Kompaktkamera im Retro-Look

Fujifilm XF1 im Test

Mit der XF1 hat Fujifilm eine Edelkompakte im schicken Nostalgie-Design im Programm. Doch wie "edel" ist die Bildqualität der Kamera? Wir machen den Test.

  1. Fujifilm XF1 im Test
  2. Datenblatt
Fujifilm XF1 im Test

© Fujifilm

Fujifilm XF1 im Test

Pro

  • elegantes Design
  • sehr übersichtliche Bedienung
  • schnelle Serienbildfunktion

Contra

  • Schwächen bei der Bildqualität

Mit den Vokabeln "Stil" und "Eleganz" beschreibt Hersteller Fujifilm das Design der Fujifilm XF1. Ihr sorgfältig verarbeitetes Gehäuse aus kühlem Aluminium und einem Überzug aus schwarzem, hellbraunem oder rotem Kunstleder verleiht der Kompakten ein schickes, nostalgisches Aussehen. 

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Nostalgisch und zugleich anwenderfreundlich ist auch die Brennweitenregulierung der Fujifilm XF1: Das 4-fach-Zoom lässt sich nicht mit dem üblichen Zoomhebel, sondern über den Objektivring steuern. Dies macht zwar die einhändige Bedienung der Kamera unmöglich, ist aber sehr bequem. Gewöhnungsbedürftig dagegen ist es, die Kamera am Objektivring statt mit einem separaten Knopf ein- und auszuschalten bzw. aus dem Standby-Modus zu erwecken.

Fujifilm XF1

© Fujifilm

Die Schalter der XF1 haben eine angenehmen Druckpunkt und sind zwar mit sehr kleiner Schrift, aber gut lesbar gekennzeichnet. Blende und/oder Belichtungszeit kann man klassisch am Steuerrad auf der Kamerarückseite oder mithilfe eines Rings regulieren, der um den Vierwegetaster herumgelegt ist.

Da Fujifilms Edelkompakte XF1 neben den üblichen Programmmodi, Filteroptionen und den Belichtungsmöglichkeiten Programmautomatik, Blendenautomatik, Zeitautomatik sowie manueller Belichtung auch die Möglichkeit zum manuellen Fokussieren bietet, dient dieser Ring im MF-Modus zum Scharfstellen. Sobald man ihn bewegt, wird auf dem 3-Zoll-Display die Lupenansicht aktiviert, die das Auffinden des Schärfepunkts erleichtert.

Zu der großen Auswahl an Einstellmöglichkeiten gesellen sich zahlreiche nützliche Funktionen sowie mehr oder weniger originelle Spielereien. Videos dreht die XF1 1 in Full-HD-Qualität oder als Hochgeschwindigkeitsfilm mit bis zu 200 Bildern pro Sekunde.

Fujifilm XF1

© Fujifilm

Schießt schneller als ihr Schatten

Auch bei der Serienfotografie gibt es spannende Variationsmöglichkeiten: Die XF1 speichert nicht nur gewöhnliche Bildserien, sondern fertig auch Hochgeschwindigkeitsserien an oder nimmt Belichtungsserien, Reihen mit unterschiedlichen ISO-Werten oder Filmsimulationsserien auf. Dabei verpasst sie den Bildern genau die Charakteristika, die früheren Fuji-Filmen wie Velvia oder Astia zugeschrieben wurden.

Damit sich die Funktionsvielfalt der XF1 ergonomisch steuern lässt, unterstützt Fujiflim den Fotografen mit zwei Nutzerprofilen sowie zwei Funktionstasten, die er ganz nach seinem Geschmack definieren kann. Die Fn-Taste auf der Oberseite der Kamer kann auf Wunsch mit einem Aufnahmeparameter oder einer Funktion wie Gesichtserkennung, Serienaufnahme oder Digitalzoom belegen.

Die E-Fn-Taste auf der Rückseite aktiviert eine zweite Ebene des Vierwegeschalters und der benachbarten Tasten, sodass diese zweite Ebene den schnellen Zugang zu weiteren sechs Parametern gewährt. Praktisch, durchdacht und leicht zu verstehen.

Fujifilm XF1

© Fujifilm

Alle Infos auf einen Blick

Zum Sucherbild bzw. bei der Darstellung der gespeicherten Aufnahmen kann das 3-Zoll-Display alle relevanten Parameter anzeigen. Dazu gehören Standards wie Belichtungseinstellungen, Empfindlichkeit, Bildqualität oder Auflösung auch Histogramm, Gitternetzlinien oder eine Wasserwaage.

Die Bildqualität der XF1 ist zufriedenstellend, aber nicht überwältigend. Der Schärfeeindruck ist in Ordnung (1133 LP/BH bei ISO 100, 1122 LP/BH bei ISO 400), allerdings fehlt es den Bildern in einfarbigen Flächen ein wenig an Zeichnung. Die verlieren in Telestellung und bei steigenden Empfindlichkeiten noch an Qualität: Während sich das Rauschen sowohl in Telestellung als auch bei steigenden ISO-Werten im Rahmen hält (1,1 bei IO 100, 1,4 bei ISO 400), schummeln sich in einfarbigen Bereichen und vor allem bei Hauttönen heftige Artefakte ins Bild, die in Gesichtern wie geometrische Pigmentstörungen wirken.

Weniger Probleme hat die Kamera mit der Detailwiedergabe, zum Beispiel bei der Darstellung der Grashalme und Kiesel in unserem Testbild. Diese sind auch in Telestellung und bei hohen Empfindlichkeiten noch gut erkennbar.

Fazit

Das edle Design und die Funktionsvielfalt der Fujiflm XF1 wecken hohe Erwartungen. In Sachen Bedienkomfort kann die Kamera diese erfüllen, in puncto Bildqualität jedoch enttäuscht sie bei Empfindlichkeiten jenseits von ISO 100.

Fujifilm XF1

HerstellerFujifilm
Preis450.00 €
Wertung55.5 Punkte
Testverfahren1.6

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