraucht, letztendlich haben sich Rechner und Smartphone dann doch verstanden und zuverlässig Outlook-Daten miteinander ausgetauscht.

Mobiler Entertainer

Für Bespaßung sorgen MP3-Player, FM-Radio, YouTube-Player diverse Spiele. Die Klangqualität der beigelegten Kopfhörer ist sehr gut. Dennoch schade, dass sich ein normaler Klinken-Kopfhörereingang immer noch nicht bei allen Herstellern durchgesetzt hat. Eine 3,2-Megapixel-Kamera mit Blitz und optischem Autofokus schießt Bilder in sehr guter Qualität und nimmt außerdem Videos auf. Für Videotelefonie wurde eine Frontkamera eingebaut.

Praxistest: HTC Touch Pro

© Stefanie Heyduck

Im Lieferumfang sind Ledertasche, Stylus, Stereo-Headset, Lade- und USB-Kabel enthalten.

In England ist das Gerät bereits zu haben. Deutschland muss sich, wenn man dem Branchengeflüster vertrauen kann, noch bis Mitte September gedulden. Eine Vorbestellung kann man bei Amazon schon machen, für 650 Euro ohne Vertrag.

Fazit

Der HTC Touch Pro gefällt mit seiner robusten Verarbeitung und der TouchFlo3D-Bedienung. Die verspiegelte Oberfläche verschmiert leider schnell und lässt ein eigentlich edles Businessphone schmuddelig wirken. Dennoch: Wer ein solides Business-Gerät mit Tastatur, großer technischer Ausstattung und moderner Bedienung sucht, macht mit dem Gerät nichts falsch.

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