Testbericht

Test: HTC Touch Diamond Smartphone

Schon wieder schickt sich ein Designer-Handy an, dem iPhone die Stirn bieten zu wollen. Das HTC Touch Diamond ist allerdings das erste, dem es auch gelingt - magnus.de hat das neue Schmuckstück getestet.

HTC Touch Diamond

© Archiv

HTC Touch Diamond

Schon wieder schickt sich ein Designer-Handy an, dem iPhone die Stirn bieten zu wollen. Das HTC Touch Diamond ist allerdings das erste, dem es auch gelingt - magnus.de hat ein Vorserienmodell getestet.

HTC Touch Diamond

© Archiv

Das iPhone ist keine technische Meisterleistung. Den Hype darum tragen zwei Säulen: Zum einen ist Apple eine schicke Marke. Zum anderen ist die Bedienung des iPhone mit seinem Touchscreen und der visuellen ansprechenden Benutzeroberfläche ziemlich gut gelungen - und zugleich der tatsächlich innovative Teil des iPhone. HTC ist (noch) keine schicke Marke, aber mit dem Touch Diamond zeigen die Taiwanesen, dass sie das Rad zwar nicht neu erfinden, aber verdammt gut variieren können.

Rein technisch gesehen ist das HTC Touch Diamond ein Smartphone mit 2,8-Zoll-Touchscreen bei einer Auflösung von feinen 640x480 Pixel. Ins Netz geht das Gerät via GSM oder UMTS, zum Surfen auch per WiFi. Die Kamera knipst Fotos mit 3,2 Megapixel Auflösung und Autofokus (ohne Blitz), der eingebaute MP3-Player verwendet den eingebauten 4 GByte großen Speicher. Als Betriebssystem dient das neue Windows Mobile 6.1 Professional. Kurz: Schon als blankes Windows-Smartphone ist das Touch Diamond derzeit erste Sahne, liegt mit 110 Gramm nicht schwer in der Hand und ist nur 11,3 Millimeter dünn.

Wie bei seinen Touch-Handys üblich hat HTC dem doch etwas unangenehmen Windows Mobile eine eigene Oberfläche übergestülpt - hier TouchFLO 3D genannt. Sie macht es noch einfacher, das Touch Diamond mit dem bloßen Finger zu bedienen. Und anders als bei den bisherigen TouchFlo-Systemen (etwa dem des HTC Touch) steht hier erstmalig auch reichlich 3D-Animation im Vordergrund: Bebilderte Kontakte lassen sich wie ein Bildstapel durchblättern, ebenso die Fotos und die Covers der MP3-Alben. Das alles sieht verdammt nach Apple iTunes' Cover-Flow aus, entwickelt aber doch eine gewisse Eigenständigkeit.

Natürlich findet man unterhalb der schönen Oberfläche letztlich wieder das altbackende Windows Mobile mit seiner die Sinne zerrüttenden Logik. Dennoch ist TouchFlo vor allen in seiner neuen 3D-Version eine nicht nur schön anzusehende, sondern auch nützliche Erweiterung.

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HTC Touch Diamond
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HTC Touch Diamond: Besserer Browser, mehr Tools

Teil der TouchFlo-3D-Oberfläche ist die Startseite mit einer cool animierten Uhr und aktuellen Terminen, ein Kontaktbuch zum einfachen Durchblättern, SMS und Mail, der Bereich Internet mit Browser und YouTube-Tool, Bilderalbum mit Start-Button für Kamera und Camcorder, der MP3-Player, ein Wetter-Applet, die Einstellungen-Seite und ein Starter für Programme. TouchFLO 3D schafft es äußerst gelungen, diese Fülle an Grundfunktionen leicht erreichbar zu machen.

Auf der Softwareseite fehlt nichts: Das mobile Office mit Word, Excel, OneNote, PowerPoint und einem PDF-Reader lässt keine Wünsche offen. Es gibt zwar keine Tastatur, aber das virtuelle QWERTZ-Keyboard ist auch mit dem bloßen Finger erstaunlich präzise. Doch HTC wirft noch ein paar zusätzliche Anwendungen in die Waagschale. Da ist zum Beispiel Google Maps, das auf den integrierten GPS zugreifen und außerdem dank A-GPS in Sekunden den Standort des Handys erfassen kann - auch innerhalb von Gebäuden. Viel Spaß verspricht auch der YouTube-Client. Mit ihm haben Sie Zugriff auf aktuelle Videos, können Filme über Stichworteingabe suchen und Ihre Lieblingsclips als Favoriten speichern.

HTC Touch Diamond mit TouchFlo-3D-Oberfläche

© Andreas Winterer

Die visuelle QWERTZ-Tastatur (im Bild noch die englische Version des Vorserienmodells) lässt sich auch mit blossen Fingern gut bedienen.

Als Browser spannt HTC außerdem den Opera Mini vor den Karren. Die neue Version ist auch dank des sehr hoch auflösenden Displays in der Lage, eine ganze Webseite anzuzeigen - selbst komplexe, umfangreiche Websites wie magnus.de. Natürlich kann man bei korrekter Darstellung des Layouts nichts lesen; doch einmal mit dem Finger in die Seite getippt, schon zoomt Opera die betreffende Stelle heran. Dann sieht sie fast aus wie in einem normalen Browser und der aktuelle Ausschnitt lässt sich mit dem Touch-Finger hin und her schieben. Flott geht's auch noch dank UMTS/HSDPA mit bis zu 7,2 MBit/s.

Dank eines Bewegungssensors wird die Displayanzeige durch das Drehen des Geräts automatisch von Hoch- auf Querformat umgestellt. Leider funktioniert das nicht mit allen Anwendungen, YouTube zum Beispiel sucht sich selber aus, wann es hochkant (Video-Auswahl) oder quer (Clip-Anzeige) arbeitet - der Benutzer hat sich anzupassen. Problemlos arbeitet der Gravitationssensor dagegen beim vorinstallierten Kugellabyrinth-Spiel: Dabei neigt der Benutzer das Gerät hin und her, um eine virtuelle Kugel in ein virtuelles Loch zu bugsieren. Wenn's gelingt, fällt die Kugel ins Loch, was dank Geräusch plus Handy-Vibration verblüffend real wirkt.

HTC Touch Diamond mit Opera Mini

© Andreas Winterer

Gravitationssensor: Dreht man das Touch Diamond, drehen Bild- und Webbrowser auch die Anzeige.

Man kann auch sinnvolles mit dem Bewegungssensor machen: Wenn das Handy klingelt, und Sie nicht rangehen möchten, drehen Sie das Diamond einfach so um, dass die Displayseite auf dem Tisch liegt - schon ist es still. Praktisch in Konferenzen.

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HTC Touch Diamond mit TouchFlo-3D-Oberfläche
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Die Startseite des HTC Touch Diamond. Die Ziffern der Uhr klappen hübsch animiert herunter.

Natürlich hat auch das Diamond ein paar Ecken und Kanten. Zum Beispiel gibt es keinen Schnell-Button für Anwendungen am gesamten Gerät - auch nicht als Kamera-Auslöser. Das fehlt. Und Windows Mobile kämpft auch in Version 6.1 mit dem offenkundigen Unwillen des Herstellers, mal ein durchdachtes System auf die Beine zu stellen - so existiert nach wie vor kein gemeinsamer Posteingang und keine Möglichkeit, Aufgaben und Termine auf einer Seite zu zeigen. Schade: es gibt keinen Kartenschacht, um die knapp 4 GByte des internen Speichers mit microSD-Karten zu erweitern. Statt der vorhandenen, knapp bemessenen 4 hätte man sich gleich 8 oder gar 16 GByte für das MP3-Handy gewünscht.

Fazit: schnelles 3D-Schmuckstück

Das Design des HTC Touch Diamond mag nicht jedem gefallen, technisch ist es ein Top-Smartphone. Die gesamte Bedienung, der Browser und der YouTube-Client profitieren von der hohen Auflösung des Displays. So wird das HTC zu einem der wenigen Handys, auf dem Surfen im Web wirklich Spaß macht. Dass das iPhone bei vielen visuellen Details Pate stand, ist nicht zu übersehen - aber besser gut geklaut als schlecht selbst erfunden. Das Gerät ist ab sofort für etwa 520 Euro zu haben, auch bei Anbietern wie T-Mobile, Vodafone und O2 (als O2 Xda Diamond).

HTC Touch Diamond

HTC Touch Diamond
HTC
ca. 520 €

www.htc.com

Weitere Details

Fazit:Das HTC Touch Diamond steht unter den Touchscreen-Smartphones derzeit konkurrenzlos gut da.

5/5
sehr gut
Preis-Leistung
befriedigend

Alternativen: Rein technisch ist Apples iPhone in vieler Hinsicht unterlegen, doch die Fingerbedienung des iPhone bleibt ungeschlagen, nicht zuletzt wegen des Dual-Touchscreens. Das Samsung SGH-F480 hat eine mit Widgets erweiterbare Oberfläche und punktet mit einer 5-Megapixel-Kamera, sein Display bietet aber nur ein Viertel der Auflösung des Touch Diamond. Tastaturfans warten auf RIMs Blackberry Bold, das mit UMTS und hoch auflösendem Display winkt. Oder sie sehnen das Xperia X-1 von Sony-Ericsson mit 800x480-Touchscreen und noch größerer Tastatur herbei.

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