Testbericht

Test: Firefox 3.0 Beta 1

Der neue Firefox zeigt auf den ersten Blick nur Änderungen im Detail an. Doch unter der Haube hat sich einiges getan, Rendering-Engine und 2D-Grafik sind neu.

Firefox 3.0 Beta 1

© Archiv

Optisch zeigt sich Firefox 3 Beta 1 kaum verändert.

Die erste Beta-Version von Firefox 3.0 (Codename Gran Paradiso) weckt vor allem bei Web-Entwicklern Vorfreude, denn die Neuheiten im Unterbau sind beachtlich: Unter der Haube werkelt jetzt die Rendering-Engine Gecko 1.9, an der bereits über zwei Jahre entwickelt wird und die mittlerweile fast zwei Millionen Code-Zeilen umfasst. Das hohe Ziel: Schnellere Starts, flotterer Seitenaufbau und beschleunigter Tab- Wechsel. Doch die Beta 1 ist mit der neuen Engine noch nicht schneller als der alte Firefox 2, im Gegenteil: Die Speedmessung mit i-Bench liefert im Test etwas schlechtere Werte für Firefox 3. Einen fühlbaren Unterschied zum Vorgänger können die Tester aber in der Praxis nicht feststellen. In den nächsten Vorab-Versionen soll speziell beim Speed noch optimiert werden, für die erste Beta-Version geht das in Ordnung.

Firefox 3.0 Beta 1

© Archiv

Optisch zeigt sich Firefox 3 Beta 1 kaum verändert.

Außerdem neu: Als 2D-Grafikbibliothek kommt die vektor-basierte API Cairo zum Einsatz, die für besseren SVG-Support sorgt. Diese Umstellung fordert als Opfer alle Windows- Versionen vor 2000, wer also noch auf Windows 98 setzt, kann Firefox 3 nicht nutzen. Und was ändert sich für Entwickler mit Gecko 1.9 und Kairo? Ein großer Vorteil ist, dass Firefox 3 auf W3C-Kompatibilität getrimmt ist und den Acid2-Test ohne Murren besteht. Formulare sehen jetzt auch unter Mac OS X und Linux aus, wie aus dem Ei gepellt, und mit einem neuen Offline-Modus können Web-Sites auch ohne Internet genutzt werden. Für Extensions sind auf jeden Fall Updates nötig, damit sie unter Firefox 3 funktionieren. Dafür sind sie mit weniger Mausklicks installiert und dank neuer APIs auch schneller entwickelt. So gibt es etwa für Erweiterungen im Bereich Bookmarks und History die neue Places- Architektur und auch für Passwörter einen überarbeiteten Log-in-Manager. Auf jeden Fall muss die Manifest-Datei an Firefox 3 angepasst werden. Für Updates ist jetzt eine sichere Internet-Verbindung zwingend vorgeschrieben. Das bedeutet entweder Hosting über die offizielle Add-on-Page von Mozilla oder eine eigene SSL-Verbindung.

Security first

Da Browser-Lücken zum Einfallstor Nummer 1 für Malware geworden sind, basteln auch die Firefox-Entwickler fleißig an neuen Schutzmechanismen. Schon beim Download von ausführbaren Dateien benachrichtigt der Browser installierte Virenscanner. Leider funktioniert das noch nicht mit jeder Schutz-Software, bei Norton und Windows Defender klappt es, bei Kaspersky und Avira dagegen nicht. Per Mausklick auf das Favicon zeigt Firefox Informationen über den Besitzer der Webseite an. Leider funktioniert das noch nicht wirklich gut. So erhalten wir im Test bei Google, Spiegel Online und selbst auf der Mozilla-Site nur eine Meldung, dass die Seite keine Identitäts-Informationen bereitstellt. Wer jedoch auf "Weitere Informationen" klickt, kriegt die gesammelten Seiteninfos sehr übersichtlich dargestellt. Außerdem gut: Berechtigungen für Pop-ups, Grafiken und Addons lassen sich hier schnell für die aktuelle Webseite anpassen und selbst die Passwörter für die Site sieht man in einer Übersicht.

Firefox 3.0 Beta 1

Auf neuer Basis

\n Firefox 3.0 Beta 1

Mozilla

Browser

Weitere Details

4 Punkte

Fazit:Beachtliche Neuheiten unter der Haube wecken vor allem bei Web-Entwicklern Vorfreude

Preis/Leistung
gut
4/5

Der neue Firefox warnt auffälliger beim Besuch von Malware-Sites. Nicht nur die Farbe der Adresszeile ändert sich, jetzt wird der ganze Anzeigebereich mit einem großen Warnhinweis tapeziert. Mit einer Testsite funktioniert das auch schon, der Blacklist-Dienst von Mozilla wird aber erst mit der Final-Version nächstes Jahr starten. Probleme mit Zertifikaten zeigt der neue Browser auch für Nicht- Tekkies verständlich an.

Eine Hauptneuheit von Firefox 3 ist die Bookmark- und History-Verwaltung Places. Anstoß für den Komplett-Umbau dieser Komponente sind Nutzerstudien aus den späten 90iger Jahren, bei denen nur 1-3 Prozent der Nutzer überhaupt Lesezeichen und History nutzten. Ein Stern hinter der Adresszeile legt jetzt per Mausklick ein Bookmark an. Der zweite Mausklick auf den Stern erlaubt die Bearbeitung des Lesezeichens. Praktisch: Jedem Bookmark können Nutzer mehrere Schlagwörter zuordnen, die sich dann einfach durchsuchen lassen. Über die Smart Places, in der deutschen Version schlicht Orte genannt, haben Sie Zugriff auf häufig genutzte Seiten oder auch auf Schlagwörter, nach denen Sie zuletzt gesucht haben.

Speicher-Lecks

Nach eigenen Angaben sind in Firefox 3 rund 300 Memory Leaks geschlossen worden. Im Test experimentieren wir mit einem bunten Mix von 20 verschiedenen Websites. Wir führen die Tests mit Firefox 2.0.0.11 und nach einem Neustart mit Firefox 3.0 durch. Zuerst öffnen wir alle Seiten in Tabs. Dann warten wir fünf Minuten und klicken uns durch jede der offenen Seiten nach einem vorgegebenen Schema. Danach schließen wir nacheinander die Tabs.

Das Ergebnis: Nach dem Öffnen der 20 Seiten braucht Firefox 2 rund 130 MByte, Firefox 3 dagegen nur 100 MByte. Nachdem Ausführen der Aktionen erreicht der alte Firefox ein Maximum von 136 MByte, der Neue ist mit 122 MByte dabei. Nach dem Schließen von 19 Tabs schrumpft der RAM-Verbrauch bei beiden Versionen auf 68 MByte.

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