Testbericht

Test: Fuji Finepix F200EXR

Die erste Fuji mit dem Super CCD-EXR-Sensor und variabler Pixelgröße zur Rauschreduzierung im Test.

Auf der photokina kündigte Fujifilm einen Super-CCD- EXR-Sensor mit neuartig angeordneten Pixeln an: Immer zwei Pixel mit gleicher Farbe (Farbempfindlichkeit) sitzen nun direkt nebeneinander auf dem CCD, um bei hohen Empfindlichkeiten, die Pixel wirksamer zusammenschalten zu können: aus zwei Pixeln wird einer.

Dieses "Pixel Binning" reduziert zwar die Auflösung, soll aber zugleich auch das Rauschen sichtbar verringern, da der "resultierende Pixel" größer und damit lichtempfindlicher ist. Was theoretisch gut klingt, konnte uns bei klassischen Sensoren bisher nicht überzeugen. Die klassische Anordnung ist auf maximale Auflösung ausgelegt, und so sitzen immer für verschiedene Farben empfindliche Pixel nebeneinander. Die Fuji-Anordnung sollte dagegen im "Normalbetrieb" zu einer etwas geringeren Auflösung führen, aber zugleich eine effektivere Rauschunterdrückung ermöglichen.

Fujifilm FinePix F200 EXR - Nachfolger der legendären F30

© Archiv

Fuji F200 EXR

Die Fuji F200EXR bietet drei Aufnahmemodi: HR für maximale Auflösung, SN für reduziertes Rauschen bei hohen Empfindlichkeiten (Pixel Binning) und DR für hohe Objektkontraste. Zum Test trat ein Prototyp an, dessen Bildqualität laut Fuji bereits final ist und der bei uns keine Mängel zeigte. Das gilt auch für den Autofokus: Er fand im Test zuverlässig die richtige Schärfe und brauchte dazu 0,45 s im Weitwinkel und 0,5 s im Tele - guter Durchschnitt.

Fuji Finepix F200EXR - Weniger Rauschen

Bildqualität Standardmodus Im Standardmodus erreicht die Fuji 982 bis 1406 LP/BH und bleibt so einerseits unter dem 12-Megapixel-Durchschnitt - eine Konsequenz der Pixelanordnung, erreicht aber andererseits ein völlig ausreichendes Ergebnis. Bereits in der Standardeinstellung rauscht die F200EXR zudem deutlich schwächer als die Durchschnittskompakte: 1,2 VN bei ISO 100, 1,9 VN bei ISO 400, 3,3 VN bei ISO 800.

Ab ISO 1600 nimmt das Rauschen auf deutlich sichtbare 6,2 VN zu. Trotzdem machen die Aufnahmen auch dann noch visuell einen besseren Eindruck als die von so mancher Konkurrentin bei ISO 400. Der Objektkontrast geht mit 8 (ISO 400) bzw. 8,5 Blenden (ISO 100) in Ordnung. Vignettierung und Verzeichnung bewegen sich im üblichen Rahmen. Das Testlabor stellte allerdings 765 auffallende Pixel fest, wahrscheinlich ein Problem des Prototyps.

Die EXR-Modi Der HR-Modus soll die maximale Auflösung aus der F200 EXR holen, und alle 12 Megapixel laut Fuji besonders effektiv auswerten. Die Empfindlichkeit ist auf ISO 800 begrenzt, der Dynamikumfang auf 100 % gesetzt. Die Testergebnisse zeigen allerdings keine relevante Änderung gegenüber dem Standardmodus. Zudem wirken die HR-Aufnahmen gegenüber dem Standardmodus etwas überschärft.

Fujifilm FinePix F200 EXR - Nachfolger der legendären F30

© Archiv

Fuji F200 EXR

Der SN-Modus schaltet die Pixel zusammen, um das Rauschen zu reduzieren und ermöglicht Empfindlichkeiten bis 1600 ISO. Im Test führt die von 12 auf 6 Megapixel halbierte Pixelzahl zu einer veringerten, aber ordentlichen Auflösung von 835 bis 961 LP/BH. Zu unserer Überraschung blieb das Rauschen fast unverändert, doch sanken die Texturverluste. Das heißt: Dank eines rauschärmeren Ausgangssignals kann Fuji mit schwächeren Rauschfiltern arbeiten und so feine Details (Textur) erhalten, die sonst verloren gehen.

Beim DR-Modus mit ebenfalls halbierter Nennauflösung hat die Dynamik höchste Priorität. Die Kamera nimmt zwei Bilder auf, eines mit hoher sowie eines mit niedriger Empfindlichkeit (nur ISO-Automatik), und kombiniert sie zu einem Foto mit erweitertem Objektkontrast. Laut den Messungen bringt das Verfahren bei ISO 400 (Testbeleuchtung im Labor) eine halbe Blende mehr, die Testaufnahmen draußen bei ISO 200 zeigen in Lichtern noch etwas mehr Zeichnung.

Ausstattung und Handhabung Die Ausstattung umfasst ein 5fach-Zoom ab 28 mm, Bildstabilisator und einen guten 3-Zoll-Monitor. Neben der Programm- und Zeitautomatik gibt es einen manuellen Modus. Kontrast und Farbsättigung lassen sich über die Funktion "Film-Simulation" indirekt verändern, in dem die Abstimmungen etwa eines Provia- und Velvia-Films zur Wahl stehen. Eine Histogrammanzeige fehlt. Das Menü reagiert ebenso schnell wie das Zoom. Das Bedienkonzept ist klassisch und basiert auf einem Moduswahlrad, einem Haupt- und einem Schnellzugriffsmenü (F-Taste) sowie einer etwas kleinen Vierrichtungswippe.

Fazit

Der Fuji-EXR-CCD liefert bei höheren Empfindlichkeiten Bilder mit überdurchschnittlicher Detailzeichnung: Kauftipp "Detailzeichnung". Offensichtlich ermöglicht die neue Sensorgeometrie eine wirksame Zusammenschaltung benachbarter Pixel im SN-Modus. Das rauschärmere Signal erlaubt es Fuji mit schwächeren Rauschfiltern mehr Bilddetails zu erhalten. Während der HR-Modus gegenüber dem bereits guten Standardmodus nicht punktet, zeigen DR-Bilder mehr Zeichnung in den Lichtern.

Testergebnisse

Fuji F200EXR
Fuji
350 Euro

Weitere Details

70 Punkte

Fazit:Der Fuji-EXR-CCD liefert bei höheren Empfindlichkeiten Bilder mit überdurchschnittlicher Detailzeichnung: Kauftipp "Detailzeichnung". Offensichtlich ermöglicht die neue Sensorgeometrie eine wirksame Zusammenschaltung benachbarter Pixel im SN-Modus.

4/5
gut
Preis-/Leistung
gut

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