Testbericht

TEST: Harman/Kardon AVR 160 und Sony STR-DH800 - Receiver für 500 Euro

Angesichts der Feature-Flut, die schon in der Einstiegsklasse beginnt, haben es Receiver um 500 Euro wie der Harman/Kardon AVR 160 und der Sony STR-DH800 nicht leicht, ihren Claim abzustecken. Lohnt sich die Investition?

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Harman/Kardon AVR 160 und Sony STR-DH800 TEST

© Archiv

Harman/Kardon AVR 160 und Sony STR-DH800 TEST

Die Receiver-Mittelklasse um 500 Euro hat häufig ein Profilproblem. Die in der letzten Ausgabe getesteten Einstiegsmodelle bieten ähnliche Features und eine vergleichbare Leistung. Für den Harman/ Kardon AVR 160 und den Sony STRDH800 sprechen vor allem klangliche, im Bereich der Endstufen angesiedelte Gründe, aber insbesondere auch ihr eleganter Auftritt.Die beiden Rivalen sind sehr glatt und gefällig gestylt und unterstreichen somit äußerlich den gehobenen Anspruch, den ihre Sieben-Kanal-Endstufen einlösen sollen. Vom Kenwood einmal abgesehen, boten die zuvor getesteten Einstiegs-Receiver lediglich Fünf-Kanal-Ausgangsstufen.

Für 450 respektive 500 Euro lassen sich mit Harman und Sony auch die Surround-Back-Kanäle antreiben. Beim gebräuchlichen 5.1-Betrieb gestattet der Sony sogar Bi-Amping, stellt also eigene Endstufen für die Bässe und Höhen zur Verfügung, sofern der angeschlossene Lautsprecher eine in zwei Bereiche auftrennbare Frequenzweiche mitbringt.

HDMI-seitig darf man in der Mittelklasse ebenfalls etwas mehr erwarten, aber nicht zu viel. Mit vier Eingängen und einem Ausgang deckt der Sony die Grundbedürfnisse der meisten AV-Anlagen ab. Wer weitergehende Video-Funktionen wie die Ausgabe analoger Video-Komponenten-Signale über die digitale Schnittstelle erwartet, muss auf einen Eingang verzichten und zum teureren Rivalen greifen.

Der Sony-Receiver schleift die Signale des High Definition Multimedia Interface nämlich nur durch. Er kann weder Analog-Video über den HDMI-Ausgang ausgeben, noch unterstützt er seinen Benutzer durch OSD-Menüs auf dem Bildschirm.

© Stefan Schickedanz

Der Harman/Kardon AVR 160

Dafür lässt sich der Sony am Gerät besser bedienen, denn der Harman verlangt seinem Benutzer für die Schönheit einige Zugeständnisse ab. Eine nicht leicht zu ertastende Druckschalterreihe am unteren Rand des Front-Displays zwingt zum Einsatz heller Deckenstrahler oder Taschenlampen.

Mit gedämpfter Beleuchtung, wie sie in Heimkinos üblich ist, erkennt man die winzige, kontrastarme Beschriftung so gut wie gar nicht. Am besten bedient man den Harman-Receiver aus der Ferne. Der Infrarot-Transmitter ist recht aufgeräumt und gestattet mit Direktzugriffstasten sogar, einige Lautsprecher-Parameter zu beeinflussen.

Was HD-Ton betrifft, sind beide AV-Receiver in der Lage, nativ via HDMI eingespeisten Ton in Dolby TrueHD oder DTS-HD an Bord zu decodieren. Die Grundeinstellung übernehmen beide Mittelklassegeräte vollautomatisch per Messmikrofon.

In puncto Kompatibilität zu neuen Medien bietet der Sony leichte Vorteile. Er besitzt immerhin einen DM-Port für kompatible Mobiltelefone und Mobil-Player.

Testprofil

Harman/KardonAVR 160
harmankardon.com
500 Euro

AV-Receiver

Weitere Details

60 Prozent

Testurteil
gut
Preis/Leistung
sehr gut

Wer einen Apple iPod anschließen möchte, muss dazu bei beiden Geräten den analogen Kopfhörer-Ausgang nutzen. Zwar verfügt der Harman über eine spezielle AUX-Buchse für Miniklinken-Kabel, doch die sitzt schwer zugänglich auf der Rückseite. Daher ist es wie beim Sony-Receiver sinnvoller, einen Adapter "Miniklinke auf Cinch" für die Front-Audio-Eingänge zu verwenden.

Der leicht zugängliche frontseitige USB-Eingang des Harman-Receivers ist leider nur dazu gedacht, um Firmware-Updates, die der Hersteller auf seiner Website anbietet, via USB-Stick auf den Receiver zu übertragen.

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Der Harman/Kardon AVR 160

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